Kirchenburg Walldorf Werra

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserer Kirchenburg! Wir möchten Ihnen auf unserer Seite gern die wichtigsten Informationen über den Wiederaufbau der Walldorfer Kirche bereitstellen. Unsere Kirche brannte am 3. April 2012 vollständig aus - wir wollen sie innerhalb weniger Jahre wieder aufbauen!

Weitere umfangreiche und bebilderte Informationen finden Sie in den 3 Links:

Anmerkung: Unsere Homepage ist seit einiger Zeit überlastet und genügt nicht mehr der Materialfülle. Im Juli wird die Seite ersetzt. Der Link bleibt, doch der Internetauftritt wird flotter und endlich wieder strukturierter. Natürlich texten wir hier weiter. Ganz aktuelles und reich bebildertes Material finden Sie über die Links im Anschluss. Auch per Newsletter berichten wir regelmäßig - danke!

Unsere Links:

Bildersammlung

Erweiterte Bildersammlung

Kirchenburg-Walldorf-Biotopkirche

Kirchenburg Walldorf

Storchenkamera Walldorf

Deutsche Stiftung Denkmalschutz "Monumente" üb. Natur- und Denkmalschutz

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Ihre Evang.-Luth. Kirchgemeinde Walldorf an der Werra.

Neues:

Kirchenburg Walldorf              20.05. 2016


Arbeitsproben auf dem Leuchttisch

links: Evelyn Körber, Hohenfelden – rechts: Julian Plodek, Leipzig -

Rückmeldung an die Teilnehmer/innen

des Wettbewerbs zur

„Neugestaltung der Walldorfer Kirchenfenster“

Eva Skupin, Mehmels/Meiningen - Wolfgang Nickel, Georgenzell - Evelyn Körber, Hohenfelden - Andreas Scorupa / Atelier Goldstein, Frankfurt/M - Julian Plodek, Leipzig - Helge Warme, Brieselang - Thomas Jessen, Eslohe/Sauerland

Gläser, die (an)sprechen!

Sehr geehrte, liebe Glaskünstlerinnen und Glaskünstler,

wir haben durch Ihre Fenster ein wenig in Ihre Welt schauen dürfen, die Welt der Farben, des Lichtes …eine gläserne und leuchtende Dimension, die zugleich doch auch tiefgreifendere Begegnung anregt – danke!

Wie echt diese Begegnung war und ist, haben wir Wiederaufbauer einander mehrfach mit großer Freude versichert. Dank Ihres riesigen Engagements, dem Herzblut, das Sie in Ihre Entwürfe gegeben haben, bauen wir unsere Kirche jetzt anders. Die Kirchenmauern haben uns seit längerem schon vermuten lassen, unsere neue Kirche wird eine „Fensterkirche“, jetzt ist aus dieser Vermutung Gewissheit geworden …und die Fenster-Begegnung soll weitergehen, für alle stattfinden! Wir lassen uns auf Fenster ein, die uns ansprechen, die mit uns reden, die uns nicht in Ruhe lassen. Von diesen Fenstern gibt es unter Ihren Entwürfen mehr, als wir bauen können… keiner hat alle seine „Gläser“ fertig, wie sie am Ende werden sollen, doch Sie alle haben diese sprechenden Fenster dabei. Auch der Besucherstrom und die zahlreichen schriftlichen Rückmeldungen zur Ausstellung widerspiegeln diesen Eindruck.

Dienstag nach Pfingsten hat sich der Gemeindekirchenrat nun zusammengesetzt und über die Vergabe entschieden, heute hat die Architektenrunde abschließend beraten. Vorgelegen haben dem Entscheidungsträger die Ersteindrücke der Jury und eine zusammenfassende Beurteilung aus der Jurysitzung durch die Architekten. Der Jury gehörten an: Kunst- und Bausachverständige der Landeskirche, unsere Architekten, unsere Glasrestauratorin sowie Gemeindekirchenräte. Im Vorfeld sind zudem Bauphysiker beteiligt worden.

Außerdem hat sich der Gemeindekirchenrat mit allen schriftlichen Rückmeldungen der Ausstellungsbesucher bekannt gemacht und die Wirkung der Fenster auf die Besucher zur Kenntnis genommen.

Im Verlauf der Sitzung begegnete uns dann nach der ersten Runde eine Stimmengleichheit zugunsten mehrerer Glasgestalter. So sahen wir uns genötigt, die finale Entscheidung im Ausschlussverfahren herbeizuführen.

Wie bereits erwähnt, bauen wir unsere Kirche anders. Leitmotiv war demnach: Was bedeuten die Fenster des jeweiligen Künstlers für die Innenarchitektur… wo sollten wir uns bewegen, wo muss sich der Künstler noch ein wenig bewegen… da spielt zum Beispiel die Farbtemperatur eine Rolle, aber auch und besonders die „Sprache“ der neuen Fenster.

Als Ergebnis stellte sich dann zum Ende der Gemeindekirchenratssitzung neuerliche Stimmengleichheit zweier Künstler heraus. Unter Zuhilfenahme der Juryempfehlung und der Architektenzusammenfassung konnten wir dann jedoch sehr bald und in klarem Einvernehmen unseren Weggefährten für die weiteren Schritte des Wiederaufbaus benennen:

Julian Plodek, Leipzig

Unsere Architekten für das Innere der Kirche

OSTERWOLD°SCHMIDT beschreiben seine Arbeit wie folgt

Julian Plodek:

Der Entwurf von Herrn Plodek verblüfft mit unerwarteten Paradoxen: die Fenstergestaltung erscheint konkret und abstrakt, malerisch und grafisch, sachlich und unglaublich romantisch zu sein. Bei aller Fenstervielfalt in Form, Größe, Position etc. schafft der Künstler Bezüge zueinander und längs durch den Raum, indem übergeordnete Prägungen vereinen: im Norden die grafische, im Süden die malerische und zudem inhaltlich motivische Prägung. Das ganze Universum zwischen weltlichen und kirchlichen Bezügen sowie zwischen abstrakter und bildhafter Darstellung wird eingebettet in die Naturdarstellung.

Auf die gleiche Weise funktioniert auch die Technik und Motivmischung - sozusagen als universelles Gefüge, das abstrahiert wie konkret wirkt, auch symbolisch gelesen werden kann und sich auf diese Weise immer wieder selbst erklärt.

Vermutlich steckt in diesem Entwurf eine gewisse Genialität, da die Einzelidee immer wieder in die Gesamtidee überzugehen scheint und umgekehrt, so dass dem Betrachter Ruhe und innere Einkehr in dieser Wiederholung, in dieser Repetition, gleich einem Gebet - vielleicht darf man hier auch sagen: ähnlich einem Mantra - gegeben wird.

Statt Illustrationen werden Bilder vom Künstler angeboten - Bilder, die Identifikation stiften und Interpretationsspielraum lassen sollen. Ins Spannungsverhältnis werden dabei klassisch-traditionelle zu modernen Prinzipien und realistische Portraits zu abstrahierten Landschaften gesetzt.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, die räumlichen Polaritäten der Innenraumgestaltung auch motivisch wie elementar auszuspielen „…Ferne und Nähe, Himmel und Erde, Wald und Flur, Leben und Tod … Adam & Eva (Taufkapelle) vs. Kreuz (Chor) … Landschaft ist dabei das verbindende Element.“ *aus den Erläuterungen

Die elementübergreifenden Bilder wie auch die spannungsvoll gefügten Motivgruppen lassen einen besonderen Reiz in Gestaltung und Raumwirkung erwarten. Die vorgeschlagenen Techniken eröffnen zudem eine dreidimensionale Wirksamkeit und Wandelbarkeit durch Bewegung und Lichteinflüsse.

Die Dichte der Motive z.B. bei den Türen oder auch die Technikwahl der Portraits wären in einer weiteren Bearbeitung näher zu untersuchen z.B. hinsichtlich Nah- und Fernwirkung, Durchsehbarkeit o.ä.

Herr Plodek bietet einen Vorschlag an, der extrem klar und dennoch nicht vordergründige Fenstergestaltung ist, wohl aber dem Ort, dem Raum und der spezifischen Bestimmung dieser Walldorfer Kirche entspricht.

Freude und Bedauern

Sehr geehrte, liebe Glaskünstlerinnen und Glaskünstler, da haben wir nun die Entwürfe vieler genialer Glasfenster und können doch nur einen Teil davon bauen - das tut uns schon sehr leid und macht uns wirklich traurig und Sie ganz gewiss auch. Sie haben sich voll und ganz auf die neuen Fenster eingelassen, waren enorm phantasiereich, haben sehr, sehr viel Aufwand getrieben, lagen auch ganz und gar nicht daneben… und nun?

Ich wiederhole nochmals: Unsichtbar sind Sie alle dabei, denn wir haben eine veränderte Draufsicht auf unsere Kirche gewonnen und ich möchte Ihnen im Namen aller aufrichtig – danke – dafür sagen, auch haben sich Ihre Namen bei uns eingeprägt und verbinden sich nun mit Bildern.

Nun liegt noch allerlei Material von Ihnen hier und wir würden eigentlich gern recht vieles davon einbehalten, denn wir haben öfter Tage der offenen Tür mit Ausstellungen und würden Ihre Arbeiten gern noch mehrfach ausstellen, falls Sie einverstanden sind. Beim letzten Tag des Offenen Denkmal hatten wir 700 Besucher, in Kürze berichtet auch „Monumente“ über Walldorf -  das Interesse ist wirklich groß.

Darüberhinaus gibt es ein kleines Bilderarchiv der Ausstellung im Web: https://photos.google.com/u/3/share/AF1QipNm9q8cjKCo_ZEmc6KqpIlaGll7egfzTwk6yOLZft-S7vPfu8iLZAdzzC_w6gWO2g?key=WW96dk9XLWRVbmU3VEdjMG1QblVRZ0ZuODZaQmNB

Ihre Namen finden Sie in der Bildinfo rechts.

Eine weitere Idee kam mir über dem allen noch: Es gibt in unserer Sakristei ein kleineres „freies“ Fenster und einen echten Walldorfer Wunsch:

Maria und Martha

„Maria und Martha“ ist unser altes verbranntes Farbglasfenster, das sich die Walldorfer in einer Nebenrolle zurückwünschen. Dieses Fenster möchten wir gern unter Ihnen ausschreiben, malen oder vom Foto kopieren lassen – näheres dazu später. Haben einige von Ihnen ggf. Interesse an diesem Auftrag? 

Mit herzlichen Grüßen und einem ebenso herzlichen Dankeschön,

Ihr Heinrich von Berlepsch, Pfr.

Walldorf 19. 05. 2016 



 

Neugestaltung Kirchenfenster Walldorf Julian Plodek

Originaltext Julian Plodek

Erläuterungen zur Bildsprache/Motivwahl

Die hier zu besprechenden Gestaltungsvorschläge sollen in der Hauptsache keine Illustrationen darstellen, sondern als Bilder funktionieren, die dem heutigen Betrachter zunächst einmal unmittelbare Identifikation ermöglichen. Verzichtet wurde deshalb weitgehend auf Attributierungen, die eindeutige Ausdeutungen erzwingen, gleichwohl sie sich solchen Interpretationen nicht verschließen. Die folgenden Ausführungen seien in diesem Sinne als Vorschläge verstanden.

Der Entwurf gliedert die Kirche in eine überwiegend malerisch geprägte Süd- und eine grafisch geprägte Nordseite. Maßgeblich sind die Polaritäten Ferne und Nähe, Himmel und Erde, Wald und Flur, Leben und Tod. Landschaft ist dabei das verbindende Element. Der Darstellung von Adam und Evas im Westfenster der Taufkapelle steht das Kreuz im Chor gegenüber.

Die für die Gestaltung der Fenster gewählte Bildsprache verbindet klassischtraditionelle Kompositions- und Gestaltungsprinzipien mit modernen. Bezüge etwa auf gotischen Formen finden sich in der statuarischen Anordnung der Figuren des Taufkapellenfensters und den symmetrischen Kompositionen. An den Prinzipien moderner Formensprache geschult sind dagegen unter anderem die realistischen Ausführungen der Porträts wie auch die streng vereinfachten landschaftlichen Motive.

In den großen Fenstern der Südseite und dem Chorfenster sind Landschaften in vier Tageszeitenstimmungen zu sehen, vom Sonnenaufgang im Osten über den Mittag, den Abend bis hin zum Sonnenuntergang. Sonne und Mond als Christussymbole spielen hier eine Rolle.

Die Landschaftsfenster bilden den Rahmen für die kleinen Fenster im Zentrum der Südseite. Drei Porträts verweisen hier auf die Verkündigungsgeschichte: Frau und Mann, Maria und Josef, darüber ein Mädchen, ein Engel. Der Komet im ganz rechten Fenster der Südseite erzählt die Geschichte fort.

Die Nordseite zeigt eine nächtliche Szenerie, zentral ist der durch Äste scheinende Mond. Zur Mondsymbolik als Hinweis auf die Hoffnung auf Auferstehung und die Unsterblichkeit der Seele gehört hier komplementär das Skelet als Bild für die Endlichkeit alles Irdischen. Zugleich steht es der Verkündigungsszene gegenüber und verweist auf die Grabungsfunde.

Die vom Mondlicht beleuchtete Treppe lässt sich analog dazu als ein Bild für die Verbindung zwischen Himmel und Erde und dem Übergang vom Diesseits ins Jenseits lesen. In diesen Bildkontext gehört auch das Motiv des Storchs, der als treuer Wiederkehrer ein Sinnbild für die Auferstehung ist und der zugleich auf eine äußere Funktion der Kirche als Brutstätte verschiedener Vogelarten verweist.

Die Türen sind in die Gestaltung einbezogen. Sie zeigen heruntergestürzte, verkohlte Balken, die auch im Ostfenster als leeres Kreuz noch einmal auftauchen. Die Balken lassen sich im biblischen Kontext wie auch als Hinweis auf den Brand verstehen,zugleich können sie aber auch ein eingängiges Bild für den nicht einfachen Weg der Kirche und des Einzelnen aus dem geschützten Kirchenraum hinaus ins Leben sein.

Im Gegensatz zu den bisher erläuterten, sehr offenen Motiven zeigt die Taufkapelle zwei nackte Menschen, einen Mann, eine Frau, die über das Attribut des Apfels als Adam und Eva identifizierbar sind. Ihnen gegenüber steht am anderen Ende des Kirchenraumes das leere Kreuz; hier das Wunder der Schöpfung des Menschen und zugleich der Anfang seiner Leidensgeschichte, dort seine Erlösung durch Jesus Christus.

Erläuterungen zum technischen Verfahren

Entsprechend der unterschiedlichen Motivgruppen erfolgt auch die Realisierung mit Hilfe verschiedener traditioneller wie moderner Verfahren; der Bogen spannt sich von der klassischen Bleiverglasung mit Echtantikglas bis zu modernen Drucktechniken und der großflächigen Verwendung von Schmelzfarben.

Die figurativen Fenster werden in Bleiverglasung unter Verwendung von Echtantikglas und Überfangglas ausgeführt. Lichter werden aus den Überfängen herausgeätzt, die Modellierung der Körper und Formen erfolgt mit Hilfe von mehreren Schichten Konturund Schmelzfarbe und zusätzlichen Radierungen.

Für die kleineren Poträtfenster wäre das Verfahren noch zu diskutieren. Neben der klassischen Verbleiung verschiedener Buntglasscheiben könnte hier auch ein modernes Rasterverfahren zum Einsatz kommen (Rasterdruck über verschiedene Farbflächen, vgl. meine Fenster in der Ausstellung „Glanzlichter“).

Für die großen Landschaftsfenster der Südseite ist eine kombinierte Verwendung von buntem Antikglas und malerisch aufgetragenen Farbverläufen, die auf die Trägerscheibe laminiert werden, vorgesehen. Alternativ ist auch eine vollständig malerische Lösung auf nur einer Scheibe denkbar.

Auf der Nordseite wird die Schutzverglasung in die Gestaltung einbezogen. Auf ihr werden die farbigen Flächen malerisch oder durch Siebdruckverfahren aufgetragen. Zusätzlich wird die Scheibe durch Sandstrahlen getrübt, um das schwächere Nordlicht zu fangen. Die grafischen Strukturen stehen schattenrissartig davor. Ein Bleirutennetz ermöglicht die Verwendung von farblosem Echtantikglas mit unterschiedlicher Struktur und Bläselung. Durch die Staffelung des Motivs auf zwei Ebenen entsteht zudem zusätzliche Tiefe. 

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch

 



Walldorfer Kirche wohin?

Künstler / Bildhauer gesucht!

Zwischenstand(!)

Die neuen Glasfenster - Bildmaterial und Infos dazu

 über die Links oben oder den Newsletter!

12.04. 2016: 7 Künstler stellen ihre Entwürfe vor:
Eva Skupin, Mehmels/Meiningen
Wolfgang Nickel, Georgenzell
Evelyn Körber, Hohenfelden
Andreas Scorupa / Atelier Goldstein, Frankfurt/M
Julian Plodek, Leipzig
Helge Warme, Brieselang
Thomas Jessen, Eslohe/Sauerland

In einem Album (Links oben) stelle ich nach und nach in beliebiger Reihenfolge und beliebiger Anzahl weitere Entwürfe vor, unabhängig jeglicher Wertung!! Uns haben die Arbeiten so begeistert, dass wir sie auch auf diesem Wege zeigen möchten!
Um die Entwürfe werten zu können, ist ein Besuch vor Ort nötig und dieser Bilderbogen unzureichend, weil exemplarisch.


Ausstellungseröffnung 13.04. 2016 10.00 Uhr

Ort: Kressehof Walldorf, Ortsmitte

Öffnungszeiten:

Montag-Freitag: 7.00 Uhr-12.00 Uhr
Montagnachmittags: 12.30 Uhr-15.30 Uhr
Sonntag 17.04.: 11.45 Uhr mit Führung (v. Berlepsch, nach dem Gottesdienst)
Sonntag 24.04.: 11.30 Uhr mit Führung (v. Berlepsch, nach dem Gottesdienst)
außerhalb der Zeiten nur mit besonderer Vereinbarung über Gemeindeamt oder Pfarrer


Erweiterte Leitlinien des Gemeindekirchenrates Walldorf für die Gestaltung des Kircheninneren

Innenaufnahme der Walldorfer Kirche (vermutlich) zur Zeit des II. Weltkrieges  

Der Gemeindekirchenrat hat sich in seiner Sitzung am 04. 04. 2016 erneut mit der Innengestaltung der Walldorfer Kirche befasst – hier die Ergebnisse:

Alle bisherigen Innengestaltungen unserer Kirche sind innerhalb langer Zeiträume gewachsen und haben vorhandenen Bestand weiterentwickelt. Der Brand vor fast genau 4 Jahren versetzt uns in die Situation, ein viel umfassenderes neues Konzept finden zu müssen. Als besondere Herausforderung betrachten wir die Suche nach der „Seele“ unserer neuen Kirche. Wir glauben diese nur finden zu können, wenn es uns als Kirchgemeinde gelingt, unseren Glauben und unser Gottesbild wie auch unsere gemeindebaulichen Hoffnungen gestalterisch umzusetzen. Die Identifikation mit der alten und neuen Kirche durch Gemeindekirchenrat und Kirchgemeinde ist der wohl wichtigste Zukunftsbaustein.

Unsere letzten Formulierungen zum Thema Innengestaltung entstammen dem März 2015 und werden im Folgenden weiterentwickelt.

Das Konzept der Kirchenburg als Gemeindekirche, Kinderkirchenburg, Radfahrerkirche, Burgkirche und Biotopkirche wird von uns konsequent weiterbetrieben und soll zunehmend Einzug in das Kircheninnere halten.

Folgende gestalterische Umsetzung wird von uns beauftragt:


         ·        Altar als großer runder (ovaler) Tisch (Holz? Stein?) im Altarraum. Da-      neben große raumgreifende hölzerne Christusfigur „Kommt her zu mir alle…“

(Mtt. 11, 28), Christus und Altar Bildhauerarbeit aus einer Hand, holzsichtig, asymmetrisch per Mehrfachbeauftragung Bildhauer/Künstler

·        Als Kreuz das Brandkreuz rechts oberhalb des Spitzbogens im Westen als eindrücklicher zu sichernder Bestand der alten Kirche, aber eben dezentral, da sehr markant und nicht Kern der Botschaft der neuen Kirche, inwieweit Kreuz und Torso kombiniert werden können ist zu prüfen

·        Einpassung der alten Kanzel als „Zitat“, der Erkenntnis folgend, dass die neuen Fenster und die alten Kanzelfarben nicht zueinander finden können – also holzsichtig

·        Das Pult und die Bänke, das eventuell neu zu schaffende Taufgestell folgen dem künstlerischen Entwurf der vorgenannten Prinzipalstücke

·        Bzgl. Taufe im Westen suchen wir z. Zt. noch nach dem alten Taufstein, der nach Lehfeldt und Voss vor 100 Jahren in ein Museum geraten sein soll

·        Gesamteindruck: augenscheinliche künstlerische Bearbeitung des Kircheninneren ohne vordergründiges geometrisches Korsett per Zirkel und Lineal

·        Helligkeitsverlauf von Ost nach West, Herausarbeitung der Entstehungsepoche des Turmuntergeschosses / Taufkapelle

·        Verabschiedung von einer weißen Kirche, Holzsichtigkeit der segmentierten tiefenstrukturierten Decke

·        Einbeziehung des Originalverputzes

   Die oben genannten Punkte ergänzen und korrigieren teilweise unsere im März 2015 niedergeschriebene Position (siehe unten). Wir beauftragen das WA-Team, die Punkte so zu entwickeln, dass wir nach Fertigstellung eine künstlerisch gestaltete, voll funktionale Kirche betreiben können, in der die Einladung „Kommt“ für jedermann erkennbar ist, die den alten Bestand sorgsam aufnimmt und damit weiterhin ganz und gar die Funktion unserer alten Burgkirche fortführt.

Letzte Walldorfer Kirche aus dem Jahr 2007

Rückblick - Alter Katalog vom März 2015:

1.   Raumgefühl „Burgkirche“, passend zur Kirchenburg bzw. Wehranlage

2.   Gestalterische 3-Teilung: Kapelle im Turmuntergeschoss – Hauptschiff - Altarraum

3.   Sandsteinfußboden mit Stufe(n) zum Altarraum

4.   Adaption der Decken im Hauptschiff und Altarraum entlang des Vorbildes der Kirche des 16./17. Jahrhunderts. Der gleiche Grundsatz gilt für die Wände und den Verputz. (korrigiert)

5.   Kopie der Kanzel (modifiziert)

6.   „Fensterkirche“: Der Kirchenfensterbestand soll gezeigt und gestaltet werden. Fenstergruppen sind denkbar. Künstlerische Gestaltung als Extrapart (in Arbeit).

7.   Fußboden, Epitaphien, Altar(platte), Taufstein, Sakristei-Tür, eventuell der Spitzbogen im TU dürfen „steinern“ korrespondieren

8.   Der verbrannte Christus darf auch einen Platz außerhalb des Kircheninneren finden – (Zurückstellung - in Arbeit)

9.   Flexibilität des Kircheninneren: umfangreiche, aber verdeckte multimediale Ausrüstung der Kirche für ein breites Veranstaltungsspektrum

    10. Die o. g. Leitlinien sollen in Verbindung mit bzw. nach der Entscheidung       des   Orgelstandortes als Gestaltungsentwurf „ausprobiert“ werden. (vollzogen)

Beschluss – einstimmig – 04. 04. 2016

Der Gemeindekirchenrat KiGem Walldorf

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf am 28.02. 2016

 

Gemeinsam unterwegs mit dem gleichen Anliegen

2 x Bestätigung für unser Walldorfer Kirchen- und Gemeindeaufbaukonzept

 

MACH MIT! - QUERDENKER GESUCHT!

Ein Aufruf aus EKM intern

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

500 Jahre Reformation ist für uns der gebotene Anlass für ein sicherlich ehrgeiziges Projekt: Gemeinsam mit Ihnen, mit den vielen aktiven Gemeinden, aber auch mit Ideengebern aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Hochschule, Kunst und Politik, wollen wir 500 Ideen für Thüringens wertvollen, aber eben auch gefährdeten Kirchenschatz generieren. Am 19. März 2016 um 14 Uhr wollen wir mit Ihnen in der Kaufmannskirche Erfurt dieses Projektes vorstellen, was wir im Einzelnen vorhaben, wie Sie sich beteiligen können und natürlich was das Ziel dieses Querdenkerprojektes sein wird. Bitte kommen Sie und ermutigen Sie auch weitere, aktive und interessierte Mitglieder Ihrer Gemeinde, sich mit uns Gedanken zur Zukunft unserer Kirchen zu machen. Wir freuen uns auf Sie und auf den beginnenden Dialog, natürlich bei Kaffee und Kuchen!

Anmeldung erbeten bei Elke Bergt - elke.bergt@ekmd.de

Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Landeskirchenamt, Michaelisstraße 39, 99084 Erfurt | Tel. 0361/51800550 (Frau Kohlwey, Sekretariat)

WIR - das sind: Sie, die EKM, die IBA Thüringen, das Büro chezweitz aus Berlin und vor allem auch eine interessierte Öffentlichkeit!


Kirchenburg Walldorf – Überblick – Die neue Nutzung

(Modell: Architekt Karsten Merkel, Meiningen

MACH MIT – Querdenker gesucht!

Eine Landschaft voller Kirchtürme, ein Land mit unvergleichlicher Geschichte, das ist unser Thüringen! Der Dreiklang von Kirche, Pfarrhaus und Anger prägt die Mitte vieler Thüringer Dörfer und Gemeinden, Kirchtürme bestimmen die Silhouetten. Aber auch wenn die „Kirche im Dorf“ vielen Menschen wichtig ist, fällt es immer schwerer, diese mit Leben zu füllen.

Was machen wir mit unserem wertvollen Gut, der historischen Bausubstanz, die wir uns nicht wegdenken wollen, die wir aber auch nicht mehr ausreichend nutzen können? Wie können wir ein gemeinsames Nachdenken und die Entstehung sinnvoller und passender, aber auch quer gedachter und provokanter Ideen initiieren? Ist es möglich, 500 spannende Ideen für die Nutzungserweiterung, die Umnutzung oder die Veränderung unserer Kirchen zu befördern, zusammenzutragen und umzusetzen? 2017 erinnern wir an 500 Jahre Reformation - ein Anlass zum Feiern, aber vielleicht auch eine Besinnung auf die protestantischen Tugenden des Neu-, Um- und eben auch Querdenkens.

Mit dem Projekt STADTLAND: Kirche -Querdenker für Thüringen 2017, einem Kooperationsprojekt der EKM mit der IBA Thüringen, möchten wir eine Einladung an alle Gemeinden, alle Schwestern und Brüder, aber auch an eine breite Öffentlichkeit aussprechen, sich Gedanken zu machen und Ideen für unser zentrales Kulturgut Kirche in Thüringen zu sammeln, zu formulieren und sich ruhig zu trauen, querzudenken: Was könnten Kirchengebäude als belebende Zentren der Gemeinden alles sein?

Gebetskirche, Landschaftskirche, Kirchenturm-Turmkirche, Energiekirche, Marktkirche, Speicherkirche, Flüchtlingskirche, Bienenkirche, Waldkirche, Autobahnkirche, Hochzeitskirche, Meditationskirche, Schulkirche, Kunstkirche, Schlafkirche, Luftkirche, Himmelskirche, Kirchenmobil, Lebensortkirche, Zirkuskirche, Jugendkirche, Kinderkirche, Kulturkirche, Küchenkirche, Postkirche, Buchkirche, Tankkirche ... Stadtlandkirche oder auch die würdevoll verabschiedete Ruine. Was ist vorstellbar?

Dieses „Querdenker-Projekt" soll helfen, neue Idee zu generieren, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und zu informieren sowie neue Partner für Zukunftsstrategien zu finden. Das langfristige Ziel dieses Projektes ist einerseits die Initiierung eines öffentlich wirksamen Dialoges und andererseits die finanzielle und organisatorische Unterstützung bei der Umsetzung ausgewählter, verquerer Ideen. Das ehrgeizige Ziel des Projekts sind „500 Ideen für Thüringer Kirchen", die in einer großen Ausstellung im Mai 2017 allesamt in der Kaufmannskirche gezeigt werden. Mit dem ersten Schritt, dem großen Ideenaufruf starten wir, hoffentlich mit Ihnen, am 19. März 2016 um 14 Uhr in der Kaufmannskirche in Erfurt.

Wir freuen uns, wenn Sie dieser Einladung folgen würden.

                      Dr. Sonja Beeck, chezweitz; STADTLAND:Kirche

Kirchenburg Walldorf – Überblick – Die neue Nutzung

(Plan: Architekt Karsten Merkel, Meiningen

 

Meininger Tageblatt 15.02. 2016

Für die Schüler der Walldorfer Grundschule ist der Lernort längst nicht mehr nur die Schule. Es sind auch nicht mehr nur Lehrerinnen oder Hortnerinnen, die ihnen etwas beibringen… 

Walldorf–  Der Karnevalsumzug ist für die Mädchen und Jungen als auch für die Lehrerinnen der Grundschule Walldorf keine Pflichtveranstaltung. Dennoch macht der Großteil mit. Bei der Prunksitzung, die alljährlich am Karnevalsfreitag vor dem Umzug von Kindergarten und Schulen in Wasungen zelebriert wird, ist es anders. Dieses närrische Stelldichein ist Pflicht. Dafür sind in diesem Jahr per Ausnahmegenehmigung sogar die Winterferien um einen Tag vorverlagert worden. Das Karnevalstagung  im Wasunger Paradies am Freitagvormittag war offiziell Schulunterricht.

Wer bei der Traditionspflege Karneval fehlte, brauchte einen triftigen Grund und eine entsprechende Entschuldigung. Aber das kommt kaum vor, weiß Karin Andres, die Leiterin der Walldorfer Grundschule. Denn die Prunksitzung, zu der alle Klassen Beiträge beisteuern, wird in der Bildungseinrichtung vorbereitet und dieser turbulente Vormittag steht auf der Liste der Dinge, die Schüler wirkliche gerne tun, oben.

Vielfältige Angebote

Der Karneval ist, wie Karin Andres sagt, eine von vielen Schulveranstaltungen im Jahreslauf, die unter dem Motto „Lernen an einem anderen Ort mit anderen Partnern“ zusammengefasst werden kann. „Sie sind fester Bestandteil des Lehrplanes und finden in allen Klassen oder auch schulübergreifend statt.“ Die Angebotspalette, die den Klassenlehrerinnen und ihren Schülern zur Auswahl steht, ist bunt. Natur, Heimatkunde, Traditionspflege oder beispielsweise auch der Besuch eines Bürgermeisters in seinem Amt gehören dazu.

„Im Rahmen unserer Woche der Gewaltbereitschaft und Toleranz, die wir als wiederkehrende Veranstaltung hier mit hinzuzählen, sind viele öffentliche Behörden und Einrichtung wie die Polizei, das DRK, der ADAC, der Bildungsträger Meiningen, die Verkehrswacht und einige andere mit eingebunden, die uns dabei unterstützen“, erklärt Andres.

Zuverlässige und treue Partner der Grundschule sind seit Jahren im Rahmen dieses Projektes zugleich die Freiwillige Feuerwehr und der Heimatverein von Walldorf. Die Wehr präsentiert sich, ihren Fuhrpark und ihre Aufgaben wenigsten einmal im Jahr mit dem Effekt, dass sie dabei gleichzeitig Nachwuchs werben und gewinnen. Die junge Truppe mit ihren 30 Kindern und Jugendlichen, darunter Mädchen und Jungen, ist auf Kreisebene heute eine der stärksten Truppen. Alle Grundschüler sind mit dem Engagement im Ehrenamt vertraut. Ähnlich wie die Angebote der Floriansjünger sind die Veranstaltungen des Heimatvereins, die beispielsweise Weihnachts- oder Osterbräuche vermitteln, aber auch Walldorfer Mundart vorstellen, ein Selbstläufer. „Die Themen wählen sie selbst aus und unsere Schüler kommen stets beeindruckt wieder zurück“, freut sich die Schulleiterin über den funktionierenden Austausch.

Einen starken Partner hat die Bildungseinrichtung auch mit der evangelischen Kirche des Ortes.Die Kontakte gehen weit über Religionsunterricht und Schülergottesdienst hinaus. Zuletzt hat Pfarrer Heinrich von Berlepsch den Grundschülern die Wiederaufbauarbeiten auf der Kirchenburg vorgestellt und erklärt, wie sie künftig einmal genutzt werden soll. „Wir sind gespannt, was da alles entstehen wird und freuen uns, dass wir die vielfältigen Möglichkeiten künftig nicht nur im Rahmen des Unterrichts, sondern auch in den Ferien nutzen können“, verweist Andres auf eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten. Mit Kletterwand, Zeltlager, Archäologie, Biotopkirche, Backofen nennt die Leiterin all die, die ihre gerade einfallen. „Wenn das alles so wird, wie geplant, dann bereichert das unser Schulleben. Wir können uns vorstellen, die Angebote dauerhaft nutzen und in unsere Aktivitäten mit einzubauen.“

Offene Kirchenburg

Für den Pfarrer und die Kirchgemeinde ist dies eine Offerte, die sie mit der sanierten Kirche nicht nur der Grundschule, sondern den Bürgern des Dorfes und der Gesellschaft machen. Sie wünschen sich eine breite Nutzung der Kirchenburg, die in zwei Jahren wieder komplett zur Verfügung steht. Mit einem sogenannten Gemeindeaufbaukonzept werben sie schon jetzt für ihre Vorhaben. Die Grundschule mit ihren derzeit 259 Schülern, 14 Lehrerinnen und sieben Erzieherinnen wird ein wichtiger Baustein in dem großen Puzzle Kirchenbelebung sein.

Bildtext: Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch stellte Schülern der Grundschule bei ihrem letzten Besuch auf der Kirchenburg den Stand der Bauarbeiten vor

und verriet ihnen, wie sie selber künftig die sanierte Burganlage nutzen können. (Foto: Red. Oliver Benkert, MT)

Hintergrund: Die Kirchgemeinde wollte von Anfang an mehr als nur die Wiedererrichtung einer ausgebrannten Kirche. Im Gemeindeaufbaukonzept, welches stetig ergänzt und vervollständig wird, spiegelt sich dieses Vorhaben wider. Es stützt sich auf folgende Schwerpunkte: Arbeit mit Kindern und Familien innerhalb der Erlebniskirchenburg. Durch einfache Angebote wie Ausstellungen, historische Gartenanlage, Kletterwand und der Dinge mehr sollen Kirchengrenzen überschreitende Möglichkeiten für Begegnungen geschaffen werden. Denkmal- und Bodendenkmalpflege werden ähnlich gewichtig angelegt und präsentiert wie die musikalische Arbeit innerhalb einer flexiblen Kircheneinrichtung ausgebaut und gepflegt werden soll. Alles zielt auf eine offene Kirchburg ab, in der Andersgläubige und Andersdenkende aller Nationalitäten mit offenen Armen empfangen werden sollen, wie dies zum Beispiel beim jüngsten Tag der offenen Tür schon geschah.
Redakteur Oliver Benkert (Abdruck mit frdl. Genehmigung vom MT)  


 

Außerdem ein Film vom MDR

Walldorf Biotopkirche ab Minute 18.45

Link: http://www.mdr.de/tv/programm/sendung636244.html

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch  


Erinnerung

Ein Vortragsabend und eine MDR-Sendung

Die archäologischen Untersuchungen auf dem

Kirchhügel in Walldorf 2012-2015

Ein Vortragsabend in Walldorfs Kressehof – Ortsmitte

16. 02. 19.00 Uhr

Link: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.854834901195514.1073741850.563758980303109&type=3

Weitere Planung:

     ·      7. Glaskünstler erarbeiten zur Zeit Vorschläge für die neuen             Fenster der Walldorfer Kirche

·       Abgabetermin Ende März

·       Vsl. am 12.4. 2016 sollen die Arbeiten vorgestellt und sondiert werden

·       Vsl. ab dem 13.4. 2016 sind die Modelle-Zeichnungen-Entwürfe zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung im Kressehof zu besichtigen

·       Wir möchten gern Rückmeldungen erreichen, bevor der Gemeindekirchenrat unter Zuhilfenahme fachlicher Empfehlungen zu der Beauftragung der Fenster gelangt

·       Parallel und permanent laufen die weiteren Planungen und Ausführungen des Wiederaufbaus des Äußeren und Inneren der Kirche. An den visuellen Darstellungen wird weiterhin gearbeitet

·       16. 2. 2016 Baubeginn Storchenkamera 

Wir berichten künftig wieder laufend über den Planungsstand.

 Mit herzlichen Grüßen, Heinrich von Berlepsch


„Eine Kirche, die jeder versteht“

Interview: O. Benkert

Redakteur Meininger Tageblatt – 23. 01. 2016

Der Wiederaufbau der Walldorfer Kirchenburg ist mehr als eine Arbeit in Stein und Holz. Hier wird zugleich ein Konzept umgesetzt, welches der Gemeinde zu neuem Aufschwung verhelfen und aus einem biederen Gotteshaus eine Erlebniskirche machen soll, eingebettet in einem Reich aus Pflanzen und Tieren. Im Interview stellen Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch und Karsten Merkel, leitender Architekt des Kirchenwiederaufbaus, vor, was im Zuge dessen in den kommenden Monaten alles passieren wird. Eine Antwort gibt es auch auf die Frage, ob das Krippenspiel 2016 wirklich schon in der Kirche durchgeführt werden kann.

Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch und Architekt Karsten Merkel vor einem Modell der Kirche mit einer Ansicht auf die neu zu gestaltende Kirchenorgel, rechts neben dem Haupteingang. Der Auftrag zur Herstellung des Instruments ist ausgelöst. Die neue Orgel wird aber erst nach Fertigstellung des Kircheninneren eingebaut.    Foto: O. Benkert

Seit dem verheerenden Kirchenbrand im Jahr 2012 sind fast vier Jahre vergangen. Befinden Sie sich mit dem Projekt Wiederaufbau jetzt auf der Zielgeraden?

Architekt Karsten Merkel: Wir sind seit Januar 2013 auf der Zielgeraden – das ist eine lange Zielgerade.

Pfarrer Heinrich von Berlepsch: Wir errichten hier einen Kulturbau neu und keine Industrieanlage. Wir haben keinen festen Termin für die Fertigstellung. Während der Bauphase haben wir bemerkt, dass es gut ist, Ideen auch reifen zu lassen. Ziel soll es sein, eine Kirche wiederzuerrichten, welche die Walldorfer als die ihre erkennen und ins Herz schließen. Eine solche Kirche muss reifen. Wir suchen das Beste der Kirche, bauen nicht im Eiltempo sondern ergebnisorientiert.

Was haben Sie geschafft?

Merkel: Der erste Abschnitt war die Beräumung der Brandschäden und die Notsicherung. Bauabschnitt zwei war der Rohbau mit statischer Wiederherstellung des Mauerwerks, neuem Dachstuhl und Wiederaufbau des Kirchturms. Im letzten Jahr liefen verschiedene Arbeiten am und im Kirchturm und in der Kirche. Parallel dazu haben wir den neuen Leitergaden über dem großen Tonnengewölbe wieder aufgebaut.

Ein anderer Schwerpunkt war der Wiederaufbau der fünf Türme.

Merkel: Beginnend vom Leitergaden aus haben wir mit dem Nordturm angefangen, den wir modifiziert mit alten Balken des verbrannten Kirchturmdachstuhls wieder aufgebaut haben. Wir nennen ihn den Pavillon des verkohlten Holzes.

Von Berlepsch: Sachlich sind das alles Sicherungsarbeiten.

Die drei Gaden neben dem Kirchenschiff haben auch einen neuen Schliff bekommen.

Merkel: Ja, die Gaden, die über dem Mittelturm an der Ostseite stehen, sind komplett saniert worden und dienen zusammen mit dem Turm als Technikgebäude. Dort kommt der Wärmetauscher hinein. Wir haben fünf Erdbohrungen auf dem Gelände vorgenommen, um Gemeindehaus und Kirche künftig über das Gerätehaus mit Erdwärme versorgen zu können. Es war eine bewusste Entscheidung zu einer ökologischen Heizvariante, die langfristig auch eine Kostenersparnis bringen wird.

Von Berlepsch: Den Ostturm krönt das neue Storchennest, 2015 errichtet. Es ist begehrt. Bis zu sieben Störche haben wir einmal schon in unmittelbarer Umgebung gesichtet. Das Storchennest ist Teil unserer Biotopkirche. Mit der Herstellung der Türme wollten wir im Außengelände Tatsachen schaffen, die so schnell wie möglich eine Besiedlung der Flora und Fauna wieder zulassen.

Demnach ist auch die Sanierung der Wehrmauer abgeschlossen?

Merkel: Teils nach kompletter Demontage ist die Mauer wieder aufgebaut worden, teils reichte ein Verfugen. Zwei Drittel der Mauer sind fertiggestellt.

Die anhaltende Bauzeit ist vor allem ein Zeichen dafür, dass auch Geld zur Verfügung steht. Was ist bislang investiert worden und wie viele Euros könne Sie in den kommenden Monaten noch ausgeben?

Von Berlepsch: Wir können unsere Arbeiten bis zum Ende hin gut ausführen. Sie sind durch die Versicherungsleistungen gut gedeckt und wir haben für Sonderleistungen auch noch Spenden zur Verfügung. Das heißt, die Finanzierung ist bis zum Ende der Baumaßnahme gesichert.

Wollen Sie keinen Zahlen nennen oder können Sie nicht?

Von Berlepsch: Ich möchte keine nennen. Es geht um unverschämt viel Geld.

Ist das ein Glücksfall, dass Sie nicht auf jeden Cent schauen müssen?

Von Berlepsch: Das ist vor allem das Ergebnis einer guten Planung mit allen Beteiligten. Nach dem Versicherungsrecht steht uns ein Ersatzbau zur Verfügung, der mit Geld untermauert worden ist.

Das Krippenspiel 2016 wird in der Walldorf Kirche aufgeführt. Das haben Sie, Herr Pfarrer, im Sommer zur Gadeneinweihung gesagt. Stehen Sie auch ein halbes Jahr später noch zu Ihrem Wort?

Von Berlepsch: Ich habe es zum jüngsten Krippenspiel wieder gesagt. Zum Ende des Jahres werden wir in der Kirche dichte Fenster und einen Fußboden haben. Das versetzt uns in die Lage, ein Krippenspiel durchzuführen. Die Kirchweihe wird voraussichtlich 2017 stattfinden.

Merkel: Und das ist auch realistisch.

Was wird 2016 mit Blick auf die Innengestaltung der Kirche alles passieren?

Von Berlepsch: Aktuell läuft der Künstlerwettbewerb für die Gestaltung der Bleiglasfenster. Die Vorschläge sollen bis Ende März vorliegen. Daraus wird der beste ausgesucht. Gestalterisch sind die Fenster ähnlich wie die Glocken ein großes Thema. Sie sind ein Spezifikum der neuen Kirche, weshalb sie eine eigene Rolle im Kunstkonzept bekommen. Ich möchte erreichen, dass Kinder diese Gestaltung verstehen und begeistert mit dem Finger darauf zeigen. Es sollen sprechende Fenster werden, die schnell verstanden werden und keine komplizierten liturgischen Stellungnahmen abgeben.

Merkel: Wir haben uns im letzten Jahr die Ausstellung „Glanzlichter“ im Naumburger Dom angeschaut. Sie hat uns die Palette der Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Da haben wir acht Künstler ausgewählt, unter ihnen ist beispielsweise auch ein Autist, der eine ganze andere Betrachtungsweise hat.

Die Entscheidung zur Orgel fiel noch vor den Fenstern ...

Von Berlepsch: Das war ein großes Stück Arbeit, denn an der Orgel hängt die gesamte Innengestaltung. Über ein halbes Jahr haben wir uns in einem Team mit der Innengestaltung beschäftigt.

Merkel: Ähnlich wie jetzt bei der Fenstergestaltung haben wir im letzten Jahr ein Kolloquium mit vier Orgelbauern durchgeführt, die uns nach unseren Vorgaben einen Vorschlag zur Orgelgestaltung unterbreitet haben. Dann haben wir uns alles genau angeschaut und einen Sieger gekürt. Den Zuschlag erhielt der Mitteldeutsche Orgelbau. Der Auftrag ist ausgelöst und die Detailabstimmungen laufen. Für die gesamte Innenarchitektur zeichnet übrigens das Architekturbüro Osterwold und Schmidt aus Weimar verantwortlich.

Wann kommt die neue Orgel?

Von Berlepsch: Ein Jahr nach Kirchenfertigstellung, weil sie ein bestimmtes Raumklima braucht.

Merkel: Wenn wir Anfang oder Mitte 2017 fertig sind, dann kommt die Orgel 2018.

Der Fußboden wird aus Sandstein gestaltet. Wie wird die Möblierung aussehen?

Von Berlepsch: Der Fußboden wird in Form eines Puzzles gestaltet und die Spuren der archäologischen Funde im Kircheninnenraum abbilden.

Merkel: Wir haben einen Aufmaßplan von allen Fundstätten in der Kirche. Die großen Fundstätten, wie die drei Grüfte, wollen wir durchscheinen lassen. Der Besucher erfährt bei Punkt eins im Altarraum beispielsweise, dass sich hier das Grab mit dem Goldring befindet. Es wird also eine Spurensuche mit Hilfe des Fußbodens im Kirchenraum geben.

Von Berlepsch: Die Idee stammt aus der Arbeit mit Kindern.

Was ist aus dem Goldring, besser bekannt als Hochzeitsring, und der Idee, diesen für Eheschließungen nachmachen zu lassen, geworden?

Von Berlepsch: Wir haben niemanden gefunden, der dies handwerklich wie gewünscht umsetzen kann. Wir könnten nur im 3D-Verfahren ein Muster erstellen. Die Idee steht, aber die praktische Umsetzung ist offen. Anfragen gab es schon. Im Augenblick haben wir aber anderes zu tun.

Wie beispielsweise die Möblierung der Kirche ...

Merkel: Das größte Möbelstück ist in seiner Kubatur die Orgel. Das wird hergestellt. Nächstes Ausstattungsstück ist der Altar mit einem Stehpult und einem Taufbecken. Wir hatten in der Kirche sechs Epitaphien. Davon lassen wir vier Stück wieder rekonstruieren, die einen Platz bekommen und eingepasst werden müssen.

Von Berlepsch: Dazu planen wir eine Bestuhlung, die unter anderem eine Kirchennutzung in zwei Richtungen ermöglicht. Wir tasten uns entsprechend der Rangordnung an Fußboden, Orgel, Fenster und Decke langsam heran und werden schauen, was zu diesen Teilen passt. Wir möchten im Inneren eher spartanisch bleiben. Das Wesentliche der Kirche ist die Flexibilität.

Biotopkirche, Radfahrerkirche, Kinderkirche, Fensterkirche, Kirchenburg für Kletterfreunde – wie soll die Walldorfer Kirche der Zukunft aussehen?

Von Berlepsch: Der Kirchenbrand ist für uns eine Botschaft und ein Auftrag. Wir wollen nicht bei der Wiedererrichtung des Gebäudes stehen bleiben. Deshalb haben wir gesagt, wir brauchen parallel dazu ein Gemeindeaufbaukonzept. Darin hat uns auch der sichtbare Rückgang der Volkskirche bestärkt, der nicht nur der demografischen Entwicklung geschuldet ist, sondern auch in direktem Zusammenhang mit sich verändernden Menschen, deren Selbstverständnis, Bedürfnissen und Lebensformen steht. Wir wollen versuchen, die christliche Botschaft und Lebensart in den Alltag möglichst vieler Menschen zu übersetzen und ihnen dazu entsprechende Angebote unterbreiten.

Warum genügt eine einfache Kirche für Gläubige, wie sie früher einmal war, heute nicht mehr?

Von Berlepsch: Es wird eine einfache Kirche, die die Menschen abholt, vom Kind bis zum Greis. Eine einfache Kirche mit Veränderungen und Ergänzungen. Die alte Kirchentradition ist uns in einigen Punkten zu kompliziert, um sie Menschen so anzubieten. Wir wollen eine Kirche, die jeder versteht, die gelebt werden kann und offen für alle ist. Es fließt beim Wiederaufbau sehr viel Geld. Ich möchte jeden Euro so einsetzen, dass damit möglichst viel Freude und Gotteserlebnis erfahren werden kann. Wir bauen übrigens auch nicht für die Vergangenheit, sondern für die Menschen von morgen.

Merkel: Die Walldorfer Kirchenburganlage war schon immer eine andere Welt. Man muss sie erleben. Dieses spezielle Gefühl, welches sie vermittelt, wollen wir weiter ausbauen als Ort der Besinnung, als Ort zum Wohlfühlen.

Die Resonanz zum letzten Tag des offenen Denkmals hat gezeigt, dass den Menschen die Vielfalt, die ihnen auf der Kirchenburg geboten wird, gefällt. Hat Sie das in Ihrem Tun bestärkt?

Von Berlepsch: Ja. Wir haben den Tag auch ganz bewusst unter den Slogan „Mit Händen arbeiten“ gestellt. Diesen Aktivteil haben die Kinder sehr schön aufgegriffen. Wir werden dies fortführen. Hier in der Burg soll künftig zum Beispiel auch die Feuerwehr ihre Ausbildungen machen, hier soll man zelten und auch sein Brot in einem Ofen backen können. Es gibt auch eine Anfrage vom Alpenverein, der das Areal nutzen möchte. In all diesen Bereichen können wir missionarisch tätig sein.

Die Archäologen waren lange Zeit vor Ort aktiv. Ist Ihre Tätigkeit abgeschlossen?

Von Berlepsch: In Walldorf nie.

Was waren die spektakulärsten Funde?

Merkel: Wir haben über 300 archäologische Funde in den letzten drei Jahren in der Kirche und in den Außenanlagen gemacht und haben 120 sogenannte geordnete Grabstätten. Das heißt, wir haben um die 120 Skelette gefunden. Daneben haben wir alte Bebauungsstrukturen ausgegraben, die per archäologischem Bodenradar in diesem Jahr noch genauer untersucht werden. Eine Präsentation zu alledem wird es am 16. Februar um 19 Uhr im Gemeindezentrum Kressehof geben. Den Vortrag hält Dr. Seidel vom Denkmalamt.

Von Berlepsch: Ich habe Herrn Seidel auch gebeten, jemanden zu suchen, der vielleicht sogar mal eine Dissertation darüber schreibt, denn es ist alles sehr umfangreich und sensationell. Am Ende sollte ein Buch entstehen. Voraussetzung dazu ist die wissenschaftliche Aufarbeitung, die sich auch Dr. Seidel wünscht.

Und wer soll ein solches Buch schreiben?

Von Berlepsch: Das wird sich zeigen. Ich sehe es als Öffentlichkeitsarbeit der regionalen Denkmalpflege.

Herr Pfarrer, wenn der Wiederaufbau der Kirchenburg abgeschlossen ist, werden Sie gehen, haben Sie kürzlich gesagt. Nun werden sich sicher einige Walldorfer wünschen, dass der Aufbau ewig dauern möge. Aber mal im ernst, wann werden Sie Walldorf verlassen?

Von Berlepsch: Im Sommer 2019. Da habe ich mein Rentenalter erreicht.

Ist der Wiederaufbau dann wirklich abgeschlossen?

Von Berlepsch: Der Wiederaufbau ist eher abgeschlossen. Ich darf den Start mit all seinen neuen Möglichkeiten also noch mit anschieben. Ganz besonders freue ich mich auf das erste Kletterlager mit Jugendlichen an der Burgmauer. Mit Spannung erwarte ich das vorher stattfindende internationale Bildhauersymposium, welches die Mehmelser Holzbildhauerin Eva Skupin organisieren und betreuen wird. Im Rahmen dieses Künstlerlagers sollen im Sommer 2017 die Restbestände vom Brand in Form von historischen Balken und Steinen aufgearbeitet und für die Kirchenburg nutzbar gemacht werden. Das ist auch ein Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu kommt aus jedem Erdteil ein Künstler.

Ist für Sie als Pfarrer bereits ein Nachfolger im Gespräch?

Von Berlepsch: Seit Monaten wird in Walldorf heftig über meine Nachfolge diskutiert. Ich gehe fest davon aus, dass der Gemeindekirchenrat konkret auf die Suche nach einem Nachfolgerkandidaten gehen wird, der zu unserem Gemeindeaufbaukonzept der Erlebniskirchenburg passt und genauso zum neuen vereinigten Kirchspiel Walldorf-Metzels. Beschlusslage des Kirchenkreises ist eine Ausschreibung der neuen Pfarrstelle für das Kirchspiel. Das warten die Walldorfer nicht ab, weil sie es nicht den Zufall überlassen wollen. Sie gehen aktiv in die Spur und haben schon genaue Vorstellungen für das Ausschreibungsprofil. Sie werden sich auch über kurz oder lang mit den Nachbargemeindekirchenräten treffen und über die Details sprechen.

Interview: O. Benkert, Redakteur

Abdruck mit frdl. Genehmigung vom „Meininger Tageblatt“, Ausg. 23.01.2016

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

                                                 Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                         am 20.01. 2016

Zwischenbericht von der Kirchenburg

Die Entscheidung ist gefallen.

Modell von Walldorfs neuer Orgel. Sie soll ein Jahr nach Fertigstellung des Kircheninneren eingebaut werden. Am Orgelkonzept wird allerdings weitergearbeitet bis es optimiert und stimmig ist – weitere Berichte folgen. Die Entscheidung für diese Orgel war ein langer Weg. Die besondere Herausforderung lag in dem beschränkten Platzangebot im Kircheninneren und der Lage der Fenster. Für die Orgel der verbrannten Kirche war eigens eines der wichtigsten Fenster vermauert worden – wir möchte jedoch in Zukunft alle Fenster zeigen.

https://www.insuedthueringen.de/lokal/meiningen/werra-bote/Wollen-eine-anstaendige-Orgel-in-hoher-Qualitaet;art83447,4217487

Auch in Sachen Fenster bewegt sich einiges:

Das erste Treffen mit den beauftragten Glaskünstlern liegt hinter uns. Ende März erwarten wir deren Rückmeldung.

Verantwortlich für die gesamten Innenraumplanungen sind:

Osterwold°Schmidt
Exp!ander Architekten BDA
Bruehl 22
99423 Weimar
Telefon +49 3643 773 65 80
Fax +49 3643 773 65 81

 mail@osterwold-schmidt.de 
  www.osterwold-schmidt.de


Und für die Fenster außerdem: 

Nicole Sterzing

Diplom-Restauratorin (FH) für Glasmalerei und Glasfenster

Freiberuflerin in Seebergen

https://www.google.de/search?q=nicole+sterzing&espv=2&biw=1908&bih=939&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjGn5qSvrjKAhUI0A4KHQz0C_wQsAQIHg&dpr=1


Der Wind pfeift derzeit noch durch die Fenster der Walldorfer Kirchenburg. Die Kirchgemeinde hofft, sie bis zum Jahresende schließen zu können. Sieben Künstler sind jetzt aufgerufen, einen Gestaltungsentwurf vorzulegen.

Von Oliver Benkert

Mit freundlicher Genehmigung vom „Meininger Tageblatt“

Ein Kolloquium zur Gestaltung der Kirchenfenster fand am Freitag 15. Januar auf der Kirchenburg in Walldorf statt. Daran beteiligten sich sechs von insgesamt sieben Künstlern. Ein Rundgang durch die Anlage, bei dem der Sanierungsstand und die Geschichte der Anlage vorgestellt wurde, war Teil des Programms.

Walldorf - „Sie sind die Glaskünstler, machen sie mal; bringen sie Licht und Farbe in die Kirche." Was Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch gestern Vormittag so locker und lässig in den Gemeinderaum wirft, ist gewiss alles andere als eine leichte Aufgabe. Auf die Burg hatte die Kirchgemeinde sechs Künstler eingeladen, um ihnen im Beisein von einem Architektenteam, Fachleuten und Vertretern des Gemeindekirchenrates die Modalitäten des Glaskünstlerwettbewerbs sowie die Örtlichkeit und die zu füllenden 21 Kirchenfenster (eventuell später noch drei weitere) vorzustellen. Die Öffnungen stammen aus unterschiedlichen Epochen, weshalb sie sich auch in Form und Größe stark unterscheiden.

Wie alles, was seit 2012 im Rahmen des Wiederaufbaus an dem Gotteshaus passiert, wird auch bei der Konzeption des Innenraumes nichts dem Zufall überlassen. Die Fenster, die zum Teil erst durch den Brand freigelegt oder bei der Beräumung sichtbar geworden sind, sind dabei ein bedeutendes Detail, vielleicht sogar das schimmernde Juwel des Hauses. Beschäftigt haben sich damit vorab schon Fachleute wie das Architektendoppel Antje Osterwold und Matthias Schmidt, Exp!ander Architekten BDA, Weimar und Restauratorin Nicole Sterzing, die in puncto Fenster den besonderen Durchblick hat. Zusammen mit dem Gemeindekirchenrat haben sie ein Rahmenkonzept erstellt, welches den Künstlern als Leitfaden an die Hand gegeben wurde.

Künstler gestalten Entwürfe für neue Kirchenfenster

Erforderlich sind solche Vorgaben, weil die Fenster Teil eines übergreifenden Gestaltungskanons sind, der aus dem derzeit noch baulich kalten Gottesraum ein harmonisches und beschauliches Wohnzimmer machen soll. Gewünscht wird zum Beispiel eine gläserne Farbgestaltung, die den Lauf der Sonne und damit die Intensität des Lichts aufgreift und im Inneren spürbar werden lässt. So soll es einen Hell-Dunkel-Verlauf, beginnend am Altar im Osten und endend auf der gegenüberliegenden Westseite an der kleinen Taufkapelle, geben. Zugleich eine Betonung der Zweiseitenkirche, wie sie Pfarrer von Berlepsch bezeichnet, welche nicht zuletzt künftig von einer variablen Ausstattung an Sitzmöglichkeiten unterstrichen wird.

Die Fenster mit ihrer farblichen, gegebenenfalls auch malerischen Gestaltung, sollen zudem eine Atmosphäre schaffen, mit der zugleich die anderen raumprägenden Elemente von der Decke über die Wände bis zum Boden ins richtige Licht gerückt werden. Einen Spannungsbogen erhofft man sich, der sofort Sichtbares wie ein edles Möbelstück und nicht gleich Erfassbares wie die geplante Kartierung des Fußbodens, die Auskunft über die darunterliegenden archäologischen Funde gibt, miteinander verbindet.

Heinrich von Berlepsch und Karsten Merkel, leitender Architekt des Wiederaufbaus der Kirchenburg, sehen den Leitfaden nicht als Dogma. Er soll vielmehr eine Empfehlung, eine Hilfe sein und den Entwicklungsprozess am Laufen halten, an dem seit gestern die Künstler Julian Plodek, Eva Skupin, Andreas Scorupa, Thomas Jessen, Evelyn Körber, Wolfgang Nickel und Helge Warme mitwirken. Sie haben sich nach einführenden Worten, einem Rundgang durch die Anlage und einer lockeren Gesprächsrunde ein umfassendes Bild von der Aufgabe machen können, der sie sich jetzt stellen sollen.

„Die Stimmung zum Abschied war bei allen Beteiligten sehr gut. Man hat gespürt, dass alle emotional angeregt und motiviert sind", fasste der Pfarrer seine Eindrücke des Kolloquiums zusammen. Bis Ende März sollen die Vorschläge der Künstler vorliegen. Ihre Vorstellungen und Ideen haben die sieben kreativen Köpfe bis dahin in drei vorgegebenen Fenstern darzustellen und letztlich auch zu verteidigen. Dann wird es einen Findungsprozess geben, in den die Gemeinde mit eingebunden wird, und an dessen Ende voraussichtlich ein Künstler den Gestaltungszuschlag erhalten wird.

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch



Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Heinrich von Berlepsch

Kirchenburg Walldorf am 29. 12. 2015

Geschichte wiederholt sich!!!

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch

Kirchenburg Walldorf

Geschichte wiederholt sich!!!

Gott spricht:

Ich will euch trösten,

wie einen seine Mutter tröstet.

Jesaja 66,13

Zuerst hat Gott dieses Wort zum Volk Israel gesprochen. Rund 2500 Jahre ist das her. Heute sagt Gott dieses Wort einmal mehr zu uns und zu den Neuen in unserem Land. 

Worum geht es:

Die Angesprochenen damals hatten schlimme Zeiten erlebt. Ihre Heimat war zerstört worden und große Teile des Volkes lebten nun im Ausland. Vier Jahrzehnte mussten sie in der Fremde bleiben. Endlich konnte der Rest des Volkes wieder heimkehren. Doch alles lag in Trümmern. Jerusalem war eine Geisterstadt und die Menschen waren mutlos und ohne Hoffnung. Wie soll aus Ruinen wieder eine Stadt werden, in der es sich zu leben lohnt?

Da hinein spricht Gott: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Ihr sollt erfahren, dass die bösen Zeiten zu Ende sind und eine bessere Zukunft auf euch wartet. Ihr werdet wieder aufrichten, was am Boden liegt. Die Wunden der Vergangenheit sollen geheilt werden. Was ihr heute noch für unmöglich haltet, wird geschehen. Ihr werdet euch wieder freuen und lachen können – so damals.

Es fällt gewiss nicht schwer in dem Rahmen sofort an Syrien zu denken und manch andere Orte unserer Erde. Herberge zu geben, Gast im fremden Land zu sein und manchmal auch da zu bleiben ist so alt wie wir Menschen sind, genauso alt ist das Thema fortwährenden Wiederaufbaus!!

Wir stehen aktuell vor der großen Menscheitsaufgabe viele Plätze unserer Welt befrieden und neu arrangieren zu müssen, auch sie wieder aufzubauen.

Der Kontext der Jahreslosung 2016 erinnert uns also auch an den großen Wiederaufbau einer Heimat vor 2500 Jahren. Dazu brauchte es damals bereits den Geist und die Unerschrockenheit der „Trümmerfrauen“, Klugheit, Engagement – Menschen, die ihrem Herzen folgen - keiner gibt grundlos seine Heimat auf - und wenn sie noch so verloren scheint, dann wird sie eben wieder neu aufgebaut!!

Gottes Segen uns allen

für das neue Jahr 2016!!

Der Weihnachtswunsch bleibt:

Friede auf Erden!!!

Ihr Heinrich von Berlepsch

Kirchenburg Walldorf am 17.12. 2015

Krippenspiel der Walldorfer Kinder

in der Nachbar-Kirche in Melkers (2014)!

Ohne die freundliche Aufnahme durch alle unsere Nachbarn

für zahlreiche Veranstaltungen könnten wir Walldorfer

nicht so geduldig unsere Kirche bauen.

Wir möchten uns bei allen für das „Asyl“ bedanken!!

 

Bitte verzeihen Sie mir den Vergleich mit Asyl,

der dient nur als Erinnerung:

Wenn Menschen Menschen helfen, gewinnen immer beide Seiten,

allerdings versteht diese uralte menschliche Weisheit nur,

wer sie tatsächlich erprobt.

 

In der Weihnachtsgeschichte der Bibel begegnet uns beides,

auf der einen Seite maßlose Härte und Kälte,

auf der anderen Seite Wärme und Geborgenheit.

Auch eine Ausländergeschichte ist die aus Lukas 2: die Könige,

zugleich die Geschichte von Menschen, die draußen sind: die Hirten,

ebenso die Geschichte einer Flucht: Maria und Joseph müssen ganz am Ende das Land verlassen,

finden Asyl in der arabischen Welt, in Ägypten, wo bereits andere Landsleute „zu Hause“ sind,

weil der eigene König Herodes nichts ärger fürchtet, als seine Ablösung und den Verlust seiner Privilegien.

Es war einmal…

etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz einer kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen". Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas -gesehen.

"Los kommt, wir gehen." "Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?" "Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: 'Ausländer raus'!"

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht's besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen ... Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! - Aber die VW's und BMW's begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die "Stille Nacht" durfte gesungen werden - Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

Nur eines wollte nicht in das Bild passen: das Kind in der Krippe, sowie Maria und Josef waren geblieben. - Ausgerechnet drei Juden! Wir bleiben, hatte Maria gesagt, wir bleiben in diesem Land an der Seite aller Aufrechten und Barmherzigen, wer sonst kann den Gidas auf den Straßen den Weg zurück zeigen!


von Helmut Wöllenstein: Das Märchen vom Auszug aller "Ausländer"

Besinnliche Weihnachten

wünscht Ihnen,

Ihr Heinrich v. Berlepsch


Information – Walldorf – Kirchenburg


Hier einige Kalenderblätter

Der Walldorf-Kalender wurde ausgeliefert und kann bei mir abgeholt werden.

Der Kalender hat A3 Format und enthält 13 historische Fotos und Zeichnungen in schwarz-weiß.

Wer Interesse hat, sollte rechtzeitig BEI MIR bestellen entweder per Mail oder FB oder Zettel.

Der Kalender ist wie immer limitiert.

Der Kalender wird abgegeben gegen eine Spende von 20 €.

Nachbestellungen gibt es nur, wenn sich die Stückzahl lohnt.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich von Berlepsch










Kirchenburg Walldorf                  am 05.11. 2015


Kirchenburg Walldorf

Tag des Offenen Denkmals

Thema: „Mit den Händen arbeiten“

700 Besucherinnen und Besucher


Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,
gerechnet hatte ich mit 200-300 Gästen auf der Kirchenburg – es waren 700!

Besonderes Merkmal, die durchschnittliche Verweildauer lag bei 1-2 Stunden. Wir hatten also reichlich Gelegenheit für unser Projekt als Kinderkirchenburg, Radfahrerkirche, Biotopkirche und nicht zuletzt Gemeindekirche zu werben. Genau diese Kombination soll nach Fertigstellung der Bauarbeiten vollends belebt werden und funktionieren und dazu braucht es Menschen, auf die der „Funke“ überspringt… einen spürbaren Schritt in genau diese Richtung konnten wir am Sonntag miteinander gehen – die Resonanz war groß!!

Unsere wichtigsten Handwerksbetriebe waren dabei

und haben sehr erfolgreich Kinderprogramm gestaltet.
Kleiner Steinmetz

Der Architekt Karsten Merkel, der Baumeister Wieland Kirchner, der Biologe Wigbert Schorcht und der Zimmermeister Frank Danz

erklärten den interessierten Erwachsenen die Details des Wiederaufbaus.
  Jungarchäologen
  Handwerk
Thema: Mit den Händen arbeiten 

Für jede/n war etwas dabei!
Das Gesellenstück eines unserer Zimmermeister 

Auch zahlreiches historisches Handwerkszeug war zu sehen.

Essen und Trinken hat trotz 3-facher Gästezahl dennoch gereicht.

An dieser Stelle mein ganz großes Dankeschön allen Helferinnen und Helfern, Spendern und Gästen!! 

Danke für Ihr Interesse!

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch

 

Kirchenburg Walldorf              am 06.09. 2015

Kirchenburg Walldorf

Tag des Offenen Denkmals

Große Gelegenheit, unsere Kirchenburg zu besuchen!!!

Thema: „Mit den Händen arbeiten“

Führungen + Workshops – auch für Kinder!

Wir zeigen, was wir geschafft haben,

den aktuellen Stand der Arbeiten

und wie es weitergeht!

13. Sept. 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr – Kirchenburg

Handwerk - „Mit Händen arbeiten“

Das große Thema für den Tag des Offenen Denkmals lautet „Handwerk, Technik, Industrie“ - wir setzen unseren individuellen Schwerpunkt. Anlass sind die Nachwuchssorgen unserer Baubetriebe. Wir wollen zeigen, dass Handwerk und Denkmalsanierung begeistern können, wollen Lust machen, mit Händen Bleibendes zu schaffen.

Alle sind herzlich eingeladen!!

Kinderprogramm zwischen 12.00 und 17.00 Uhr

Folgende Stationen des Handwerks sind geplant:

Bauunternehmen Kirchner                 Herr Wieland Kirchner

Steinmetz Möller       Herr Möller

Zimmerei Danz Herr Frank Danz

+ Hadrobau       Herr Lutz Heim

Dachdecker / Forch  Herr Tino Forch

+ Metallrestauration Manfred Rauch

Turmuhren + Glocken       Herr Steffen Willing

Archäologie      Frau Regina Frimel

Biotopkirche     Wigbert Schorcht

Künstlerin (Glockenzier)   Eva Skupin

Die Liste ist offen für weitere Beteiligungen

 

Kinderprogramm durch die Baufirmen und Astrid Iwig

Allgemeine Führungen durch:

Pfarrer H. v. Berlepsch

 

Leitender Architekt Karsten Merkel

Die Planer


Eisenflechter

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                                 10. 07. 2015


3. Richtfest am 09. 07. 2015

in der Kirchenburg Walldorf

Foto: Kirchenburg Walldorf – Heinrich Frhr. von Berlepsch

Der "Pavillon des verkohlten Holzes" - er musste herhalten für das Richtfest... wieder unter der alten Turmspitze stehen innerhalb eines der 5 Wehrtürme. Die über 400 Jahre alte Zimmererarbeit haben wir gerettet und als Branddenkmal rekonstruiert, nun auch mit der Funktion eines Aussichtspunktes mit Blick auf die Wegeführung der alten Heer- und Handelsstraße, an der unser Dorf in über 1000 jähriger Geschichte gewachsen ist.

Foto: Kirchenburg Walldorf – Heinrich Frhr. von Berlepsch

Zum Termin, auf den wir uns schon lange gefreut haben, wollten wir unbedingt unsere gesamte Kirchenfassade zeigen. Das Gerüst musste weg und die Baustelle aufgeräumt werden, wir haben es geschafft. Eine steinsichtige Kirche, "veredelt" durch Steinmetzarbeiten - eine Biotopkirche ist daraus geworden, mit Nisthöhlen für Fledermäuse, Vögel und Insekten. Mit einen Vollverputz wäre das so nicht zu machen gewesen. Der Sockel ist noch unfertig, dort beginnen in Kürze die Erdarbeiten, Fundamentuntersuchungen und auch wieder die Arbeit der Archäologen.
Foto: Kirchenburg Walldorf – Heinrich Frhr. von Berlepsch
Das neue Bild der Kirche, noch klaffen Fenster"löcher", doch die Namenslisten für die Glaskünstler sind schon in Vorbereitung. Nächste Woche startet auch bereits der erste Termin mit 4 Orgelbaumeistern... es geht voran

Foto: Kirchenburg Walldorf – Heinrich Frhr. von Berlepsch

Der neue Mauergaden, eine raffinierte Zimmerer und Statikerarbeit. Vor 50 Jahren wurde der alte eingelegt, Zeit für den neuen, denn das handgemauerte Gewölbe darunter durfte auf keinen Fall zusammenstürzen. 80 Menschen können bequem darunter sitzen und feiern... und am Ende entsteht daneben Walldorfs neuer Dorfbackofen, denn der alte ist ebenfalls vor Jahren verschwunden, nun wird der neue inmitten der Kirchenburg gemauert. 

Freitag, 10. Juli 2015 WERRA-BOTE

Abdruck mit freundlicher Genehmigung

der Zeitung „Meininger Tageblatt“

http://www.insuedthueringen.de/lokal/meiningen/werra-bote

Artikel von Oliver Benkert

 
Die wichtigste Nachricht zum Pavillon-Richtfest und zur Gaden-Einweihung an der Walldorf Kirche fiel ganz nebenbei: Das Krippenspiel im kommenden Jahr soll in der neuen alten Kirche aufgeführt werden.Foto: Oliver Benkert
Karsten Merkel, leitender Architekt für den Wiederaufbau der Walldorfer Kirchenburg, Zimmermeister Frank Danz von der gleichnamigen Walldorfer Firma und Pfarrer Heinrich von Berlepsch begrüßten die Gäste zum Richtfest mit Sprüchen und Dankesworten vom "Pavillon des verkohlten Holzes" aus. Foto: Oliver Benkert
Ein Prost unter Bauleuten: Der neu aufgebaute Gaden im oberen Bereich der Kirchenburg erlebte heute Nachmittag seine erste Feier.

Walldorf - Donnerstagnachmittag, Richtfest auf der Kirchenburg in Walldorf. Ganz geschickt hat Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch den Kernsatz seiner Festrede ans Ende gepackt: "Jedes Wort zum Richtfest, das über ein Prost hinausgeht, ist ein Wort zu viel." Gesagt hat das der Bauleiter seines Altersruhesitzes in Dresden, auf den er sich in vier Jahren zurückziehen will.

Die Walldorfer Kirche, die 2012 bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, wird bis dahin rundum saniert und restauriert wieder im Dienst stehen. Der leitende Architekt Karsten Merkel geht davon aus, dass die Fertigstellung des gesamten Ensembles 2017 erfolgt. Walldorfer, die ihre Kirchenburg dann nach langer Zeit erstmals wieder betreten, werden stauen, was für ein Schmuckstück daraus geworden ist.

Aber bis dahin gibt es noch viel zu tun. Die heutige Feier war auf dem Weg zur Fertigstellung nur eine Etappe. Genau gesagt die dritte, wenn man es an den bislang zelebrierten Richtfesten misst. Eingeladen dazu hatte Pfarrer Heinrich von Berlepsch diesmal fast ausschließlich Handwerker.

Also all jene, die in den letzten Wochen und Monaten dafür gesorgt haben, dass der alte Gewölbekeller im nördlichen Teil der Kirchenburg wieder ein Dach über den Kopf bekommt. Keine neue Erfindung, stand doch vor gut 50 Jahren an gleicher Stelle ein alter Leitergaden, eine Art Lagerscheune, welche die Zeit in die Knie zwang. Kurz vor dem Zusammenfall wurde das Gebäude eingerissen. Leider ersatzlos.

Dies hatte zur Folge, dass der darunterliegende Gewölbekeller über Jahrzehnte durchfeuchtet und dadurch das Mauerwerk stark angegriffen wurde. Jetzt, wo er wieder gegen Unwetter und Nässe geschützt ist, soll er ausgetrocknet und dann ebenfalls saniert werden.

Anders als beim Gaden, welcher für religiöse Feste oder weltliche Feiern, als Theaterbühne oder Unterstellmöglichkeit genutzt werden kann, wird der Keller ein stiller und dunkler Ort bleiben. Als Puzzleteil der Biotopkirche dient das Gewölbe Fledermäusen als Winterquartier. Das heißt, es darf über mehrere Monate gar nicht betreten werden, um die Tiere nicht zu stören.

Eine sichtbare Erinnerung an den Brand steht auf dem Nordturm der Burganlage. "Hier haben wir eine 400-jährige Zimmererarbeit, die einfach nicht in den Sondermüll gehörte", erinnerte der Geistliche daran, dass die einstige Turmhaube ganz bewusst aufgehoben worden ist.

Die Eichenbalken seien zwar angebrannt und angekohlt, würden aber als Dacheindeckung des künftigen Aussichtsturmes bestimmt weitere Hundert Jahre ihren Dienst tun. Einen Namen hat die Plattform mit dem kleinsten Dach des Kirchengebäudeensembles auch schon: Pavillon des verkohlten Holzes.

Der lauschige Platz ist offenbar schon von einem Heiratswilligen entdeckt worden, der den Pfarrer fragte, ob sich dort nicht auch künftig Liebespaare das Jawort geben könnten. "Ich sage dazu nur: Die neue Kirche bekommt auch ein neues großes Holztor. Und was dahinter geschieht, ist Walldorfer Angelegenheit."

Das ist leicht dahin gesagt. Von einer Biotopkirche aus zwitschern sich solche Dinge schnell in der Welt herum. Jetzt, wo die Fassade des Gotteshauses ihr zweijähriges Korsett abgelegt hat und ihr makelloses Mauerwerksgewand zeigt, lassen sich auch die verschiedenen Vögel besser beobachten, die Turm, Dach und Löcher im roten Sandstein als Brut- und Heimstatt nutzen. Hier singen nicht nur Stare, Dohlen, Meisen und Mauersegler, auf der Burg klappern auch schon die Störche. (O.B.)

Danke für Ihr Interesse!
Weitere Informationen folgen.
Herzliche Grüße,
Ihr Heinrich v. Berlepsch


Ein ganz normaler Bautermin…

Frühjahrsgruß von der Kirchenburg – Biotopkirche!

Jeden Dienstag ist Baubesprechung in der Kirchenburg. Diesmal nam ich die große Kamera mit!! Im Link die Bilder:

https://plus.google.com/u/0/102645448282862790764/posts/b6hDLgNPV5f?pid=6142770857326712658&oid=102645448282862790764

Außen und innen geht es rasch voran… 2016 wollen wir die Kirche wieder nutzen! 


Eisenflechter – die Mauer muss den neuen Gaden tragen.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch - Kirchenburg Walldorf


Ein Spuckstein entsteht.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch - Kirchenburg Walldorf


Der Hauptbauplatz.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch - Kirchenburg Walldorf



  …über den Köpfen die Störche. Sie kämpfen noch immer darum, wer in der Kirchenburg seine Jungen aufziehen darf.
Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch - Kirchenburg Walldorf


Die „Fensterkirche“ – Die Orgelplanung und Fensterplanung ist im Gange.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch - Kirchenburg Walldorf

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                   07. 04. 2015


Mittwoch, 1. April 2015 Seite 15 WERRA-BOTE

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Zeitung „Meininger Tageblatt“

Artikel von Oliver Benkert 

https://www.insuedthueringen.de/lokal/meiningen/werra-bote/Jetzt-die-Kirche-von-Morgen-bauen;art83447,3995006

Jetzt die Kirche von Morgen bauen

Drei Jahre nach dem verheerenden Kirchenbrand in Walldorf laufen die Wiederaufbauarbeiten auf Hochtouren. Es wird auf jeden Fall noch weitere drei Jahre dauern, bis die in Thüringen einmalige Kirchenburgsanierung zum Abschluss kommt.

Modell der Kirchenburg, Architekt Karsten Merkel

Walldorf- Jeder, der einmal ein Haus gebaut hat, weiß, dass man mit bauen eigentlich nie fertig wird. Ist man hinten fertig, fängt man vorne wieder an. So wird es sicher auch der evangelischen Kirchgemeinde Walldorf ergehen, die nach dem Brand am 3. April 2012 mitten im Dorf eine der größten Kirchenbaustellen Thüringens einrichtete. In den drei Jahren, in denen vor allem Handwerker unterschiedlichster Gewerke vor Ort tätig waren, konnte Beachtliches geleistet werden: Komplett saniert steht der Turm da und gefällt mit seinem neu verfugten Sichtmauerwerk. In ihm als Herzstück schlagen vier nicht mehr ganz jungfräuliche Bronzeglocken und drei Zifferblätter zeigen den Menschen die Zeit an. Sichtbares Zeichen des Baufortschritts ist zudem das mit roten Ziegeln eingedeckte Kirchendach.

Die Burg ist Baustelle

Was sich sonst noch tat und tut, erschließt sich bei einer äußerlichen Betrachtung nicht. Dazu muss man hinein in die Baustelle und sich auf einen Rundgang einlassen. Möglichst in Begleitung der beiden Protagonisten des Wiederaufbaus, Pfarrer Heinrich von Berlepsch und dem leitenden Architekten Karsten Merkel. Ansonsten kommt man nämlich aus dem Staunen kaum heraus und verliert schnell die Übersicht. Denn die Zeit, in der allein die Kirche mit ihrem Turm im Mittelpunkt stand, ist längst vorbei. Die Baustelle ist die Burg, das Gotteshaus ein Teil von ihr. Und die Baustelle ist umfangreicher, als viele bisher glaubten.

Architekt Merkel fasst dies mit einem Satz zusammen: „Wir haben die Hälfte des Sanierungsaufwandes noch lange nicht erreicht." Das wird einem schnell bewusst. Betritt man den Fußweg hinauf zur Kirche, zeigen einem Gerüste am äußeren Mauerwerk schon an, dass man auf Sanierungsterrain steht. Spätestens am Eingangsbereich wird deutlich: Vorsicht, überall Baustelle!

Handwerker haben den steinernen Torbogen abgenommen, um den Sockelbereich sanieren zu können. „Hier müsst ihr drei bis vier Steinschichten abtragen", erklärt Merkel einem Vorarbeiter, wie das angrenzende Mauerwerk, welches das Tor stützt, wieder eigene Standfestigkeit erlangt. Dann zeigt er Pfarrer von Berlepsch eine Zeichnung, auf der ein spitz zusammenlaufendes, massives Holztor zu sehen ist. Gedacht ist es für den Eingangsbereich. Offenbar gibt es da noch Gesprächsbedarf. Einig sind sich aber beide, den Eingang mit einem geschlossenen Tor, ausgestattet mit einer kleinen eingebauten Zugangstüre, zu versehen.

Das weckt die Neugierde künftiger Besucher. Wenn sie das Tor durchschreitend geradeaus weiterlaufen, stoßen sie direkt auf den nördlichen Burgbereich, der momentan so hergerichtet wird, dass er sich hervorragend für unterschiedlichste Anlässe, für Feiern und Feste eignet. Auf der großzügigen Fläche, die sich leicht erhöht zur Burgmauer zieht, wird eine überdachte Freilichtbühne entstehen. Geplant ist hier der Aufbau eines offenen Fachwerkgebäudes, wie es einst als Leiter-Gaden dort schon einmal stand. Erst das Fehlen jenes Nebengelasses hat gezeigt, wozu es noch diente: Es schützte den darunterliegenden Keller vor Nässe.

Grüne Oase der Stille

Anders die beiden Türme auf der gegenüberliegenden Seite. Der Ostturm, heute Träger des erhöhten Storchenhorstes, kann über eine Treppe nach unten quasi von innen besichtigt werden. Sein Pendant, der Südturm, erhält eine obere und untere begehbare Plattform. Die quirlige Nordseite der Burg bekommt mit Südseite ein Gegenstück. Und zwar eine grüne Oase der Stille, die zum Innehalten anregen und der Natur mit Pflanzen und Tieren Raum geben soll. Sie wird daher nur beschränkt begehbar sein.

„Ich kann mir zum Beispiel eine Nutzung im Rahmen des Biologieunterrichts vorstellen." Es ist eine von vielen Ideen des Geistlichen, mit denen er eine Kirche von Morgen errichten will, die in seiner Vorstellung ein heiliger, aber auch ein weltlicher Ort werden soll. Wen wundert's da, dass der höchste Punkt der Außenmauer, die in den kommenden Monaten Stück für Stück in die Kur genommen wird, gleichzeitig als Kletterwand nutzbar sein soll. Weil das Abseilen am Turm aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist, wird diese Funktion auf die zehn Meter hohe Sandsteinwand mit Blickrichtung Pfarrgasse übertragen.

Ein offener Raum

Fantasie ist zugleich bei der Ausgestaltung des Kircheninneren gefragt. Noch kann sich kaum einer vorstellen, wie das religiöse Wohnzimmer der Gemeinde mit seinen 34 unterschiedlich verglasten Fenstern in all seiner Offenheit einmal ausgeleuchtet und strahlen wird. Auch nicht, wie die neue Kirche im Baustil von 1580 aussieht, von welcher der Pfarrer gerne redet. Es wird ein großzügiger Raum ohne Emporen sein. Das steht fest. Er wird mit einer modernen Orgel bestückt, die in der Ecke links neben dem Hauptzugang eingebaut wird. Offen stellt sich Heinrich von Berlepsch zugleich den Altarraum vor. Die Gesamtausstattung darf man sich spartanisch, zweckentsprechend und praktisch denken. Was alles wie Zukunftsmusik klingt, beschäftigt seit drei Jahren eine Vielzahl an Fachleuten.

In die Sanierung der Kirchenburg sind bislang 3,2 Millionen Euro geflossen. 300000 Euro gingen an Spendengeldern ein. In den nächsten Jahren wird das ehrgeizige Projekt weitere Millionen verschlingen.

„Meininger Tageblatt“, 01. 04. 2015, von Oliver Benkert

Plan der Kirchenburg, Architekt Karsten Merkel 

Zwischen Sonntagspredigt und Erlebniskirche

Fragen von Oliver Benkert

Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch beantwortet im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Kirchenburg drei Fragen, die viele Menschen bewegen.

? Wann wird das Walldorfer Gotteshaus wieder nutzbar sein?

Weihnachten 2016 möchte ich das Krippenspiel als besonderes Ereignis in der neuen Walldorfer Kirche aufführen lassen.

? Was versprechen Sie sich von einer Umgestaltung

der Kirchenburganlage

zu einer Erlebniskirche?

Wir, der Architekt Karsten Merkel und ich, wollen, dass Kirche funktioniert. Als Kinderkirche, als Biotopkirche, als Radfahrerkirche, als religiöser und kultureller Ort für die unterschiedlichsten Anlässe, Feste und Feiern.

? Warum muss eine Kirche heute

mehr als nur eine Kirche sein?

Weil ich mit einer Sonntagspredigt alleine heute keinen mehr hinter dem Ofen vorlocke.

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Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                    28. 03. 2015

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg!!

Karfreitag erinnern wir uns

an den großen Brand vor exakt 3 Jahren.

Es geschah am Dienstag vor Ostern,

den 3. April 2012 16.35 Uhr,

dass unsere Kirche in Flammen aufging.

Wir werden das Ereignis in diesen Tagen mehrfach berühren. Vorab jedoch möchte ich Ihnen Bilder vom Wiederaufbau zusenden. Genauere Informationen folgen durch Funk und Presse.



Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Baustelle „Kirchenburg“ - Draufsicht vom Storchennest aus.

Der leitende Architekt Karsten Merkel aus Meiningen treibt den Wiederaufbau mit viel Geschick und Engagement auf breiter Basis voran – die Fotos berichten die Details.

 

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Keiner soll sagen, wir würden keinen Staub aufwirbeln. Steinmetzen (Fa. Thomas Möller, Gotha) ersetzen Spucksteine und Fenstereinfassungen …und hinter dem Nebel wird von unseren Zimmerleuten die alte Turmhaube "gerettet". Sie soll als Aussichtspunkt auf einen der Türme gehoben werden. So errichten wir ein erstes Denkmal des Brandes, zugleich ein Erinnerungsstück an eine fast 400 Jahre alte Zimmererarbeit. Außerdem gewinnen wir per Aussichtspavillon einen besseren Blick auf die „Hohe Straße“, an der gelegen Walldorf entstanden ist.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

...dazwischen wird 120 m tief gebohrt. Wir wollen unsere Energie aus der Erde ziehen und Ressourcen schonen. Auf die Ergebnisse sind wir gespannt. Immerhin liegen wir im Werratal. AN: Ingenieurbüro NIEHSEN-BAUMANN, Chemnitz

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Die instabile Mauer im Eingangsbereich muss dringend in Ordnung gebracht werden – wir (Fa. IBU Kirchner, Meiningen/Utendorf) haben damit begonnen. Unser Leistungsumfang wächst ständig. Das Löschwasser und die komplexen Bauarbeiten ziehen unabwendbar dererlei Maßnahmen nach sich.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Auch die Burgtürme werden überarbeitet.

 

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Oben am Turm ist die (Vogel-)Welt bereits in Ordnung. Unsere Biotopkirche ist bei den auf der roten Liste stehenden Dohlen jetzt schon ein Erfolgsmodell: Im letzten Jahr hatten wir ein Brutpaar, in diesem Jahr sind es mindestens FÜNF!!! Im Augenblick sehen sich auch Turmfalken die neuen Brutmöglichkeiten an.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

…nur der Storch hat noch keine Partnerin gefunden. Gelegentlich hocken aber doch bereits zwei auf dem nagelneuen Nest.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Das Kircheninnere wirkt noch immer wahrhaft archaisch. Immerhin hat der Fußbodenaufbau bereits begonnen. Die Steinmetzen arbeiten engagiert an den Tür- und Fensteröffnungen, wie auch an der Außenfassade.

Vor etwa einer Woche haben wir unter Einbeziehung von mehreren Orgelfachleuten den Standort für die neue Orgel festgelegt. Sie soll an dem Platz zwischen der alten Eingangstür und dem Spitzbogen errichtet werden. Lange haben wir daran gearbeitet, nun ist für Osterwold &Schmidt (Architekten BDA, Weimar) der Weg frei für die nächsten wichtigen Schritte zur Schaffung der neuen Innenarchitektur. 2016 möchte ich das Krippenspiel wieder in der Walldorfer Kirche haben, wie die jedoch aussehen wird, werden wir noch entwickeln. Es wird keine neuen Emporen geben… unsere Überlegungen gehen in Richtung 1580, also hin zur vorletzten Kirche. Die ist kostengünstiger, nicht so zugebaut wie die 1650er Kirche und zeigt Spitzbogen und Ostfester. In der letzten Kirche waren beide Gestaltungselemente nicht sichtbar.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Hier die bemerkenswerte Arbeit unserer Steinrestauratorin Andrea Neid aus Elleleben (Thür.) - Arbeitsstand. Sie rettet gerade eben das Ritterpaar Marschalk von Ostheim. Bernhardt MvO war ein bedeutender Mann der Regionalgeschichte und wir haben sehr um seine „Auferstehung“ gebangt. Manche Epitaphien hat der Brand sogar pulverisiert, MvO „nur“ in hunderte Stücke zerlegt.

 

Danke für Ihr Interesse!

Weitere Informationen folgen.

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                     03.02.2015

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg!!

Bevor wir in Kürze das Thema neue Innenarchitektur entfalten, möchte ich Sie einladen, sich an unsere Themen für den Wiederaufbau zu erinnern:

·        Gemeindekirche

·        Kinderkirchenburg

·        Radfahrerkirche

·        Biotopkirche

Die Reihenfolge der Aufzählung hat nichts mit einem Ranking zu tun. Das alles greift ineinander und bildet Schwerpunkte unserer Arbeit. Über die Links oben erhalten Sie Zugang zu unserer „Biotopkirche“. Wir möchten Ihnen zeigen, was wir in den letzten Monaten AUCH getan haben und wohin wir AUCH wollen.

Weshalb treiben wir diesen Aufwand um eine „Biotopkirche“?

Hier einige Gründe:

·        Bewahrung der Schöpfung

·        Bauherrenpflicht(!) Ich sage das, weil jeder Bauherr vorhandene "Natur" zu erhalten gesetzlich verpflichtet ist - wir gehen allerdings weit über unser Pflichtprogramm hinaus.

·        Kinderkirchenburg: Wir wollen unseren Kindern auch innerhalb unserer kirchlichen Arbeit Natur erlebbar machen, ihnen einen lebendigen Platz bieten, an dem sie glücklich sind.

·        ...genau DAS tut auch uns Erwachsenen gut·        Außerdem: Wir suchen neue Kontakte und Vernetzungen

Hier ein paar Infos. Das Material ist so umfangreich, dass Sie besser von den Links Gebrauch machen.

Aus Bohrlöchern werden Nistplätze.

Foto: Biotopkirche Walldorf

Das Bohrloch einer Vernadelung.

Foto: Biotopkirche Walldorf

…fertig ist die Nisthöhle

Foto: Biotopkirche Walldorf

…für Fledermäuse

Foto: Biotopkirche Walldorf

…und das ist eine Entlüftung.

Foto: Biotopkirche Walldorf

Durch die Entlüftung wurde ein neues Winterquartier für Fledermäuse möglich.

Foto: Biotopkirche Walldorf

Hier die Beschreibung

Pfarrarchiv: Auftragsarbeit des MfS an eine Firma.

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Aktenfunde/Isolierungslager/_node.html

Wir arbeiten nach Plan.

Foto: Biotopkirche Walldorf

…und sind auch bei den Dohlen erfolgreich.

Foto: Biotopkirche Walldorf 

2 x haben sie gebrütet, trotz Bauerei.

Foto: Biotopkirche Walldorf

Die „Wohnung“ der Dohlen hinter Holzschiebern.

Foto: Biotopkirche Walldorf

Das neue Storchennest

Foto: Biotopkirche Walldorf

Nistplätze zwischen den Sparren in den Belüftungen des Daches.

…und noch sehr vieles mehr finden Sie über unsere Links.

Foto: Biotopkirche Walldorf
http://www.ardmediathek.de/tv/MDR-TH%C3%9CRINGEN-JOURNAL/Biotopkirche-bietet-Nistplatz-f%C3%BCr-Meist/MDR-TH%C3%9CRINGEN/Video?documentId=26265176&bcastId=7545420

Danke für Ihr Interesse!

Herzliche Grüße,

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                      27. 12. 2014

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,

es geht nahtlos weiter:

auf 2014 folgt 2015,

auch der Wiederaufbau läuft nonstop!!

         Foto Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf – Turmuhr – Restaurierung Fa. Steffen Willing, Gräfenhain

180 Jahre Schlosser- bzw. Turmuhrmachermeisterhandwerk begegnen uns in diesem Poster zur Jahreslosung 2015 – zu besichtigen auf dem Walldorfer Kirchturm! Hinter uns liegt ein großes Jahr des Wiederaufbaus, in dem alle Meister und Gesellen, alle Planer, Bauschaffenden und Ingenieure zeigen konnten, wozu sie in der Lage sind. Immer wieder hatten wir Gelegenheit, echte Begeisterung zu erleben. Der aktuelle Stand des Wiederaufbaus ist für viele überzeugend, das Zusammenspiel war hervorragend – so taugt unser altes Walldorfer Uhrwerk ganz sicher als Symbol für das Miteinander. Jemanden herausheben für besondere Leistungen möchte ich erklärtermaßen nicht. Der eine oder andere, den es auf unsere Baustelle verschlägt, darf sich selbst davon überzeugen, dass die besonderen Leistungen in allen Gewerken zu Hause sind, nicht weniger in der Planung und im Gesamtkonzept!!

Ich möchte mich bei Euch/Ihnen allen sehr herzlich bedanken,

ausnahmslos bei allen Bauleuten, allen Interessierten

und dem Freundeskreis der Kirchenburg!!!

Was wird das neue Jahr bringen? …vor allem zwei große Themen:

·        Das Innenraumkonzept und die ersten daraus folgenden Leistungen, beginnend am Fußboden.

·        Den Einstieg in die Reparatur und Gestaltung der Außenanlagen – wir sind bereits dabei und können schon erste Einblicke geben:

Eine Studie von Architekt Karsten Merkel zur Außenanlage.

Dach, Aussichtstürmchen und Storchennest auf dem hinteren Turm sind eingezeichnet, wobei der Aussichtspunkt natürlich keine Kopie der Turmspitze wird, allerdings Teile der alten Zimmermannsarbeit "rettet".

Die Studie dient vorläufig der besseren Erkennbarkeit der Anliegen an denen wir arbeiten und wird weiterentwickelt. Sie lüftet noch nicht alle Geheimnisse. Nicht allein die Kirche wird erneuert. Im Zusammenhang des Wiederaufbaus entsteht eben auch ein neues Gesamtkonzept für die Burganlage, schon wegen dringend nötiger Leistungen in bestandsgefährdeten Bereichen.

Das neu zu entwickelnde Konzept möchte unsere Burganlage funktionaler ausprägen und ihre Geschichte wie auch ihren Bestand kreativer erschließen und wendet sich sowohl an uns Walldorfer, als auch an unsere Gäste. Ausdrücklich arbeiten wir jedoch an einer sanften Sanierung. So soll der Bauerngarten unbedingt erhalten bleiben und möglichst viel vom alten (Flair)

Es ist erklärtermaßen nicht unser Ziel, möglichst viele Reisebusse zu betreuen, sondern unseren Kindern einen geschützten Raum zu erhalten (Burg!!), den Vögeln und heimischen Tieren ihr Biotop und Radfahrern entlang des Werraradweges wie auch anderen Individualurlaubern einen authentischen Halt auf ihrer Route.

·        Das Leitmotiv all unseres Tuns ist und bleibt "Gemeindekirche" – also die     Nutzung.

·         Unser Ziel: Walldorfs "Ort des Glaubens" baulich-gestalterisch und auch geistlich lebendig zu halten. 

Danke für Ihr Interesse!

Herzliche Segenswünsche

und Gottes Geleit im neuen Jahr 2015!!

Ein gutes Miteinander!!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

…auch vielen herzlichen Dank für Ihre Weihnachtspost.

Ich/Wir haben uns sehr darüber gefreut!!! 

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Annahme oder Flucht?

Die Geschichte von Weihnachten hat viele Facetten…

Bildmotive entstammen der neuen Walldorfer Glockenzier, Eva Skupin, Mehmels

Glocken gegossen bei Albert Bachert, Karlsruhe, 2014

Fotos: Heinrich Frhr. von Berlepsch

Die Geschichte von Weihnachten hat viele Facetten. Sie beginnt im Spannungsfeld des klaren mutigen „Ja“ der Maria: „Ich gehöre dem Herrn, ich bin bereit. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast - ich nehme das Unfassbare an!“

…und einem Fluchtversuch: „Josef hatte vor, sich stillschweigend von Maria zu trennen – er wollte gehen, einfach verschwinden, aussteigen, aufgeben.“

Annahme oder Flucht?

Annahme UND Flucht - beides zieht sich durch von Nazareth bis Ägyptenland, annehmen und angenommen werden und auch immer wieder fliehen, manchmal sogar Hals über Kopf. Keiner hat das im Griff, heute genauso wenig wie damals. Selbst die 3 Weisen aus dem Morgenland zogen davon auf geheimen Weg, nicht weniger das Jesuskind mit seinen Eltern Josef und Maria. Keiner ist so stark, dass er nie fliehen müsste, keiner so mächtig, dass er allem trotzen könnte, unsere Welt ist noch heute voller Flüchtlinge.

Eines aber teilen alle Menschen der Geschichte von Weihnachten. Das ist größer, wichtiger noch als jegliche Courage und kann selbst das verzagteste Herz retten: Sie wurden von Gott geführt, von Engeln geleitet, sind dem Stern gefolgt, hatten richtungweisende Träume... keiner hätte das allein klargekriegt, was ihm bevorstand, alle waren sie Fürsorgeempfänger Gottes, ihre Wege waren gottbestimmte Wege… Gott nimmt Menschen an die Hand.

Weihnachten – es lohnt sich sehr, sein eigenes Weihnachten zu suchen, nicht dem Mainstream zu erliegen gleich welcher Couleur, sich seines Weges zu vergewissern, Anschluss zu finden an die große Führung, den Weg Gottes mit mir.

Maria aber sprach: „Mein Herz lobpreist den Herrn, alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter! Ich bin nur seine geringste Dienerin und doch hat er sich mir zugewandt. Gott hat Großes an mir getan, er, der mächtig und heilig ist. Sein Erbarmen hört niemals auf; er schenkt es allen, die ihn ehren, von einer Generation zur andern.“

Gutes sagen, liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Kirchenburg, ich kann im Namen aller, denen ich im zu Ende gehenden Jahr beim Wiederaufbau unserer Kirchenburg begegnet bin, nur Gutes sagen: „Mein Herz lobpreist den Herrn, alles in mir jubelt vor Freude über Gott, unseren Retter!“ Sicher ist es möglich, diesen Satz der Maria auch in neudeutsch zu formulieren, doch am Inhalt wollte ich keine Abstriche machen… Gottes Weg mit Walldorf, seine Führung und Fügung, unser „Ja“ dazu, Freude, Dankbarkeit!

…auch Ihnen allen unseren Dank,

und gesegnete Adventstage und frohe Weihnachten!!

...und ein weites Herz für Flüchtlinge

und eine offene Tür für sie!!!

 

Ich wünsche Ihnen Gottes Hand in Ihrem Leben

Wegführung, Seine Nähe, Schlüsselerlebnisse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

 

Bildmotive entstammen der neuen Walldorfer Glockenzier, Eva Skupin, Mehmels

Glocken gegossen bei Albert Bachert, Karlsruhe, 2014

Fotos: Heinrich Frhr. von Berlepsch

Unsere Links:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.720792541266418.1073741838.563758980303109&type=3

Glocken-Grüße aus Walldorf!

·        Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

·        Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels 

·        Glockenstuhlbau Zimmermeister Roberto Ruft, Ebenheim

·        Glockenstuhlentwurf: Büro für Bau- und Architekturplanung Matthias Rüttinger in Schweina

·        Vorgaben- und Berechnung: Dipl.-Ing. Marcus Schmidt, geprüfter Glockensachverständiger der EKM, Fachreferent für Glockenläuteanlagen und Turmuhren, Erfurt

·        Hauptauftragnehmer für die Läute und Uhrenanlage: Turmuhren und Glocken Willing, Gräfenhain

·        Statiker: Ingenieurbüro Trabert + Partner, Geisa

·        Leitender Architekt: Karsten Merkel, Meiningen

·        und weitere Mitwirkende. 

Im Namen der Kirchengemeinde möchte ich Ihnen für die hervorragende Leistung herzlich danken – wir sind begeistert!!

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch 

Walldorfs neues Geläut!!

Glockenweihe 1. Advent 2014 – 01. 12.:

Pfr. J.-F. Enke, Isabella Wachmer, Andreas Eberlein, Vanessa Reps, André Schröder


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

 

Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf


Gießerei Albert Bachert, Karlsruhe, Guss 29. 08. 2014

Gestaltung der Glockenzier Eva Skupin, Mehmels

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                  19. 11.2014

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,

hier die offene Einladung zur Weihe

der Walldorfer Glocken!

·  Die Glockenweihe beginnt am 1. Advent 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst

im großen Saal des Altenpflegezentrums „Werraaue“ (etwa 100 Plätze + Stehplätze).

·        Gegen 11.30 Uhr beginnt die eigentliche Weihehandlung im Kirchturm         Gemeinschaftlich mit Pfr. Johann-Friedrich Enke werden die Gemeindekirchenrätin Isabella Wachmer die Glocke des Glaubens, der Leiter der Walldorfer Diakonie       Andreas Eberlein die Glocke der Liebe, die Konfirmandin Vanessa Reps die Glocke der Hoffnung und der Feuerwehrmann André Schröder die Glocke der Freude in den Dienst stellen.

·        Neben den Glocken haben Platz die 4 Weihenden, 2 Pfarrer, wie auch das      Kamerateam.

·        Eine Ebene tiefer auf dem Kirchendachboden kann der Handlung per Beamer und Leinwand beigewohnt werden. Die Einladung dahin erfolgt wegen Lastbeschränkung persönlich im Vorfeld und auch im Gottesdienst.

·      Gegen 12.00 Uhr werden wir unsere Glocken dann ½ Stunde einläuten – im Anschluss für trittsichere Führungen.

·     Die Inbetriebnahme der restaurierten mechanischen Turmuhr geschieht bereits am Totensonntag 12.00 Uhr durch unsere Küsterin Marie-Luise Schumm.

    

                                            Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Heute 19. 11. 2014: Das eichene Joch der Glocke des Glaubens wird angezeichnet.

Glaube: Nominal: g'

Durchmesser: 1050 mm    Gewicht: 700 kg

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

                                   und mit dem Fräser passend gemacht.

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Die erste Glocke wird im Glockenstuhl aufgehangen. 

Foto: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Die „Hoffnung“ kommt von oben.

„Hoffnung“ Nominal: c''

Durchmesser: 800 mm

Gewicht: 320 kg

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch



Kirchenburg Walldorf                     15. 11.2014

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, es geht voran!! 

Weitere Planung:

- 18. Nov. 2. Beratung zur Walldorfer Orgel (Standort)

- 23. Nov. 12.00 Uhr Inbetriebnahme der Turmuhr

- 30. Nov. (1. Advent) 10.00 Uhr Gottesdienst zur Glockenweihe im Altenpflegezentrum

- 30. Nov. (1. Advent) 11.30 Uhr Weihehandlung auf dem Turm, danach volles Geläut

- November: Das Dach ist fertig, die Kirche sieht der ehemaligen recht ähnlich.

Hinweise:

1.   Die Woche ab dem 17. November wird „fotogen“. Nicht nur das Uhrwerk, auch die Glocken werden montiert. Wer das journalistisch begleiten möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

2.   Alle Maßnahmen auf dem Turm einschließlich der Glockenweihhandlung geschehen auf engstem Raum und sind leider nur nach Absprache zugänglich.


Rechte: Heinrich Frhr. von Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Das Dach ist fast schon fertig.

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.854831261195878.1073741849.563758980303109&type=3

        Rechte: Heinrich Frhr. von Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Wir sind bei den Verschieferungsarbeiten und der Barockturm muss noch gedeckt werden.

Foto: Turmuhrmacher Steffen Willing – Kirchenburg Walldorf

Restaurierung des historischen Uhrwerks aus dem Jahr 1834


http://www.turmuhren-glocken.de

Foto: Turmuhrmacher Steffen Willing – Kirchenburg Walldorf 



Foto: Turmuhrmacher Steffen Willing – Kirchenburg Walldorf


Foto: Turmuhrmacher Steffen Willing – Kirchenburg Walldorf


Foto: Turmuhrmacher Steffen Willing – Kirchenburg Walldorf
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.857658140913190.1073741857.563758980303109&type=3

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                      10.10.2014

10. 10. 2014 14.00 Uhr

Richtfest in der Kirchenburg

Bildrechte: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Liebe Bauleute, liebe Walldorferinnen und Walldorfer, liebe Gäste!

Ich möchte Sie alle sehr herzlich willkommen heißen

hier auf der Walldorfer Kirchenburg.

Wir freuen uns, dass Sie da sind, freuen uns über diesen Tag

und diesen großartigen Anlass, den Baufortschritt zu feiern.

Im letzten Jahr beim Realisierungswettbewerb, als es um die Inneneinrichtung unserer Kirche ging, fragte mich einer der Architekten: „Herr von Berlepsch, welches Verhältnis haben Sie heute eigentlich zu Holz und zu brennbaren Stoffen – können Sie noch damit, dürfen wir dergleichen verwenden?“

Eine wirklich interessante Frage nach dem großen Brand! Meine Antwort damals, die ich immer wieder genauso geben würde: „Jetzt will ich´s gerade wissen – wir werden dem Feuer zum Trotz mit Holz und Stein bauen - ich möchte dem, was geschehen ist, den Kampf ansagen!“

Vor uns sehen wir jede Menge Holz, fast schon 80 m³... die zweite Hälfte dieses Satzes spreche ich nicht aus, die überlasse ich Ihrer Logik.

Wir sind heute hierhergekommen, um Richtfest zu feiern. Die Glocken hängen bereits im Turm an den Deckenbalken, 3 neue Zifferblätter sind weit sichtbar montiert und der komplizierteste Teil des Daches ist mit Bravour gelaufen. Wir danken all den Händen und all den Köpfen, die das ermöglicht und umgesetzt haben!!

Doch mehr noch:

Dies Dach, das wir gerade optisch auf uns wirken lassen, das schützt nicht nur vor Wind und Regen,

ein Dach ist immer auch ein Symbol,

ein Sinnbild für Sicherheit und Geborgenheit,

genauer hingeschaut, ist ein Dach

sogar ein Symbol für Vertrauen!

Wir setzen nach dem Brand und auch ganz generell auf „Vertrauen“, denn Vertrauen ist ein Motor für die Zukunft und Vertrauen bringt Menschen zusammen – gerade „Vertrauen“ ist uns wichtig!!

Solcher Wagemut kommt nicht von heute auf morgen, wir alle wissen, Vertrauen muss ein Mensch erlernen, erarbeiten, es wächst auf dem Nährboden der Erfahrung.

Viele unter uns empfinden unsere Baustelle schon irgendwie als einzigartig und ich sage hoffentlich damit nicht zu viel: Der Wiederaufbau unserer Kirchenburg ist für etliche unter uns sogar der schönste Job, den sie im Augenblick machen. Das rührt nicht nur her von der Herausforderung einer soliden und anspruchsvollen Arbeit für jede Innung, zum Besten gehört ganz gewiss auch: Wir haben Zutrauen in den Bau, Vertrauen zueinander und erleben ziemlich viel Gemeinsinn - das alles macht uns wirklich Freude, unsere Baustelle ist sogar spannend.

Ich selbst kann nachts dennoch ruhig schlafen, weil wir uns auf alle Planer und Bauleute handfest verlassen können - und dafür möchte ich Euch heute ganz besonderen Dank sagen! Eure Firmenerfahrung und Euer Knowhow lässt unser Vertrauen von Woche zu Woche wachsen – wir sind mehr als zufrieden – sind dankbar und ich zumindest staune auch regelmäßig über Eure Leistung.

 

Keiner unter uns ist heute noch naiv oder blauäugig oder gar leichtsinnig, ich sagte es bereits. Das zeigt sich in der Einhaltung von Standards, auch im Brandschutz und bei aller Projektplanung, dennoch ist das Vertrauen unser ständiger Begleiter, ganz sichtbar auch im Umgang miteinander. Absprachen und Handschlag sind verlässliche Größen, genauso wie die Bauprotokolle.

 

Wieso eigentlich funktioniert das alles so gut(?) - das hat nicht zuletzt auch zu tun mit den vielen Menschen, die mit ihren Herzen dabei sind, die uns gut zureden und für den Wiederaufbau spenden. Allen Spendern, allen Bauleuten, allen Planern, allen Verantwortlichen, all denen, die uns seelisch und moralisch unterstützen, den Journalisten und den Medien, der Ecclesia und der Allianz, als unseren Versicherern sagen wir hier und heute unseren Dank!!! Wenn einer von Euch gepfuscht hätte, der Bau würde nicht so gut funktionieren.

Das System stimmt, es passt, alle bringen ihr Bestes ein, wir sind mittendrin im Geschehen. Vieles steht uns noch bevor… wir werden es schaffen!

Darüber detaillierter zu reden und auch viel privates, einander noch besser kennenzulernen, dazu hat der Meininger Köcheverein heute einen vorzüglichen Rahmen geschaffen, Euch Köchen und allen Mitstreitern und Helfern unser aller herzlichen Dank!!

In Psalm 91 heißt es:

·        Wer unter dem Dach des Höchsten wohnt,
kann bei ihm, dem Allmächtigen, Ruhe finden.

·        "Bei dir Gott finde ich Zuflucht, du schützt mich
wie eine Burg, mein Gott, ich vertraue dir!"

·        Du darfst sagen: "Bei Gott bin ich geborgen,
beim Höchsten habe ich Heimat gefunden.

Heinrich v. Berlepsch, 10. 10. 2014


Bildrechte: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

 Architekt Karsten Merkel stellt die 4 Zimmermeister und den Klempnermeister vor.

Aufgrund der Größenordnung wie auch der fachlichen Kompetenz haben 3 Zimmereien zusammengearbeitet. Hauptauftragnehmer ist die Zimmerei Danz aus Walldorf. Außerdem dabei sind der Dachdeckerbetrieb & Zimmerei Forch aus Walldorf wie auch die Zimmerei Hadro Holzbau GmbH aus dem Nachbarort Rippershausen. Projektiert wurde das Dach vom Ing.-Büro Trabert und Partner nach alten Fotos, angepasst und abgebunden bei Rolf Wagner – Holzhandel und Sägewerk in Suhl - im Bild auch per Zimmermeister vertreten.

Von rechts nach links: Architekt Karsten Merkel, Zimmermeister Frank Danz, Zimmermeister Thomas Kahl (Wagner), Zimmermeister Tino Forch, Zimmermeister Lutz Hein (Hadro-Bau), Klempnermeister Steffen Schiller (Danz).


Bildrechte: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Heimholung der Glocken – Firma Turmuhren-Glocken-Willing – Gräfenhain

4 Glocken: A. Bachert, Karlsruhe

Bildrechte: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Montage Zifferblätter und Restaurierung historisches Uhrwerk zzgl. Läuteanlage:

Steffen Willing, Turmuhrmachermeister, Gräfenhain


Bildrechte: Heinrich Frhr. v. Berlepsch – Kirchenburg Walldorf

Historische Walldorfer Ansicht – in 4 Wochen ist dieser Fernblick wieder hergestellt.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Weitere Planung:
- 18. Nov. Beratung zur Walldorfer Orgel

- Totensonntag (23. Nov.) Inbetriebnahme der Turmuhr
- 1. Advent (30. Nov.) 10.00 Uhr Glockenweihe
- Spätherbst: Das Dach ist fertig, die Kirche sieht der ehemaligen recht ähnlich.


Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch



Kirchenburg Walldorf                      03.10.2014

03. 10. 2014
Die Glocken sind da,
ein glücklicher Tag für Walldorf!!

ARD/MDR - Mediathek - Hier der Film!

http://www.ardmediathek.de/tv/MDR-TH%C3%9CRINGEN-JOURNAL/Neue-Glocken-f%C3%BCr-Walldorf/MDR-TH%C3%9CRINGEN/Video?documentId=23870428&bcastId=7545420

Liebe Walldorferinnen, liebe Walldorfer, liebe Gäste!

Ich möchte Euch und Sie sehr herzlich begrüßen zu diesem großen und schönen Anlass!! Ganz besonders begrüßen möchte ich 4 NEUE Walldorferinnen, unsere nagelneuen Bronzeglocken, gegossen bei Bachert in Karlsruhe am 29.8.2014:

  • Die Glocke des Glaubens
  • Die Glocke der Liebe
  • Die Glocke der Hoffnung
  • Die Glocke der Freude!

Herzlich willkommen!!! Ihr sollt zu uns gehören, wie jeder hier in diesem Dorf – schon lange haben wir uns auf Euch gefreut, auf Euch gehofft - jetzt endlich seid Ihr da!!

Heute ist ein großer Tag:

· Wir feiern Kirchweih, ein Tag der Erinnerung und ein Tag der Dankbarkeit, dass in unserem Dorf eine Kirche steht, die die Generationen vor uns gebaut haben als Haus Gottes und zu Hause unseres Glaubens. Wir haben Respekt vor der Bauleistung unserer Väter und Mütter und vor ihrem festen Gottvertrauen durch Jahrhunderte hindurch. Vor allem aber möchten wir Gott Dank sagen, der uns über so viele Jahre hin geleitet hat als Kirchgemeinde und auch als einzelne glaubende Menschen.

· Und wir feiern und freuen uns auch über den Tag der deutschen Einheit, an dem wir uns zum 24. Mal bereits der Zusammenführung der deutschen Teile in Ost und West erinnern. Das war und ist vor allem ein Schlussstrich unter eine verfehlte Politik und Denkweise vergangener Epochen, ein Gnadenakt unserer Nachbarländer und der Vier-Mächte wie auch der Sieg eines Grundbedürfnisses der Menschen in unserem Land, den die Unbelehrbaren nicht zu töten vermochten. Wir dürfen seither wieder als ein gemeinsames Volk zusammenleben innerhalb deutscher und europäischer Grenzen und unterwegs sein auf einem gemeinsamen Weg der Verständigung der Völker und des Friedens miteinander.

Genau in diesem Zusammenhang wollen wir uns heute einmal mehr auch daran erinnern, dass hier an dieser Stelle im vergangen Jahrhundert zwei mal irregeführte Menschen mit mehr oder weniger Kriegsbegeisterung oder Verzweiflung unsere Glocken vom Turm geholt haben, um mit deren Material andere Menschen zu töten. Dergleichen soll und darf nie wieder geschehen, dass Menschen Menschen töten und Politik derart entgleist.

Wir werden uns heute an diesem Tag in besonderer Weise dazu verpflichten, als Menschen des Friedens zu leben, miteinander Frieden zu halten und uns allezeit füreinander einzusetzen.
So wollen wir all unseren Glauben aufbringen, Liebe untereinander üben, voller guter Hoffnungen sein und einander immer wieder Grund zur Freude geben – dazu sollen uns unsere neuen Glocken ab dem 1. Advent tagtäglich einladen und wenn wir’s vergessen, daran erinnern!!
                                               H. v. Berlepsch











Offene Einladung, dabei zu sein:

Am 10. Okt. 10 Uhr werden die Glocken

auf den Turmgezogen!!

Offene Einladung auch

zum Richtfest am 10. Okt. 14.00 Uhr.

Bitte sehen Sie uns nach, wenn wir nicht extra schriftlich einladen sondern nur auf diesem Wege. Wir rechnen mit und freuen uns auf alle Mitwirkenden beim Kirchenwiederaufbau der letzten zwei Jahre, Journalisten, Freundinnen und Freunde der Kirchenburg und auf viele Gäste!!

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                              23.09.2014

Der neue Dachstuhl der Walldorfer Kirche.

Außerdem:

Offene Einladung zum Richtfest

und zum Aufzug der neuen Glocken

für den 10. Okt. 10 Uhr und 14.00 Uhr

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg während ich im Urlaub war gingen die Arbeiten oberhalb der Mauerkrone besonders gut voran. Erst heute war ich mit der Kamera dabei. Projektiert wurde das Dach vom Ing.-Büro Trabert und Partner nach alten Fotos, angepasst und abgebunden bei Rolf Wagner – Holzhandel und Sägewerk in Suhl.


Hauptauftragnehmer ist die Walldorfer Zimmerei Frank Danz.

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Aufgrund der Größenordnung wie auch der fachlichen Kompetenz sind außerdem dabei der Dachdeckerbetrieb & Zimmerei Forch aus Walldorf wie auch die Zimmerei Hadro Holzbau GmbH aus dem Nachbarort Rippershausen. Nur so bleiben wir im Zeitplan, denn das Dach muss noch vor dem Wintereinbruch fertig gestellt werden.

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Nicht immer passt das Wetter, doch das Dach gelingt trotzdem.

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Im Bereich Mauerkrone und auch per Kran ist natürlich wieder und immer noch IBU Kirchner aus Utendorf dabei. Ohne wirklich gute Mauerer und diesen äußerst flexiblen Baubetrieb ginge gar nichts – Architekt Karsten Merkel aus Meiningen und auch wir als Kirchgemeinde Walldorf sind allen Beteiligten überaus dankbar.

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Insgesamt verbauen wir 80 m³ Holz, darunter 5 Jahre gelagerte Eichenbalken, deren Beschaffung als Herausforderung gelten kann. Die Wunschlängen von über 10 m waren gar nicht zu haben, sodass sich Trabert und Partner etwas einfallen lassen musste, die geplante Statik dennoch realisieren zu können.

(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Zu unserem Richtfest im Garten der Kirchenburg laden wir alle Baubeteiligten und Planer wie auch die Medien bzw. Journalisten sehr herzlich ein:

Termin: 10. Okt. 14 Uhr

Wir würden uns außerordentlich über Ihr Kommen freuen!

- Der Meininger Köcheverein kocht für 200 Gäste –

Doch das ist noch nicht alles:

Ein  bewegendes Erlebnis wird auch der Aufzug der Glocken auf den Turm.

Termin: 10. Okt. 10 Uhr

Auch dazu sind Sie alle sehr herzlich eingeladen!

Ich vermute mal, der Aufzug der Glocken wird uns Walldorfern als weiterer Meilenstein der Wiederauferstehung unserer Kirche wohl am meisten nahe gehen. Das neue Geläut tagtäglich hören werden wir nach der Glockenweihe am 1. Advent.

Soeben ruft mich unser Glockensachverständiger Dipl.-Ing. Marcus Schmidt, Fachreferent für Glockenläuteanlagen und Turmuhren an.
Er hat unsere 4 Glocken heute geprüft und abgenommen und ist sehr angetan von Ihrer guten Stimmlage!!!


Die Glocke der Freude, Walldorfs 4. und kleinste Glocke. An der Oberfläche der Glocke wird noch gearbeitet, optisch ist das noch nicht das Endergebnis, doch wir zeigen auf dem Bild schon mal den Arbeitsstand.

(Foto: Niclas Häusler, Christes)

Weitere Planung:
- 30. Sept. Beratung Innenarchitektur

- 03. Okt. Einzug und Aufstellung der Glocken in Walldorf (in Kirmes eingebunden)

- 08. Okt. Beratung zur Walldorfer Orgel

- 10. Okt. Aufzug der Glocken auf den Turm & Richtfest Dach (10.00/14.00 Uhr)

- 23. Nov. Totensonntag Inbetriebnahme der Turmuhr
- 30. Nov. 1. Advent 10.00 Uhr Glockenweihe
- Spätherbst: Das Dach ist fertig, die Kirche sieht der ehemaligen recht ähnlich.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch

 

Kirchenburg Walldorf                              30.08.2014

Walldorfs Glocken

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,

so viele Menschen sind gespannt auf den Bericht vom Glockenguss,

deshalb gleich Samstagabend Nachricht:

Die Vorarbeiten
Der Glockengießer benötigt zur Herstellung einer Glocke eine dreiteilige Form, bestehend aus Kern, falscher Glocke und Mantel. Der Kern, der dem Inneren der Glocke entspricht, wird aus Lehmsteinen und verschiedenen Lehmschichten gemauert. Die falsche Glocke, oder Modellglocke, muss in Umfang und Aussehen genau der späteren, noch zu gießenden Bronzeglocke entsprechen. Sie besteht aus Lehm und Talg, die Zier wird in Wachs aufgetragen. Vor der Herstellung des Mantels streicht der Glockengießer zunächst einen feinen, dann immer gröberen Lehm auf die falsche Glocke, sodass sich die Zier im Mantel abdrücken kann. Der Mantel muss einen großen Druck aushalten, der während des Gießens auf ihn einwirkt. Vor dem Guss nimmt man den Mantel ab und zerschlägt die falsche Glocke. Der Hohlraum zwischen Kern und Mantel ergibt dann die richtige Glocke. Rund 1100 Grad Celsius muss die Bronze für den Guss erreichen.

Der Guss
gewünscht erklingt.Glocken werden traditionell freitags um 15 Uhr gegossen, was an die Sterbestunde Jesu Christi erinnern soll. Bereits morgens in aller Frühe wird der Schmelzofen angefeuert, damit die Glockenspeise, die aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn besteht, schmilzt. Hat die Bronze eine Temperatur von zirka 1100 Grad Celsius erreicht, kann der Guss beginnen. Wenn die rot glühende Glockenspeise aus dem Ofen fließt, Rauch aufsteigt und Gase abbrennen, hat der Glockenguss seinen Höhepunkt erreicht. Die gegossenen Glocken müssen in der ausgehobenen Glockengrube noch einige Tage auskühlen, bis sie aus ihrem Mantel befreit werden können. Dann wird mit der Stimmgabel geprüft, ob der Guss gelungen ist und die Glocke wiegewünscht erklingt.

Der Klang
Entscheidend für den Klang sind Durchmesser, Höhe und Wandstärke. Der Klang einer Glocke wird beim Guss festgelegt. Entscheidend für den Ton einer Glocke sind ihre drei Parameter: Durchmesser, Höhe und Wandstärke, die sogenannte Rippe. Je nach Größe dieser drei Parameter verändert sich der Ton. Eine Glocke hat etwa 50 Klangfarben, einen Grund-, Unter-, Prim-, Terz-, Quint-, Oberton et cetera, die in ihrer Gesamtheit den hörbaren Ton der Glocke bestimmen. Sind die Teiltöne nicht in Harmonie, kann man die Glocke tonlich korrigieren, indem die Innenwand der Glocke ausgeschliffen wird. Dies spielt sich in der Regel im Bereich von unter einem Millimeter an verschiedenen Stellen der Innenwand ab. Möglich sind aber nur wenige Sechzehntel Halbton-Korrekturen.
Verfasst von Sabine Kaufmann, Stand vom 08.08.2014

Die Abnahme

Am 23. September ist Dipl.-Ing. Marcus Schmidt, unser geprüfter Glockensachverständiger bei Bachert, um die Glocken in der Gießerei zu prüfen und (hoffentlich) zur Montage in Walldorf freizugeben. Drücken wir die Daumen, dass das Klangergebnis und etwaige Tonkorrekturen an den Glocken zu einem exzellenten neuen Walldorfer Geläut führen!!

Die technischen Daten unserer Glocken:

Gl. I
Nominal: g'±0
Durchmesser: 1050 mm
Gewicht: 700 kg

Gl. II
Nominal: b'+2
Durchmesser: 880 mm
Gewicht: 420 kg

Gl. III
Nominal: c''±0
Durchmesser: 800 mm
Gewicht: 320 kg

Gl. IV
Nominal: es''±0
Durchmesser: 670 mm
Gewicht: 190 kg

.

Die Formen
(Foto Skupin, Kirchenburg Walldorf)



Glockenzier

(Foto Skupin, Kirchenburg Walldorf)



Die Zier wird angebracht
(Foto Skupin, Kirchenburg Walldorf)



Der Ofen wird aufgeheizt, die Fließkanäle für die Bronze sind fertig.
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)



Die flüssige Bronze wird mit einem dicken Holz umgerührt.
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)



Letzte Handgriffe an den Fließkanälen.
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)



Der Ofen ist geöffnet und die erste Walldorfer Glocke wird gegossen.
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)



...die nächste Glocke
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)



...die Bronze kühlt ab, die Glocken sind gegossen. Halleluja!!
(Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch, Kirchenburg Walldorf)

Weitere Planung:

ab 28. August Abbund Kirchendach bei Holzhandel und Sägewerk Suhl Rolf Wagner GmbH in Suhl, Einbringung von 80 m³ Dachstuhlholz in die Kirchenburg
- 29. August Guss unserer 4 neuen Glocken bei Bachert
- 36. Kalenderwoche Demontage Gerüst gefolgt von Dachaufbau
- 11. September 2. Fahrt zur Besichtigung der neuen Glocken in der Gießerei Bachert

- 30. Sept. Beratung Innenarchitektur – großer Termin
- 03. Oktober Einzug der Glocken in Walldorf
- 08. Oktober Beratung zur Walldorfer Orgel
- 10. Oktober Aufzug der Glocken auf den Turm und Richtfest Hauptdach (10.00/14.00 Uhr)
- Totensonntag Inbetriebnahme der Turmuhr
- 1. Advent (30. November) vsl. 10.00 Uhr Glockenweihe
- Spätherbst: Das Dach ist fertig, die Kirche sieht der ehemaligen im Äußern recht ähnlich.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                 27.08.2014

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, damit Sie auf dem Laufenden bleiben, eine Visualisierung vom Diskussionsstand

„Walldorfer Kirche außen –Ausführungsplanung“

karsten merkel

bechsteinstrasse 03

98617 meiningen

phon 03693/44900  fax  449044

kontakt@architekt-merkel.de

Weitere Planung:

·         ab 28. 8. Abbund Kirchendach bei Holzhandel und Sägewerk Suhl Rolf Wagner GmbH in Suhl

·         29. 8. Guss unserer 4 neuen Glocken bei Bachert, Karlsruhe

·         36. Kalenderwoche Demontage Gerüst gefolgt von Dachaufbau

·         03.10. Einzug der Glocken in Walldorf

·         10.10. Richtfest Hauptdach und Aufzug der Glocken auf den Turm

·         Spätherbst Fertigstellung Kirchendach

·         Totensonntag Inbetriebnahme Turmuhr

·         1. Advent 10.00 Uhr Glockenweihe
                                                                         Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

Ihr                                                   Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                                        12.08.2014

Walldorfs Kirchenburg als Bodendenkmal

 

Giebel Gemeindehaus – Übersicht – inmitten ein Tongefäß
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

„KULTURSCHICHTEN“ - damit sind zu datierende Erdschichten gemeint. Dort, wo Menschen wohnen, wächst der Boden unaufhörlich in die Höhe. Grund sind die Spuren menschlichen Daseins, wie Bauschutt, Herdstellen, bearbeitete und gebrauchte Gegenstände, die vielfältige Auskünfte über die Anwesenheit früherer Bewohner und den Kulturzustand jeweiliger Epochen geben. Natürlich findet sich dergleichen auch innerhalb der Kirchenburg. An der Giebelseite des Gemeindehauses stellen sich die Kulturschichten annähernd wie folgt dar:

• Ebene Null = Rasen, Kinderspielwiese und nach Abschluss der Bauarbeiten Terrasse für Kaffee und Kuchen der „Radfahrerkirchenburg“

• Minus 50 cm = „Tatort“ 30-jähriger Krieg

• Minus 100 cm = die in den Bildern gezeigten Fundamente mit einem relativ intakten 800(?) Jahre alten Gefäß, dessen Inhalt die Archäologen noch untersuchen werden

• Minus 250 cm = Bestattungen (Skelette) aus der Zeit der ersten Kirche, 900(?) Jahre alt

• Plus 250 cm = dort hing vor 5 Jahren noch die Wäscheleine

 Wir hoffen sehr, dass die Archäologen und Bauforscher ihre Erkenntnisse zu gegebener Zeit vernetzen und öffentlich machen.

1 Meter unter dem Rasen ein Tongefäß - 800(?) Jahre alt - es ist das erste noch fast intakte Gefäß

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Rätselraten, was sich in dem Gefäß wohl befinden könnte. Die Antwort darauf werden wir von den Fachkreisen erhalten.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

(Skizze Ludwig Schorcht) Kirchenburg Walldorf

 
Hier die ersten Funde bei den Sanierungsarbeiten vor 20-25 Jahren: Oben links ist ein Feuersteinwerkzeug aus der jüngeren Steinzeit abgebildet, oben rechts eine Hakenspirale aus der Bronzezeit. Hakenspiralen kommen in Thüringen öfter vor und gelten als Zierrat, der am Kopf getragen wurde. Der Feuerstein jedenfalls belegt sicher, dass der Walldorfer Felsen schon vor einigen Jahrtausenden als Wohn- oder Jagdplatz genutzt wurde. Späteres Material, vor allem Scherben, fanden sich in Hülle und Fülle… ein Krug aus dem 12. Jahrhundert, Bernsteinkettenglieder, Knöpfe, einen tönernen Nachttopf, Münzen, menschliche Skelette, Tonpfeifenbruchstücke, mehrere Hände voll Getreide aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, das sich im Getreideturm erstaunlich gut erhalten hat u.a.m. Die Skizze unten zeigt auch das Bruchstück einer alten Bierschale für bärtige Männer. Da im Bier unserer Ahnen allerlei Beigaben schwammen, „filterte“ man diese praktischerweise aus.

 Herzlichen Dank für Ihr Interesse! Ihr Heinrich v. Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                            04.08.2014

Vorbereitungen für das Dach der Walldorfer Kirche
Die Mauerkrone erhält eine Trogform
IBU Kirchner GmbH, Utendorf                Foto: H. Frhr. v. Berlepsch (gestellt, Personen kenntlich gemacht)

Aufbau der Mauerkrone 
IBU Kirchner GmbH, Utendorf              
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Bohren für die Vernadelung
Pressbau Erfurt        (Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Wechsel der Bohrkrone
Pressbau Erfurt                             (Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

…vernadelt und verpresst
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

…durch diese Schläuche wird der Fließbeton gedrückt
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Bewehrung für den Ringanker
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

…der Ringanker entsteht
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Reinigung der Mauer durch sandstrahlen
Steinmetzbetrieb Thomas Möller, Gotha              (Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)



…trotz aller Arbeiten geht es den Mauerbienen blendend. Per Maurer-Handarbeit wurde die Verpressung im Bereich der Bienen vermieden.

Das Bienenvolk ist uns bereits seit 15 Jahren treu und bleibt gut geschützt.
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


…den Vorarbeiten folgt das neue Kirchendach
 
Teil-Querschnitt des neuen Daches auf eine Ebene gelegt.
TRABERT + PARTNER INGENIEURBÜRO FÜR STATIK + KONSTRUKTION

Die neue Dachkonstruktion unserer Kirche basiert auf einer Fotodokumentation der alten Kirche zuzüglich Statikerarbeit. Im Spätherbst soll unsere neue Kirche der alten von außen wieder sehr ähnlich sein. Wir geben uns große Mühe, unsere Dorfansicht und den Fernblick wieder ins Lot zu bekommen.  

Großes Dankeschön an alle Planer und Bauleute!! Unsere Kirche ist derart außer Maß, dass die Konstruktion doch recht anspruchsvoll ist... bis zu 4 Zimmermeister stehen bisweilen auf dem Gerüst... und ohne die Statiker von Trabert und Partner ginge gar nichts.
Lt. Architektenaussage ist die gezeigte in vielen Punkten historische Dach-konstruktion auch die kostengünstigste Variante. Dieses Dach hat außerdem zur Folge, dass innen wieder eine Kassettendecke ähnlich der leider verbrannten entsteht.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch
  

Kirchenburg Walldorf                            01.08.2014

Lebendiger Wiederaufbau!!

Überraschungen gibt es auch im Inneren unserer Walldorfer Kirche. 1200 Grad Celsius haben sehr vieles, aber nicht alles vernichten können. Unsere 4 Restauratorinnen und der leitende Architekt K. Merkel retten so viel wie möglich…

·       Birgit Jünger die Farben und den Putz

·       Nicole Sterzing die Fenster

·       Dr. Heike Kirsten die Steine und Mauern

          ·      
Andrea Neid die Epitaphien


spätromanischer Dreipass – Innenansicht – 2. Hälfte 13. Jh.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


spätromanischer Dreipass – Außenansicht - 2. Hälfte 13. Jh.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


ehemals vermauertes romanisches Fenster, Dach der Sakristei - 2. Hälfte 13. Jh.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Freilegung eines weiteren Fensters im Kirchenschiff

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Farbbefund Eingangsportal

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Zeichnung Dipl.-Rest. Birgit Jünger


Farbefund Turmuntergeschoss

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Zeichnung Dipl.-Rest. Birgit Jünger


romanisches Secco Teil 1 (=trocken ausgeführte Wandmalerei)

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

romanisches Secco Teil 2 (=trocken ausgeführte Wandmalerei)

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Die neue Kirche wird eine „Fenster-Kirche“
und so viel wie möglich Originalbestand einbeziehen!
Sogar alter Putz soll konservatorisch behandelt werden. Wir Walldorfer hängen mit sehr viel Herzblut an jedem Stäubchen unseres historischen Baubestandes und je mehr Spuren der Baugeschichte im Kircheninneren sichtbar werden, umso größer wird unser Wunsch, diese zu erhalten.
Am 30. September treffen sich alle Beteiligten vor Ort. Die Architekten BDA Osterwold°Schmidt (Weimar) begegnen den Restauratorinnen, Fachplanern und der Bauleitung in großer Runde, um gemeinsam die weitere Vorgehensweise der Innengestaltung der Walldorfer Kirche abzustimmen und zu strukturieren. Den 8. Oktober folgt der Orgelfachplanertermin mit dem Referenten für Orgeln der Landeskirche Christoph Zimmermann….
· wir liegen im Zeitplan
· es wird spannend, welche Gestaltung wir für das Kircheninnere finden werden
· „lebendiger Wiederaufbau“ – es geht um einen Wachstumsprozess, um eine Findung

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch
 


Kirchenburg Walldorf                                        25.07.2014


Einige Fotos vom 25. 07. 2014,

einem Tag der Archäologie und des Baufortschritts in der Kirchenburg.

Etwa 150 Besucher sind unserer Einladung gefolgt wie auch zahlreiche Journalisten - Kurzbericht am Ereignistag 19.10 Uhr bei MDR im Thüringenjournal wie auch in der Mediathek und am Wochenende in einigen Zeitungen. Die Bilder sollen Interesse wegen, wieder einmal zur Zeitung zu greifen oder Radio zu hören.



(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)
  Der Prinz Gabriel von Transsilvanien 1613 – gold.
Gabriel Bathory war 1608-13 Herrscher des von den Türken abhängigen Fürstentums Siebenbürgen. Im erwähnten Jahr 1613 ging die Herrschaft allerdings (wohl glücklicherweise) auf Gabriel Bethlen über, und Bathory wurde von seinen eigenen Leibwächtern umgebracht. Das Porträt erinnert an Bathory, und die bekannten Bathory-Münzen im WWW sind damit vergleichbar.
Wie viele ungarische Adlige gehörte er der Reformierten Kirche an, stand damit automatisch in Opposition zu Habsburg und tendierte somit grundsätzlich zu den Osmanen, denen die Konfession gleichgültig war, solange die Tribute gezahlt wurden. Zur weiteren Verwandtschaft innerhalb der großen ungarischen Adelsfamilie Bathory gehörte auch die berüchtigte "Blutgräfin" Elisabeth Bathory. Gabriel Bathory selbst war aber auch grausam genug.
 
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)
Münzrückseite des Prinzen von Transylva. Transsilvanien ist teilweise territorial identisch mit Siebenbürgen, dem Land der KIRCHENBURGEN.
Alle Münzen sind noch ungereinigt und werden z. Zt. restauriert.
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

 1 Dukaten in Gold aus Venedig - auch kurz vor dem 30-jährigen Krieg geprägt.

 
(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Münzgegenseite des Dukatens. Zwei weitere besondere Silbermünzen aus der gleichen Epoche vor dem 30-jährigen Krieg kommen aus England und aus Holland. Wir sind erstaunt über die damals doch recht weiten Reisewege der Münzen. Sie gehörten möglicherweise zu einem Schatz, der zerstört und damit vereinzelt wurde, unmittelbar neben einer niedergebrannten Behausung innerhalb der Kirchenburg. Im Jahr 1634 haben die Kroaten das ganze Walldorf in Schutt und Asche gelegt.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Erbsen aus dem 30-jährigen Krieg, daneben lag Getreide, auch textiles, Äpfel und Allerlei.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Lehmreste aus Jahrhunderte altem Fachwerkbauten, teilweise durch Feuer zu Ziegel gebrannt und allerlei sonstiges.

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

Eine künstlerische Arbeit aus vermutlich Horn.


(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

So alt wird mit Sicherheit niemand unter uns, nicht einmal unsere fitte Grabungsleiterin Regina Frimel. Der Mann ist vermutlich 800 bis 1000 Jahre alt und nicht der Einzige in der Grube. Er besitzt beneidenswert intakte Zähne und sehr kräftige Beinknochen, was auf häufiges Reiten oder auch Laufen hindeutet. Er wurde christlich bestattet zur Zeit der ersten Walldorfer Kirche.

Unsere weiteren Pläne:

            29. 8. Glockenguss (http://www.bachert-glocken.de

            Ende September Auslieferung der Glocken

            2.-5. Okt. Kirmes in Walldorf: Zu diesem Zeitpunkt sollen die Glocken in Walldorf eintreffen und in einen Kirmesumzug eingebunden werden. Wir wollen sie auf zwei festlich geschmückten Lanz-Bulldockgespannen zur Kirche fahren und mit dem Kran auf ein noch zu schaffendes Gerüst für alle sichtbar innerhalb der Kirchenburg „parken“.

            1-2 Wochen später ziehen wir sie erneut in einem öffentlichen Akt auf den Turm. Dort benötigen wir mehrere Wochen zum Glockenstuhlbau.

            Totensonntag: Wir nehmen die Turmuhren in Betrieb „Bedenke - Deine Zeit läuft“… oder so ähnlich.

                   Glockenweihe 1. Advent

Außerdem:

            Herbst: Richtfest Kirchendach

            Spätherbst: Fertigstellung Kirchendach – „…das olle Blechdach ist weg - die Kirche sieht außen fast wie vor dem Brand aus“

     

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch

Besonderen Dank allen, die uns heute unterstützt haben! Das sind nicht nur das Archäologenteam, der leitende Architekt Karsten Merkel und etliche Helfer, Bauleute und Spender, es sind auch und besonders die Journalisten und Fotografen, die uns öffentliches Bauen ermöglichen und das Konzept „WALLDORFER KIRCHENBURG“ transportieren.


Kirchenburg Walldorf                             21.07.2014

„Tatort 30-jähriger Krieg“

- Einladung auf die Kirchenburg -

Freitag, 25. Juli 2014

2 Themen: Archäologie & Wiederaufbau

Die Kirchenburg Walldorf als Bau- und Bodendenkmal

(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)

 

Wir zeigen auf einem sicheren Rundweg

Der Zeitplan:

11.00 Uhr – 12.00 Uhr reserviert für Presse, Radio und TV

12.00 Uhr – 14.00 Uhr öffentliche Führungen

Die Highlights:

·       Ein Tatort im 30-jährigen Krieg – thematischer Schwerpunkt

·       überraschende mächtige Fundamente von Vorgängerbauten

·       Funde und Befunde

·       die Kirche und ihre romanischen Fenster


Eine Münzenrückseite

(Alle Münzen befinden sich zurzeit in Restaurierung, doch es liegen Großfotos vor. Die Medienvertreter dürfen gern die Originaldateien abbilden – Anweisung Dr. Seidel, TLDA).

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

Wie diese Rückseite einer seltenen Goldmünze zeigt, ist die Kirchenburg nach wie vor ein lebendiger Ort geblieben. Die Veröffentlichung der verblüffenden Münz-Vorderseite legen wir gern in die Hände der Journalisten, die der Kirchenburg auch 2 ½ Jahre nach dem Brand noch immer die Treue halten und im „Tatort 30-jähriger Krieg“ reichlich Stoff für ein breites Öffentlichkeitsinteresse finden.
 
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!  

Ihr Heinrich v. Berlepsch
 
·        den Stand der Grabungsarbeiten im Jahr 2014
verantwortlich TLDA Dr. Mathias Seidel und Frau Regina Frimel·        wie auch den aktuellen Baufortschritt
verantwortlich leitender Architekt Dipl.-Ing. Karsten Merkel

Kirchenburg Walldorf                            16.07. 2014

Vorab-Info:

·         25. 07. Termin für die Öffentlichkeit, Einwohner und Presse über den Stand der diesjährigen Ausgrabungen in Walldorf - verantwortlich TLDA Dr. Mathias Seidel und Frau Frimel – Einladung kommt noch konkreter!!!

·         Da wir Sie nicht mit zu vielen Newslettern überfrachten möchten, nochmals der Link zu mehr Informationen: https://www.facebook.com/KirchenburgWalldorfUnsere Facebookpräsenz ist öffentlich und für jedermann zugänglich

DER GLOCKENGUSS - TERMINANKÜNDIGUNG!!!


WIR BEKOMMEN NACHFOLGER

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

HIER WAR UNSER GESTÜHL

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch


DAS IST UNSER NEUES ZU HAUSE

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

DIE FAKTEN:
·        Termin für den Guss ist Freitag 29.08. 2014 15.00 Uhr
·        Ort: Glockengießerei Bachert http://www.bachert-glocken.de
·        Plätze: nur 30(!), denn zum genannten Termin werden gleichzeitig Glocken für 4 Kirchgemeinden gegossen
·        Anmeldung zum Mitfahren: Wir können LEIDER nur Walldorfer zuzüglich ausgewählte Fachleute des Wiederaufbaus mitnehmen und bitten um Verständnis. Anmeldung schriftlich bei mir persönlich. Der Gemeindekirchenrat stellt dann rechtzeitig eine Liste der Mitfahrenden zusammen.
·        ABER: Der Termin für den Guss hängt davon ab, dass alle Vorbereitungen in der Gießerei glücken. Die Wahrscheinlichkeit gibt Herr Bachert mit über 90% an.
·       
Der Joker: Bleibt eine Kirchgemeinde in der Teilnehmerzahl unter 30, dann dürfen wir deren Plätze übernehmen – wir haben gute Karten!
 
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch



    Kirchenburg Walldorf                                           05.07. 2014

Vorab-Infos:

·         25. 07. Termin für die Öffentlichkeit, Einwohner und Presse über den Stand der diesjährigen Ausgrabungen in Walldorf - verantwortlich TLDA Dr. Mathias Seidel und Frau Frimel

·         Bauabschnitt 2 „Kirchenschiff“ ist derzeit Schwerunkt der Arbeiten, Infos darüber folgen in Kürze

·         07.07. Termin „Innenarchitektur“ – die beiden Wettbewerbspreisträger stellen dem GKR und dem geladenen Fach-Gremium die neue Konzepte vor. Über das Verfahren haben wir bereits berichtet

·         Da wir Sie nicht mit zu vielen Newslettern überfrachten möchten, nochmals der Link zu mehr Informationen: https://www.facebook.com/KirchenburgWalldorf Unsere Facebookpräsenz ist öffentlich und für jedermann zugänglich

DER GROSSE UNTERSCHIED!!!

Zwischenergebnis zum 1. Bauabschnitt - Turm!!!

Liebe Freunde und Freundinnen der Kirchenburg,

Der Kirchturm ist zum Teil vom Gerüst befreit. Zum Vergleich der alte Turm, das von uns abgelehnte Schwarz-Weiß-Konzept und der fast fertige Turm.

Das Kaff-Gesims wurde überarbeitet und das um das Jahr 1300 geschaffene Biforium (Zweibogenfenster) ist zum neuen Highlight der Walldorfer Kirchen-Baugeschichte geworden. In 3 Wochen folgen 3 Zifferblätter oberhalb des Gesimses... diese und jene Löcher dienen als Nistplätze für Mauersegler und Dohlen. Im Inneren des Turmes befinden sich auch Wandkästen für Fledermäuse. Großes Lob an alle Beteiligten... ich kann nicht einmal einzelne hervorheben, ALLE waren super... und sind es noch!!!

So sah der Turm über viele Jahre hin aus.

Der Schwarz-Weiß-Vorschlag, gegen den sich die Walldorfer erfolgreich gewehrt haben. Das Gutachten der Steinrestauratorin war ausschlaggebend und die geringeren Wartungskosten.

Restauriertes Biforium (Zwei-Bogen-Fenster), das um etwa 1300 entstanden ist. Wir haben sogar die originale Mittelsäule wiedergefunden. Die war als Baustein mit eingemauert. Das Fenster darüber aus den Jahren vor 1597 hat links und rechts Kerben, damit unsere neuen Glocken hindurch passen.

Auch das später eingebaute Spitzbogenfenster aus den Jahren vor 1597 wurde restauriert. Es soll wieder eine historische Bleiverglasung erhalten. Wer genauer hinschaut, erkennt in den großen Öffnungen Kopf und Schultern einer Nonne.

19. Juni 2014
Das Institut für angewandte Bauforschung Weimar befuhr per Kamera unsere dritte, etwa 8 Meter lange Gruft. Grund: Untersuchung des Bauzustandes. Die Schutzanzüge dienen der persönlichen Sicherheit gegen z. B. sehr gefährliche Pilzsporen.
http://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/gruft_walldorf100.html
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch
Fotos: H. Frhr. v. Berlepsch




Kirchenburg Walldorf                                                   16.06. 2014

Glockenzier

Unser Künstlerin Eva Skupin aus Mehmels bei Meiningen hat die Glockenzier fertig. 

Ihre Arbeit besteht zunächst aus ausgeschnittenen Wachsplatten…

…die sie auf den papierenen Glockenmodellen anordnet.

In Kürze fährt sie zu unserer Gießerei Bachert in Karlsruhe (http://www.bachert-glocken.de), wo das Wachs in die Gießformen gelangt.

Wie das alles letztlich genau abläuft und funktioniert, werden wir in der Gießerei erklärt bekommen, wenn wir am Gießtag da anreisen – der genaue Termin steht noch nicht fest.

 

Die 3. und größte Gruft unserer Kirche

Inmitten unserer Kirche befindet sich dieser Zugang zu einer noch ungeöffneten Marschalkschen Gruft. Wir haben sie bis jetzt unberührt gelassen, werden aber in wenigen Tagen per Kamerabefahrung ihren Zustand überprüfen und dokumentieren, denn sie ist bautechnisch für den Mauerfuß des Kirchenschiffs relevant. Näheres dazu in den Medien.

Innenarchitektur der Kirche


Walldorf, Mai 2014: Gestaltung des Innenraumes der Kirche in Walldorf b. Meiningen
Aufgabenstellung zur Erarbeitung einer Konzeptidee
1          Anlass / Situation
Die Evangelische Kirchgemeinde Walldorf bei Meiningen hatte im Sommer 2013 einen Wettbewerb zur Gestaltung des Innenraumes der Kirche ausgeschrieben, an dem sich 9 Architekten, Innenarchitekten und Künstler beteiligten. In der Jurysitzung am 25.10.2013 wurden zwei zweite Preise an Tom B. Förster vom Büro Kummer Lupk Partner aus Erfurt und an das Büro Osterwold Schmidt Architekten BDA aus Weimar vergeben.
Nach der Entscheidung wurden beide Preisträgerentwürfe in der Öffentlichkeit und in mehreren Sitzungen des Gemeindekirchenrats diskutiert. Im Ergebnis dieser Orientierungsphase hat sich die Sichtweise auf den Innenraum seitens der Kirchgemeinde so weiterentwickelt, dass ein verändertes Konzept notwendig wird, welches nun stärker konservatorisch-künstlerisch ausgerichtet werden soll. Die Kirchgemeinde sah aus diesen Gründen eine Überarbeitungsphase auf der Basis der prämierten Wettbewerbsentwürfe, wie sie das Preisgericht im Protokoll der Jurysitzung empfohlen hatte, nicht mehr als Ziel führend an.
Die Kirchgemeinde hatte deshalb die beiden Preisträger am 02.04.2014 zu einem Erörte­rungstermin nach Walldorf eingeladen und dort auch wesentliche Aspekte der weiterent­wickelten Sichtweise vorgetragen. Die beiden Büros wurden gebeten, sich zur veränderten Aufgabe zu positionieren und darzulegen, ob sie auch unter Berücksichtigung dieser Anforderungen bereit sind, die Bearbeitung der Aufgabe zu übernehmen. Auch sollten sie sich zu den aus ihrer Sicht notwendigen Rahmenbedingungen äußern.
Beide Büros haben innerhalb der Frist dargelegt, dass sie nach wie vor Interesse an der Übernahme dieser komplexen Planungsaufgabe haben. Ziel der Kirchgemeinde ist es nun, den Planungspartner möglichst fair, objektiv und nachvollziehbar auszuwählen. Da sich auf der Grundlage der aus den Gesprächen und den Rückäußerungen gewonnenen Erkenntnisse keine begründbare Entscheidung zugunsten eines Büros ableiten lässt, soll nun der Versuch unternommen werden, von beiden Büros nochmals einen konzeptionellen Ansatz (mit begrenztem Aufwand) abzufordern, diesen im Gemeindekirchenrat präsentieren zu lassen und dann eine Entscheidung zu treffen.
2          Aufgabe
Kern der Aufgabe ist eine kompakte Darstellung einer konzeptionellen Idee bzw. eines konzeptionellen Ansatzes für den Innenraum unter Berücksichtigung der weiterentwickelten Sichtweise verbunden mit der Darstellung der Herangehensweise an diese vielschichtige Planungsaufgabe. Im Mittelpunkt der Überlegungen sollten die Ziele und Wünsche der Kirchgemeinde stehen, die im Folgenden noch näher beschrieben werden. Die Darstellung des konzeptionellen Ansatzes sollte verbal und in Skizzenform erfolgen (Skizzen auf max. 1 Blatt DIN A 0, Erläuterungen max. 2 Seiten DIN A 4). Ziel ist es, den Aufwand für die beiden Preisträger auf das zur Beurteilung und Entscheidung notwendige Maß zu begrenzen.
Gewünscht wird nichts „Fertiges" oder „Unveränderbares", eher Ansätze und Ideen, die einen Rahmen bilden können, um die unterschiedlichen Facetten und Ebenen der anspruchsvollen Aufgabe zusammenzuführen. Aufgezeigt werden sollten allerdings auch Spielräume und Alternativen, die innerhalb der formulierten Konzeptidee möglich sind.
Die wesentlichen Positionen der Kirchgemeinde zum konservatorisch-künstlerischen Ansatz können wie folgt zusammengefasst werden (diese wurden von Pfarrer Heinrich v. Berlepsch im Rahmen des Erörterungstermins in Walldorf ausführlich dargelegt):
           gewünscht ist die Herstellung des Raumeindrucks/Raumgefühls von 1580 (Kircheninnenraum ohne Emporen, freie Turmwand im Westen des Hauptschiffes mit Torbogen zum Turmuntergeschoss),
           Interpretation  des Turmuntergeschosses  als  introvertierte,  reizvolle  Raumsituation (Taufkapelle),
           Berücksichtigung und Inszenierung der großzügigen Raumfolge Altarraum (Chor) -Hauptschiff - Turmuntergeschoss bzw.  umgekehrt (es ergibt sich  in diesem Zusammenhang die interessante Möglichkeit, die Kirche in zwei Richtungen „zu bespielen"),
           Integration der Epitaphien an historischem Standort,
           Kopie der Kanzel an historischem Standort
           Adaption und Integration der alten Holz-Kassetten Decke,
           Einordnung der Orgel an der Westwand,
           restauratorischer Umgang mit den Innenseiten der Außenwände,
           künstlerische Gestaltung der Kirchenfenster (wegen der besonderen Bedeutung der Fenster sollen verschiedene Glaskünstler angesprochen werden),
           Einstieg in den Findungsprozess „Kircheninventar" (keine Lösung).

Zur Verdeutlichung der Wünsche und Ziele der Kirchgemeinde wird an dieser Stelle auch
nochmals auf den Eintrag auf der Internetseite www.kirchenburg-walldorf.deverwiesen:
"Die Kirchgemeinde möchte das Raumgefühl von 1580 herstellen mit historischer Decke, Wand und Fußboden. Festlegung des Gemeindekirchenrats ist auch, dass die alte Kanzel in Kopie wieder hineingestellt wird. Die beiden Epitaphien der Marschalk von Ostheim sollen in restauriertem Zustand erneut ihren Platz neben der Kanzel erhalten. Fast alle Fenster erfahren eine künstlerische Gestaltung. Allein schon diese Neuerung wird dem Kirchen­inneren einen komplett anderen Gesamteindruck geben, der nach innen und außen abstrahlt. Kruzifix, Altar, Pult und Kirchenbänke gilt es noch zu gestalten. Die neue Kirche wird also auch zeitgemäß und funktional sein. Der Plan besteht darin, die alte Kassettendecke in Adaption wieder zu errichten sowie die Wände, Fenster und Fensteröffnungen restauratorisch zu behandeln und zu erhalten. Der Putz wird in Teilen ebenfalls erhalten und in einer Fassung ergänzt, wie sie im 16. Jahrhundert bestand. Wir prüfen analog der historischen Befundlage durchaus auch einen Fußboden aus Sandstein zu beschaffen. Vom Raumgefühl her wäre damit die Kirche von 1580 wiederbelebt. Zur damaligen Zeit gab es beispielsweise noch keine Emporen. Wir glauben, mit diesen Maßnahmen einen Raum zu schaffen, in den die alte Walldorfer Kirchenburgseele zurückkehrt."
Die Kirche soll für die Gemeinde gestaltet werden. Die Kirchgemeinde wünscht nach wie vor Entwurfsansätze im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, fühlt sich aber klar der baulichen Kirchenburgtradition verpflichtet. Der Innenraum soll dabei dezent funk­tional und flexibel gestaltet werden. Das Konzept muss einerseits den gegenwärtigen und zukünftigen Nutzungsanforderungen und Bedürfnissen der Gemeinde gerecht werden, aber auch die Erlebbarkeit verschiedener Zeitschichten im Sinne diskreter Spurensuche ermög­lichen. Der Gemeindekirchenrat hat sich deshalb in mehreren Sitzungen dazu verständigt, eine konservatorisch-künstlerische und funktionale Innengestaltung unter Berücksichtigung der o.g. Prämissen anzustreben. Konservatorisch-künstlerisch bedeutet dabei nicht konservativ.
Die in Teil C des Auslobungstextes zum Wettbewerb formulierten Anforderungen an die Gestaltung des Innenraumes (Raum- und Funktionsprogramm, Teilaspekte des Entwurfs) gelten im Grundsatz weiterhin. Einzig die Überlegungen zur Nutzung der Kirche als „Theaterkirche" sollen nunmehr in dem Rahmen verfolgt werden, wie es keiner besonderen Baulichkeiten und sichtbaren Eingriffe bedarf (z.B. verdeckte Deckenscheinwerfer, Haken etc.). Hinsichtlich des Charakters des sakralen Raumes wird als Hinweis und Denkanstoß für die Überlegungen der Bearbeiter an dieser Stelle nochmals auf folgenden Anspruch und Wunsch der Kirchgemeinde hingewiesen:
„Die überragende Mehrheit wünscht sich die Walldorfer Kirche als das, was sie war: Zu Hause der Gemeinde, Ort der Besinnung und Begegnung des Glaubens, Mittelpunkt, Kleinod der Kultur, offen/aufgeschlossen... warm, schön, nicht dem Wandel der Zeiten unterworfen, Platz, an dem Menschen zur Ruhe kommen und manchmal verändert nach Hause gehen..."(Zitat Pfarrer Heinrich v. Berlepsch).

Abgabe und Auswertung der Arbeiten im Juli 2014.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
Ihr Heinrich v. Berlepsch

(Fotos H. Frhr. v. Berlepsch)

Kirchenburg Walldorf                                                      16.05. 2014

Bilder von der Kirchenburg - bauen – total!!

(Fotos H. Frhr. v. Berlepsch)

Der Kran hebt im 50 Meter-Radius alles…

…sogar Radlader!

Der Bauplatz der Zimmerleute und Steinmetzen

Werksteine werden ersetzt

Hinter diesem Stein wird es einen Nistplatz für Singvögel geben

…dort erwarten wir die Mauersegler

…und da die Turmfalken oder Schleiereulen

...wenige Meter neben den emsigen Steinmetzen füttert ein Dohlenpärchen 4 Jungvögel

...während die Steinmetzen sehr ordentliche Arbeit vollbringen

…genauso, wie die Zimmerleute.

Auch außen sind Arbeiten nötig. In die Nebengebäude kommt die Technik.

Die Erdarbeiten für die Kabel und Kanäle wird von Archäologen begleitet.

Das Kircheninnere steht voller Rüstung. Zuerst werden die historischen Putze noch fotografiert und archiviert,  danach das Mauerwerk vernadelt und verpresst, wie bereits am Turm geschehen. 


…die Innenschale wird auch repariert, denn Ende des Jahres 2014 müssen die Mauern das neue alte rote Ziegeldach tragen.

 

…und wie ich höre sind bei Bachert in Karlsruhe bereits die ersten Formteile für den Glockenguss in Arbeit. Unsere Künstlerin Eva Skupin ist auf dem Sprung, ihre Wachsarbeiten für die Glockenzier dort abzugeben.

Der Guss soll im September erfolgen, den Termin haben wir noch nicht, doch ich gebe ihn rechtzeitig bekannt.

 

Danke für Ihr Interesse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                                    22. 04. 2014

 Kurzinfo von der Kirchenburg!!


Kirchenburg 22. 04. 2014 15.00 Uhr:

Vor der Außenmauer wird eine 30 cm dicke, stahlbewährte Betonplatte gegossen. Am 6. Mai wird ein großer Baukran aufgestellt, Modell "Obendreher". Der Kran wird die Kirchturmspitze überragen, eine Arbeitshöhe von etwa 40 Metern aufweisen, einen Radius von 42 Metern beschicken und am äußersten Ende immer noch etwa 1 1/2 Tonnen "lüften" können.

Mindestens für ein Jahr muss der Kran für uns arbeiten. Er soll die Glocken heben und am Jahresende 2014 auch das nagelneue Dach in Einzelteilen montieren.

Wer aus sicherer Entfernung zuschauen möchte, wie der Kran errichtet wird, merke sich bitte den 6. Mai vor!!! Die Medienvertreten sind hiermit herzlich eingeladen, mit Wort und Bild dabei zu sein.





Danke für Ihr Interesse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                                    30. 03. 2014

Liebe Freundinnen und Freunde, Post von der Kirchenburg!!



Glockenzier: Made in Mehmels

Abdruck mit freundlicher Genehmigung vom „Meininger Tageblatt“

Das Herzstück des Kirchturms, das Geläut, wird bald wieder schlagen. Der Gemeindekirchenrat von Walldorf fasste in seiner März-Sitzung alle dazu notwendigen Beschlüsse.
Von Oliver Benkert

Walldorf
Es war die wichtigste Sitzung des Walldorfer Gemeindekirchenrates zum Auftakt des Kirchenwiederaufbaujahres 2014. Entschieden hat sich das Gremium, dem zehn Personen plus Pfarrer Heinrich von Berlepsch angehören, zu drei wichtigen Komplexen mit einem Wertumfang von knapp 90000 Euro.
1. Klar ist jetzt, wie die vier Glocken ausgestaltet werden, sprich welche Zier sie erhalten. Drei Künstler hatten ihre Vorschläge dazu eingereicht und vorgestellt.
2. Der Zuschlag für den Bau des Glockenstuhls ist vergeben. Dazu ein Fakt, über den der Laie staunt: Der Glockenstuhl wird erst eingebaut, wenn die Glocken hängen.
3. Als Paket vergeben wurde der Turmuhrenbau sowie alles, was mit den Glocken zu tun hat - vom Bronzeguss bis zur Steuerung. Ein kleiner Blick voraus: Glockenweihe wird nach jetzigem Planungsstand erst im Herbst 2014 gefeiert.

Zuschlag für Firma Willing
Umfangreichster und kostenintensivster Auftrag ist der Guss und die Installation eines neuen Glockengeläuts sowie der Einbau einer mechanischen Turmuhrenanlage. Anstatt eines Ziffernblattes werden am Turm künftig drei zu sehen sein und den Dorfbewohnern die Zeit anzeigen. An der abgedeckten Baufassade sind diese bereits bildlich dargestellt worden. Das Auftragspaket „Glocken und Uhren" ging an die Firma Steffen Willing, Turmuhren und Glockenbau aus Gräfenhain. Damit verbunden ist zugleich die Vergabe für den Guss der vier Bronzeglocken. Er erfolgt in der Glockengießerei Bachert Karlsruhe GmbH.
Um das Glocken-und-Uhren-Paket hatten sich drei Firmen beworben. Nach fachlicher Prüfung durch den Glockensachverständigen Marcus Schmidt ist dem Gemeindekirchenrat empfohlen worden, dem günstigsten Anbieter den Auftrag zu erteilen. Ähnlich der Werdegang für den ausgeschriebenen Neubau des Glockenstuhls. Hier gab es vier Bewerber. Den Zuschlag erhielt der Zimmermeister Ruft aus Ebenheim. Der Glockenstuhl wird aus Stieleiche, auch als Deutsche Eiche bekannt, gebaut. „Das verwendete Holz muss mindestens fünf Jahre gelagert sein", erklärte Pfarrer von Berlepsch.

Die genannten beiden Beschlüsse fassten die Mitglieder des Gemeindekirchenrates auf der Grundlage der fachlichen Einschätzung einstimmig. Die günstigsten Anbieter bekamen den Zuschlag. Mit geldwertem Maß ließ sich die Glockenzier, zu der drei Künstler jeweils einen Vorschlag präsentierten, nicht bewerten. „Es sind drei tolle Arbeiten. Es reißt einem das Herz heraus, dass wir nur vier Glocken gestalten und nicht zwölf", eröffnete der Geistliche die Vorstellungsrunde und stellte zugleich die Nachverwertung von einem der beiden Entwürfe in Aussicht, die vom Gremium nicht favorisiert werden.

 

Details vorgestellt

Dr. Ulrich Barnickel, Künstler aus Schlitz, eröffnete den Vorstellungsreigen. Mit stilisierten langgezogenen Figuren gestaltete er die Vorderseiten der Glocken, die er am Kranz mit einem umlaufenden Schriftzug versah. Und zwar zu den gleichen Themen wie alle anderen auch. Sie lauteten Glaube (Gebetsglocke), Liebe (Abendmahlsglocke), Hoffnung (Ewigkeitsglocke) und Freude (Taufglocke). Sein Mitbewerber, der Maler und Grafiker Gert Weber aus Gräfenhain, konzentrierte seine reliefartigen, filigranen Darstellungen vorwiegend im Mittelpunkt der Glockenfläche. Schrift ordnete er sowohl im oberen als auch im unteren Bereich einer jeden Glocke an. Die Vorstellung der Details übernahm Pfarrer von Berlepsch, weil Weber krankheitsbedingt an der Tagung nicht teilnehmen konnte.

 

Skupin-Entwurf überzeugte

Zum Schluss stellte die Bildhauerin Eva Skupin aus Mehmels ihren Vorschlag für die Walldorfer Glockenzier vor. Wie ihre Vorgänger schmückte sie die Glocken mit Figuren und Schriftzügen. In der Gesamtheit erwies sich ihre Umsetzung als sehr überzeugend. Zudem konnte sie mit einer von Schwung und Anmut geprägten figürlichen wie auch textlichen Gestaltung punkten.

Skupin, die jüngste der drei Künstler, lieferte eine Umsetzung des biblischen Themas nach Apostel Paulus, wie sie dem Gemeindekirchenrat vorschwebte. Eine Walldorfer Glockenzier, die einen Zeitgeist atmet, der heute immer mehr die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt rückt, und dazu einen Hauch Lokalkolorit nicht missen lässt. Die Entscheidung war, wie Heinrich von Berlepsch vorausgesagt hatte, keine leichte. Sie fiel zum Glück dennoch eindeutig aus. Acht Stimmen entfielen auf den Skupin- Vorschlag und drei auf den Barnickel- Entwurf. Interessantes Detail am Rande: Der Gemeindekirchenrat hatte im Vorfeld per Abstimmung ein Votum der örtlichen Konfirmanden zugelassen. Das Gremium einigte sich, dem religiösen Nachwuchs eine Stimme zu geben, die mit in die Waagschale geworfen wurde. Mit den Entwürfen hatten sich die Konfirmanden während des jüngsten Unterrichts beschäftigt. Geeinigt haben sich zu guter Letzt die Teilnehmer der Tagung noch darauf, die Entwürfe für die Glockenzier von Dr. Ulrich Barnickel und Gert Weber der finanzschwachen Gemeinde Seidingstadt zur Verfügung zu stellen. „Wir unterstützen sie, in dem wir für sie die Wettbewerbskosten tragen“, unterstrich der Pfarrer. Seidingstadt ist ein Ortsteil der Gemeinde Straufhain im Landkreis Hildburghausen. (aus: 12.03.2014 „Werrabote)



Entwurf Eva Skupin, Mehmels
Dass der Glockenguss nun doch erst im Herbst 2014 erfolgen kann, hat den banalen Grund, dass die Auftragsbücher der 5 deutschen Glockengießereien rappelvoll sind. In der Ferienzeit möchten wir nicht gießen, denn sowohl zum Guss als auch zur Weihe wollen wir möglichst alle zu Hause sein bzw. miteinander in die Gießerei reisen. In den letzten beiden Jahren haben wir gelernt, auch auf dergleichen unvorhergesehenes positiv zu reagieren: Wir freuen uns mit, dass in unserem Land so viele Glocken gegossen werden… nur die Bronze werden wir schon zeitnah kaufen und bezahlen, wenn der Markt so heftig floriert.

Eine Frühjahresansicht der Walldorfer Kirche mit ausschlagenden Bäumen
Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

Seit wenigen Wochen steht es fest: Die neue alte Kirche wird steinsichtig – wir haben das amtliche Schreiben (Einvernehmensherstellung) in Händen! Die Kirchenburg wird also verfugt. Für uns Walldorfer ist das sehr wichtig. Wir danken der Oberen Denkmalbehörde für das Entgegenkommen und SOVIEL VERSTÄNDNIS.
Nach unserer Planung gehen wir davon aus, dass wir in 2014 nicht nur die Glockenweihe feiern dürfen, sondern auch die im Foto gezeigte Kubatur der Walldorfer Kirche mit rotem Ziegeldach fertiggestellt werden kann. Und über das Innere der Kirche verständigen wir uns in den nächsten Tagen mit den zwei Preisträgerteams des Wettbewerbs. Als große Linie verfolgen wir einen konservatorisch-künstlerischen Ansatz, der sich an der Walldorfer Kirche von 1580 orientieren soll. Außerdem wollen wir im Team bauen, Fachplaner, Künstler und vor allem die Kirchgemeinde am Wiederaufbau beteiligen.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                                         16.02.2014

Überraschungsfoto aus unserer alten Kirche - kaum einer erinnert sich mehr daran. Dieser Eingang zumindest ist so wieder herzustellen!!Hier der Arbeitsstand zur Innenraumgestaltung


Die Kirchgemeinde möchte das Raumgefühl von 1580 herstellen mit historischer Decke, Wand und Fußboden. Festlegung des Gemeindekirchenrats ist auch, dass die alte Kanzel in Kopie wieder hineingestellt wird. Die beiden Epitaphien der Marschalk von Ostheim sollen in restauriertem Zustand erneut ihren Platz neben der Kanzel erhalten. Fast alle Fenster erfahren eine künstlerische Gestaltung. Allein schon diese Neuerung wird dem Kircheninneren einen komplett anderen Gesamteindruck geben, der nach innen und außen abstrahlt. Kruzifix, Altar, Pult und Kirchenbänke gilt es noch zu gestalten. Die neue Kirche wird also auch zeitgemäß und funktional sein.

Der Plan besteht darin, die alte Kassettendecke in Adaption wieder zu errichten. Die Wände und Fenster und Fensteröffnungen restauratorisch zu behandeln und zu erhalten. Der Putz wird in Teilen ebenfalls erhalten und in einer Fassung, wie sie im 16. Jahrhundert bestand, ergänzt. Wir prüfen analog der historischen Befundlage durchaus auch einen Fußboden aus Sandstein zu beschaffen. Vom Raumgefühl her wäre damit die Kirche von 1580 wiederbelebt. Zur damaligen Zeit gab es beispielsweise noch keine Emporen. Wir glauben, mit diesen Maßnahmen einen Raum zu schaffen, in den die alte Walldorfer Kirchenburgseele zurückkehrt.


Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Werrabote, Samstag 15. Februar 2014

Seele der alten Burgkirche gesucht

(Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FWMeininger Tageblatt)

Der Walldorfer Pfarrer Heinrich von Berlepsch und Architekt Karsten Merkel haben die Vorhaben für 2014 abgesteckt. Der Wiederaufbau der Wehrkirche wird 2014 wieder ein ganzes Stück vorangebracht.                        Foto: 0. Benkert

               

Der Wiederaufbau der am 3. April 2012 ausgebrannten Walldorfer Wehrkirche ist in vollem Gange. Nach erfolgter Sanierung des Kirchturmes sollen nun neue Glocken gegossen und aufgehängt, das Fundament des Kirchenschiffs stabilisiert und der Innenausbau in Angriff genommen werden. Im Gespräch mit FWMeininger Tageblatt erläutern Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch und der zuständige Architekt Karsten Merkel, was 2014 alles geplant ist.

Der Wiederaufbau der Wehrkirche nimmt Gestalt an. Im vergangenen Jahr konnte der Turm saniert und mit einer neuen Haube und Spitze versehen werden. Entsprach dies vom Ablauf und der Ausführung den Vorstellungen der Kirchgemeinde?

Pfarrer Heinrich von Berlepsch: Ja, perfekt. Wir sind sehr glücklich darüber. Es ist genau nach dem Muster und Vorbild der alten Kirche geschehen und ein wichtiges Zeichen des Baufortschritts. Wenn man sich Walldorf jetzt nähert, ist der Ort kein Suchbild mehr, denn der Kirchturm ist weithin sichtbar. Die Landmarke ist wieder da. Emotional ist damit ein weiteres Stück vom Trauma des Brandes abgebaut.

 

Der Kirchturm ist erst mit seinem Geläut wieder komplett. Vier neue Bronzeglocken möchte die Kirchgemeinde aufhängen. Lässt sich das auch umsetzen?

Von Berlepsch: Zu hundert Prozent. Bronze klingt auch sehr viel besser als Eisenhartguss. Wir werden eine hörbare Steigerung erfahren. Wir freuen uns auf die neuen Glocken in der altbekannten Stimmlage, trauern aber auch um unsere alten.

 

Wenn alles funktioniert, wollen wir am 29. Juni die Glockenweihe durchführen.

Pfarrer Heinrich von Berlepsch

 

Gibt es für das Vorhaben bereits einen Ablaufplan?

Pfarrer Heinrich von Berlepsch: Wenn alles funktioniert, wird am 29. Juni die Glockenweihe gefeiert. Die Woche davor dient der Montage, davor werden die Glocken in Walldorf einen Ehrenplatz in der Nähe des Kranes in der Pfarrgasse bekommen und können eine Woche lang von Walldorfern und Gästen besucht, bestaunt, gestreichelt und geschmückt werden. Entsprechende Zeit davor fahren wir zum Glockenguss. Ich denke wir bekommen ein bis zwei Gemeindebusse voll. Die Gießereien sind darauf eingestellt.

 

Steht schon fest, wo sie gegossen werden?

Von Berlepsch: Nein, die Ausschreibung dazu läuft jetzt an. Wir sind gerade dabei, die Glockenzier zu entwickeln. Jede Glocke wird von alters her verziert. Die Kirchgemeinde arbeitet an der Gestaltung mit. Wir haben kürzlich zum Glockenabend im Gemeindezentrum Kressehof viel darüber erfahren, wissen also, was sich so machen lässt. Klar sind die Gestaltungsthemen. Diese wurden an drei Künstler weitergereicht, die uns dazu je einen Gestaltungsvorschlag unterbreiten.

Die Ansicht der Kirchenfassade soll so bleiben, wie sie die Walldorf er seit fast 100 Jahren kennen.

Architekt Karsten Merkel

 

Warum gerade drei Künstler?

Architekt Karsten Merkel: Die Anzahl ist praktikabel und die Künstler haben schon in dem Bereich gearbeitet. Zwei Künstler sind beim Architektenwettbewerb mit dabei gewesen und sind mit der Gesamtproblematik Wiederaufbau der Wehrkirche vertraut. Auf die drei Themen hat sich der Gemeindekirchenrat geeinigt.

 

Wie lauten diese?

Merkel:

1. Glaube, Liebe, Hoffnung, Freude.

2. Osten - Süden - Westen - Norden sowie als Varianten auch Morgen, Mittag, Abend, Nacht oder der Lebenslauf von Geburt bis zum Tod und

3. Feuer, Wasser, Erde, Luft aus christlicher Sicht.

 

Das Mauerwerk des Turms ist im letzten Jahr neu verfugt und damit zugleich sichtbar belassen worden. Jetzt soll aber die Kirchenfassade entsprechend der Denkmalschutzauflage verputzt werden. Wie passt das zusammen?

Merkel: Nach vielen Recherchen, Gesprächen und Überlegungen hat der Gemeindekirchenrat beschlossen, dass nicht nur der Kirchturm, sondern auch das restliche Mauerwerk von Hauptschiff und die Sakristei analog dem Turm verfugt werden. Die Ansicht soll so bleiben, wie sie die Walldorf er seit fast 100 Jahren kennen. Das ist Beschluss des Bauherrn. Bauherr ist die Kirchgemeinde Walldorf. Es läuft in Bezug auf die Empfehlung, die Gesamtanlage zu verputzen, ein Widerspruchsverfahren.

 

Was glauben Sie, wie die Untere Bauaufsicht als Genehmigungsbehörde darauf reagiert? Mit welchen Konsequenzen müssen Sie jetzt rechnen?

Merkel: Die Bauaufsichtsbehörde hat einen sogenannten Abhilfebescheid erteilt. Das heißt, dass wir dieser Auflage des Landes, die Kirche zu verputzen, nicht nachkommen müssen. Dennoch müssen wir uns mit der Landesbehörde dazu ins Benehmen setzen und uns einigen. Wir unterstehen auch einem innerkirchlichen Genehmigungsverfahren. Wir sind bereits mittendrin.

 

Eine Kirche mit einem Vollverputz konserviert den Bau am besten, sagt die Fachbehörde. Die Kirchgemeinde weiß es besser: Welche Argumente hält sie dagegen?

Von Berlepsch: Der Putz hält aufgrund der Witterungsbeanspruchung und des Sandsteinmauerwerks darunter nicht viel länger als zwei bis drei Jahrzehnte. Bereits nach zehn Jahren müssten wir mit den ersten deutlich sichtbaren Schäden rechnen. Das wissen wir aus einem Gutachten unserer Fachplanerin. Der Gemeindekirchenrat sagt, wenn wir jetzt einen Vollverputz anbringen, geben wir den Nachfahren in spätestens 30 Jahren die Aufgabe, wieder ein Komplettgerüst an die Kirche zu stellen, um den Putz neu aufzuarbeiten - das ist zu teuer, dazu haben wir kein Geld. Das Gutachten unserer Steinrestauratorin weist nach, dass die Steine der Kirche stabil sind und ohne Bedenken langfristig verfugt werden können. Darauf werden wir uns verlassen. Nicht ausbleibende kleinere Schäden lassen sich bei einer Verfugung wesentlich kostengünstiger reparieren als eingefärbter vollflächiger Verputz. Hinzu kommen ästhetische Gründe, von denen sich die Kirchgemeinde bei ihrer Entscheidung leiten ließ, die Kirche so zu belassen, wie sie die Walldorfer kennen und mögen.

Welche der beiden Variante ist billiger?

Merkel: In der Erstausführung sind sie kostentechnisch gleich. In der langfristigen Unterhaltung käme die Verputzung teurer.

 

Letztes Jahr haben Künstler und Architekten im Rahmen eines Wettbewerbes Vorschläge für die Innengestaltung der Kirche eingereicht. Zwei davon sind prämiert worden. Welcher Vorschlag von beiden wird umgesetzt?

Von  Berlepsch: Das  Nachdenken über Ergebnisse des Wettbewerbs hat mich sehr viele schlaflose Nächte gekostet. Auch vielen Walldorfern ist es so ergangen wie mir. Dennoch, der Wettbewerb war erforderlich, um das ganze beschaffbare, kreative Potenzial in den Gestaltungsprozess einzubinden und keine Ideen zu verschenken.  Doch wir haben bei beiden das deutliche Gefühl, dass sie mit ihren Vorschlägen Architektur in unsere Kirche hineinbringen, die sie überfremdet, selbst wenn wir einräumen, dass überzeugende Architektur manchmal am Kontrast partizipiert. Wir haben uns wirklich sehr viel Zeit genommen und die Entwürfe auf uns wirken lassen. Dabei reifte die Überzeugung, dass wir den Kircheninnenraum aus einem anderen Blickwinkel betrachten möchten, als in den beiden Entwürfen geschehen. Zweifellos, wir wollen unsere Kirche für die Gemeinde gestalten, also funktional und flexibel und im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, das bleibt.

Wir glauben, mit diesen Maßnahmen einen Raum zu schaffen, in den die alte

Walldorfer Kirchenburgseele zurückkehrt.

Pfarrer Heinrich von Berlepsch

Das ist eine Kaugummi-Antwort, dehnbar in alle Richtungen. Wollen Sie keinen der beiden Vorschläge umsetzen?

Von Berlepsch: Wir haben uns im Gemeindekirchenrat in mehreren Sitzungen dazu verständigt, eine konservatorische, künstlerische, funktionale Innengestaltung der Kirche umzusetzen.

Also welcher Vorschlag wird jetzt genommen?

Von Berlepsch: Ein anderes Konzept muss her, ein neues, konservatorisch-künstlerisch und doch nicht konservativ.

Gibt es für die neue Vorgehensweise schon einen Plan?

Von Berlepsch: Ja. Der Plan besteht darin, die alte Kassettendecke in Adaption wieder zu errichten. Die Wände und Fenster und Fensteröffnungen restauratorisch zu behandeln und zu erhalten. Der Putz wird in Teilen ebenfalls erhalten und in einer Fassung, wie sie im 16. Jahrhundert bestand, ergänzt. Wir prüfen, analog der historischen Befundlage,

durchaus auch einen Fußboden aus Sandstein zu beschaffen. Vom Raumgefühl her wäre damit die Kirche von 1580 wiederbelebt. Zur damaligen Zeit gab es beispielsweise noch keine Emporen. Wir glauben, mit diesen Maßnahmen einen Raum zu schaffen, in den die alte Walldorfer Kirchenburgseele zurückkehrt.

Die Kirchgemeinde hat den Wettbewerb initiiert, dessen Ergebnis ihr nun missfällt. Warum hat sie nicht von Anfang an ihre Vorstellungen zu Papier gebracht und diese mithilfe eines Architekten konkretisiert?

Von Berlepsch: Diese Vorstellungen waren im Ansatz im Vorfeld schon da. Wir haben damals überlegt, die Kirche mit fremden Kirchen-Original-Inventar auszustatten, um das Innere damit wiederzubeleben. Doch geeignetes Inventar war nicht am Markt. Der Wettbewerb hat weitere Lösungswege ausgelotet und der Kirchgemeinde gezeigt, was eine moderne Kirche bedeutet, die in ihrem Inneren kaum ihre Vergangenheit zeigt. Deshalb war auch dieser Wettbewerb wichtig, um zu schauen, was die Kirchgemeinde will und was sie nicht will.

Zum besseren Verständnis: Welche Gestaltung des Kircheninneren sahen die beiden Vorschläge vor?

Merkel: Der eine Entwurf möchte uns in der Farbgebung ein Goldweiß zurückgeben in einer funktionalen Kirche. Der Zweite wollte die Gestaltung von 1580 aufgreifen, hat jedoch in das Innere sehr markante Möbel gesetzt und das Gesamtbild durch neue Holzeinbauten dominiert. Dazu entstand noch eine Verjüngung zwischen Kirchenschiff und Chor, die den Altar fast in einen Nebenraum gestellt hätte.

Was möchte die Kirchgemeinde?

Merkel: Die Kirchgemeinde möchte das Raumgefühl von 1580 herstellen mit beschriebener Decke, Wand und Fußboden. Festlegung des Bauherrn ist es auch, dass die alte Kanzel in Kopie wieder hineingestellt wird. Und die beiden Epitaphien der Marschalks von Ostheim sollen in restauriertem Zustand wieder ihren Platz neben der Kanzel erhalten. Fast alle Fenster erfahren eine künstlerische Gestaltung. Allein schon diese Neuerung wird dem Kircheninneren einen komplett anderen Gesamteindruck geben, der nach innen und außen abstrahlt. Kruzifix, Altar, Pult und Kirchenbänke, gilt es noch zu gestalten. Die neue Kirche wird also auch zeitgemäß und funktional sein.

 

Wo kommt die Orgel hin?

Merkel: Laut Gemeindekirchenrats-beschluss an der linken Westwand zum Kirchturm. Dazu wird es ein separates Entwurfs- und Angebotsverfahren geben, unter der Leitung des Orgelsachverständigen der Landeskirche.

 

Was hat das gestalterische für Konsequenzen?

Von Berlepsch: Wir werden mit den Preisträgern reden und ihnen den Entscheidungsprozess und das Fazit der Kirchgemeinde vorstellen. Wir möchten sie zu einer anderen Sicht unseres Kirchenraumes einladen und dazu, an den Zielvorstellungen der Kirchgemeinde mitzuwirken. Sie sind Architekten und dürften mit ihren eingereichten Entwürfen noch nicht am Ende ihrer kreativen Möglichkeiten angelangt sein.

Die Kirche bleibt eine Baustelle, die eher geeignet ist, sich da die Beine zu brechen, als dort Gottesdienste zu feiern.

Pfarrer Heinrich von Berlepsch

 

Welche Maßnahmen sollen im Zuge des Wiederaufbaus 2014 umgesetzt werden?

Merkel: Im letzten Jahr haben wir den ersten Bauabschnitt, die Sanierung des Kirchturmes, fast beendet. Es gibt noch einige Restleistungen bei den Steinmetzarbeiten, die wegen der Witterungsverhältnisse nicht alle 2013 ausgeführt werden konnten. Der Einbau des neuen Glockenstuhls zur Vorbereitung der Glockenmontage erfolgt im Frühjahr, inklusive der Kirchturmuhrenanlage, die übrigens drei Ziffernblätter bekommt anstatt nur eines. Die Ziffernblätter zeigen nach Süden, Westen und Norden - so wie es momentan am Baugerüst angedeutet ist. Der zweite Bauabschnitt ist die statisch-konstruktive Sicherung der Mauerwerkswände des Hauptschiffes, des Altarraumes und der Grüfte. Dann bekommt das Hauptschiff einen neuen Dachstuhl mit einer neuen Dacheindeckung. Es wird also neben der Glockenweihe auch 2014 wieder ein Richtfest geben. Bis Ende des Jahres wollen wir die Rohbauarbeiten abschließen. Parallel dazu gibt es Reparaturarbeiten an der Wehrmauer.

 

Wenn die Kirche im Herbst wieder ein Dach hat, feiern die Walldorfer dann vielleicht auch schon Weihnachten im Gotteshaus?

Von Berlepsch: Diese Frage bekomme ich oft gestellt, ob wir nicht zu den verschiedenen Anlässen die Kirche nutzen könnten. Aber so weit sind wir noch nicht. Es ist Ende des Jahres in der Kirche noch richtig kalt. Sie bleibt eine Baustelle, die eher geeignet ist, sich da die Beine zu brechen, als dort Gottesdienste zu feiern. Der Aufwand wäre zu groß. Die Kirche steht im Rohbau da. Sie ist wie eine offene, zugige Halle.

 

Einen Satz zu den Vorhaben 2015?

Merkel: Der dritte Bauabschnitt beinhaltet den Ausbau der Kirche und die Ausstattung des Kirchenraumes sowie die Gestaltung der Außenanlagen.

Interview Oliver Benkert

Kirchenburg Walldorf     23. 01. 2014 19.00 Uhr

Liebe Leserinnen und Leser mit dieser Post lade herzlich zu einem Themenabend ein. Walldorfs Kressehof (Ortsmitte) bietet genügend Plätze. Der Abend beginnt mit einem bebilderten Spaziergang durch die Glockengeschichte und beinhaltet viel Wissenswertes… es dürfen auch Fragen gestellt werden. Zum Schluss geht es um die Kunst der Glockengestaltung. Marcus Schmidt ist ein profunder Glockenfachmann und Sachverständiger... und wir Walldorfer gestalten unsere neuen Glocken mit, zusammen mit Künstlern.

Ihr Heinrich v. Berlepsch

Das Plakat in der Anlage ist in A3 gestaltet.


Kirchenburg Walldorf            27. 12. 2013

 

  Zugegeben: Gott nahe zu sein…ist kein Thema der Höhenmarke!

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg

das Glück, das uns aus diesem Bild entgegenstrahlt ist echt und auch das Glück, das uns Walldorfer erfasst, wenn wir aus der Ferne wahrnehmen, die Walldorfer Ortslage hat seine Landmarke zurück - unser Dorf hat wieder eine Kirchturmspitze. Selbst die Wetterfahne hat Symbolkraft. 2013 ist nur noch von hinten zu sehen, 2014 kann kommen!!

Glück und Gottesnähesind uns im alten Jahr wirklich oft begegnet und begegnen uns noch. Wir danken Ihnen, liebe Kirchenburgfreunde, Planer und Bauleute für Ihr Engagement, Ihre Worte, Ihre Spenden und vor allem auch Ihre exzellente Planungs- und Bauleistung wie auch die geschaffenen Finanzierungsgrundlagen. Ausnahmslos gibt jeder sein Bestes… die Leidenschaft, unsere Kirchenburg wieder aufzubauen hat im Grunde alle Beteiligten erfasst. Worte wie „Begeisterung“ und „Herzblut“ sind zu ständigen Wegbegleitern geworden, nicht nur bei mir.

Einzelne Namen und Firmen möchte ich heute einmal bewusst nicht hervorheben, denn es ist stillschweigender Konsens, die Kirchenburg selbst soll wieder einen Namen bekommen, nicht der Einzelne, der sein bestes dafür gibt – deutlich zu sehen ist es aber dennoch, was Fachleute und Engagierte können, deren „Handschrift“.

                                                                                          2 Etagen tiefer:

Zwei von 7 Zeichnungen zum neuen Glockenstuhl vom Büro für Bau- und Architekturplanung Matthias Rüttinger in Schweina – vielen Dank!

2 Etagen unter der Turmspitze geht es auch voran. Dorthin sollen die 4 neuen Bronzeglocken gelangen. Nachdem manche Walldorferinnen und Walldorfer immer wieder einmal in Tränen ausgebrochen sind, wenn sie anderswo Glocken hörten und sich der eigenen verlorenen erinnerten, hatten wir zuerst gedacht, es kommt auf die Hochgeschwindigkeit an, mit der wir das neue Geläut beschaffen… Weihnachten 2013… Ostern 2014… Pfingsten? – heute sind wir schlauer. Wir haben gerade eben begriffen, neue Glocken an einem Reise- und Feiertagswochenende einzuläuten ist nur die zweite Wahl, denn Glocken werden 14 Tage lang gefeiert und dazu muss sich jede/r richtig viel Zeit nehmen.

Wir starten mit einem Glockenvortrag und –abend am Donnerstag, 23. Januar 19.00 Uhr in Walldorfs Kressehof. Dazu erwarten wir Dipl.-Ing. Marcus Schmidt, unseren geprüften Glockensachverständigen und Referenten für Glockenläuteanlagen und Turmuhren der Landeskirche. Auch an dieser Stelle darf ich nochmals auf den Begriff „Herzblut“ verweisen. Herr Schmidt führt uns engagiert in eine bebilderte Glockengeschichte ein, die Kunst der Glockenzier und des Gießens, gibt uns und den geladenen Künstlern die Hausaufgabe, „echte Walldorfer Glocken“ zu schaffen und weiß nach meinen Eindruck auf fast jede Glockenfrage die richtige Antwort. Bitte nehmen Sie diesen Termin unbedingt wahr! Wir haben den Abend extra im Kressehof angesetzt, weil dort ausreichend Platz ist. Die Einladung gilt auch allen Nichtwalldorfern aus der Nähe und der Ferne. Das Thema ist interessant für historisch und technisch Interessierte, ganze Gemeindekirchräte oder Gruppen… eigentlich für alle – wir stellen uns gern auf Ihren Besuch ein.

Außerdem werden wir beim Glockenguss dabei sein, wenn es endlich soweit ist. Die Gemeinde fährt per Reisebus in die Gießerei und wird das Geschehen dort miterleben. Nach unserer Planung sollen die 4 Glocken nach Pfingsten festlich in Walldorf einziehen und für eine Woche einen Ehrenplatz erhalten – jeder darf sie besuchen und anfassen. Die Woche darauf werden sie montiert und am 29. Juni in einem Festgottesdienst in den Dienst gestellt und eingeläutet – so die angedachten Schritte. Weitere Details erläutern wir am 23. Januar im Kressehof. Zu überlegen ist noch, wo unsere alten Glocken ihren dauerhaften Ehrenplatz bekommen werden, denn dort, wo sie jetzt stehen, wird im Frühjahr der bisher höchste unserer Kräne Platz finden. Der wird sich noch über der Kirchturmspitze drehen - von der Höhenmarke her Gott noch näher - doch für Gottesnähe braucht es keinen Kran, Gott… kann auch ohne.

 Danke für Ihr Interesse! Herzliche Segenswünsche

und Gottes Geleit im neuen Jahr.Gott nahe zu sein, bedeutet Glück. Und wenn Menschen einander nahe sind,

dann lässt sich dieses Glück sogar noch steigern!!

Ihr Heinrich v. Berlepsch

…auch vielen herzlichen Dank für Ihre Weihnachtspost. Ich/Wir haben uns sehr darüber gefreut!!!

Foto H. Frhr. v. Berlepsch, Verwendung & Abdruck gestattet, Anlage großdruckfähig.

Bitte entschuldigen Sie meinen Adressierungsfehler in der Vorweihnachtspost!


Kirchenburg Walldorf                           14.12. 2013 






Kirchenburg Walldorf                         25. 11. 2013

Bilder von der Kirchenburg

Steinmetzarbeiten am Kirchturm. Steinmetzfirma Möller aus Gotha.

Das Biforium wird wieder gezeigt. 

Die Mittelsäule war als Baumaterial vermauert und wurde wiedergefunden. 

Auch das Kaffgesims wird repariert.

Es hat die Aufgabe, abfließendes Wasser vom Turm abzuführen.

Das Kapitell (lat. capitulum „Köpfchen“) muss neu gearbeitet werden.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch


 

Kirchenburg Walldorf                                   08. 11. 2013

Ausstellungstermine

(Leider ist unsere Facebookseite zeitweise überlastet)

 

Information für die Kirchgemeinde, Bürger und interessierte Kreise:

Die öffentliche Ausstellung aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten erfolgt

vom 08.11.2013 bis 22.11.2013

Montag bis Donnerstag von 08:00–12:00 Uhr und 12:30–15:30 Uhr

Freitag von 08:00–12:00 Uhr

Außerdem Führungen am Samstag, 09.11.2013 von 09:30–12:00 Uhr

und am Sonntag, 10.11.2013 von 11:45–14:00 Uhr

 

Unsere Planung:

Wir werden die Entwürfe in Ruhe auf uns wirken lassen. Im nächsten Schritt trifft sich der Gemeindekirchenrat zum Thema und diskutiert die Innengestaltung. Dem folgt zeitversetzt ein allgemeiner Gesprächsabend für alle Walldorferinnen und Walldorfer. Der Gesamtzeitplan sieht für die Diskussion über den Innenraum der Kirche großzügige Zeiträume vor. Außerdem entwickeln die beiden Architekturbüros Tom B. Förster Architekt, Erfurt und Osterwold Schmidt Architekten BDA, Weimar ihre Entwürfe weiter. Ergänzende  und auch elementare Themenkreise sind unsere Orgel, die künstlerische Ausgestaltung der Kirche und noch sehr vieles mehr. Die neue Kirche soll wachsen und kann nicht als Reißbrettergebnis erwartet werden - auch die Bürgerbeteiligung wird einen entscheidende Beitrag darstellen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

 

Kirchenburg Walldorf                        05. 11. 2013

Erinnerung:

Kirchenburg Walldorf - Innengestaltung

Ausstellungseröffnung und Preisverleihung

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender,

sehr geehrte Wettbewerbsteilnehmerinnen und –teilnehmer

ob wir wohl erneut mit der Walldorfer Kirchenburg in alle einschlägigen Reiseführer gelangen? Ob es uns gelingt, auch baulich wieder zu einer „Hausnummer“ für einen erweiterten Kreis kulturinteressierter Menschen zu werden und ob vielleicht sogar die neue Innengestaltung deutlichen Anteil daran haben kann?



Der alte Kirchenführer jedenfalls ist für immer dahin, doch wir sind bereits auf dem Weg in eine neue Ära. Das möchten wir Ihnen gern zeigen, auch möchten wir all denen, die uns bei der Realisierung helfen danke sagen, zudem zwei Preise verleihen

ein 2. Preis an

Tom B. Förster Architekt, Erfurt

 

ein 2. Preis an

Osterwold Schmidt Architekten BDA, Weimar

 

Die Ausstellungseröffnung und Preisverleihung findet statt am:

07.11.2013 um 14:00 Uhr im Kulturzentrum Kressehof

Kressehof 1, 98639 Walldorf b. Meiningen (Beratungsraum 1.OG)

Vertreter der Jury werden anwesend sein und die Entscheidungsfindung erläutern.

Dazu bitten wir die RWW-Teilnehmer, die Jury, die Vertreter der Kirchgemeinde (Bauherr) und des Kirchenkreises, die Bauleitung, Vertreter der Kommune und die Medien. Die Kapazität des Ausstellungsraumes liegt bei 30 bis 40 Besuchern. Bitte fühlen Sie sich angesprochen. Wir bitten um Verständnis, dass dieser Einladung keine weiteren in Papierform folgen.

 

Information für die Kirchgemeinde, Bürger und interessierte Kreise:

Die öffentliche Ausstellung aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten erfolgt

vom 08.11.2013 bis 22.11.2013.

Montag bis Donnerstag von 08:00–12:00 Uhr und 12:30–15:30 Uhr

Freitag von 08:00–12:00 Uhr

Außerdem Führungen am Samstag, 09.11.2013 von 09:30–12:00 Uhr

und am Sonntag, 10.11.2013 von 11:45–14:00 Uhr

 

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                     27. 10. 2013

9 Kirchen – aber nur 1 Ruine!

Pressemitteilung zum Realisierungswettbewerb

Fotos Mathias Streisel

PRESSEMITTEILUNG

REALISIERUNGSWETTBEWERB

GESTALTUNG DES INNENRAUMES

DER KIRCHE IN WALLDORF B. MEININGEN

 

Am 25.10.2013 fand die Preisgerichtssitzung zu dem von der Evangelischen Kirchgemeinde Walldorf ausgelobten Wettbewerb zur Gestaltung des Innenraumes der Walldorfer Kirche statt. Bei einem Brand am 03.04.2012 war das Kirchengebäude der historischen Kirchenburg fast vollständig ausgebrannt. Dabei wurde auch die gesamte Innenausstattung vernichtet.

Im Rahmen des Wettbewerbs sollten deshalb innovative Vorschläge zur Neugestaltung des Innenraumes der Kirche sowie Ideen zu Form und Materialität der Ausstattung entwickelt werden. Die Kirchgemeinde wünschte sich ein räumlich-gestalterisches Konzept, dass heutigen und künftigen Nutzungsanforderungen gerecht wird sowie die Geschichte des Ortes angemessen berücksichtigt.

10 Architekten, Innenarchitekten und Künstler wurden zum Wettbewerb eingeladen. Bis zum Abgabetermin am 26.09.2013 wurden 9 sehr vielschichtige und interessante Entwürfe eingereicht. Unter Vorsitz von Herrn Prof. Michael Mann Architekt BDA tagte das Preisgericht im Zeitraum von 09:00 bis 16:30 Uhr. Nach mehreren Rundgängen, intensiven Diskussionen und Abstimmung wurden folgende Preise vergeben:

ein 2. Preis 9.000,-- EUR

Tom B. Förster Architekt, Erfurt

ein 2. Preis 9.000,-- EUR

Osterwold Schmidt Architekten BDA, Weimar

Das Preisgericht sprach einstimmig an die Ausloberin die Empfehlung aus, die Entwürfe der beiden 2. Preisträger überarbeiten zu lassen und erst dann eine abschließende Entscheidung zu treffen.

 

Die Ausstellungseröffnung und Preisverleihung findet statt am:

07.11.2013 um 14:00 Uhr im Kulturzentrum Kressehof

Kressehof 1, 98639 Walldorf b. Meiningen (Beratungsraum 1.OG)

Vertreter der Jury werden anwesend sein und die Entscheidungsfindung erläutern.

Die öffentliche Ausstellung aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten erfolgt

vom 08.11.2013 bis 22.11.2013.

Montag bis Donnerstag von 08:00–12:00 Uhr und 12:30–15:30 Uhr

Freitag von 08:00–12:00 Uhr

Außerdem Führungen am Samstag, 09.11.2013 von 09:30–12:00 Uhr

und am Sonntag, 10.11.2013 von 11:45–14:00 Uhr

gez. Olaf Baum

Baum .Freytag .Leesch

Architekten & Stadtplaner BDA

Graben 1, D-99423 Weimar

Tel. 03643-420407 Fax 03643-420408

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender,

sehr geehrte Gestalterinnen und Gestalter,

nun haben wir 9 Entwürfe für die Innengestaltung unserer Kirche!

Ich möchte an dieser Stelle meinen Respekt und meine Anerkennung für die 9 Gestaltungsideen signalisieren und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie auch der Jury für ihre engagierte Arbeit danken - ich tue das auch stellvertretend im Namen der Kirchgemeinde Walldorf. Alle Entwürfe beinhalten raffinierte Details, die sich an der Aufgabenstellung orientieren und fühlbar Lust machen, sie in die Realität umzusetzen – doch wir haben nur eine Kirche, die für die nächsten Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte gestaltet werden soll.

In meinen Augen ist das Ergebnis des 25. Oktober ein weiterer Aufbruch, nun mit qualifizierten Studien in der Hand - ein neuerlicher Arbeitsbeginn auf dem nächsten Themenfeld des Wiederaufbaus. Ziel bleibt, der Walldorfer Kirchgemeinde mit ihrem Umfeld das zu Hause zurückzugeben und bei alledem nicht aus den Augen zu verlieren, dass die Ehrfurcht vor der Kirchenburg zu einem manifesten Kulturbeitrag verpflichtet.

Ich bedaure an einigen Punkten durchaus, dass eine Jury nach dem Ausschlussprinzip arbeiten muss und habe mir während der Wertung manchmal gewünscht, die Ideengeber hätten ihre Arbeiten vor Ort verteidigen können. Das Prinzip der Anonymität lässt diese Möglichkeit allerdings nicht zu. Vielleicht mag der eine oder andere unter Ihnen genau das noch nachholen, seinen Entwurf mit ein paar Sätzen für eine breitere Interessentengemeinde noch einmal „aufleuchten“ zu lassen. Die Gelegenheit dazu bietet sich mehrfach an, wie Sie bitte unserer Terminübersicht entnehmen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Preisverleihung -Donnerstag    07. Nov. 14. 00 Uhr

Dazu bitten wir die RWW-Teilnehmer, die Jury, die Vertreter der Kirchgemeinde (Bauherr) und des Kirchenkreises, die Bauleitung, Vertreter der Kommune und die Medien. (Die Kapazität des Ausstellungsraumes liegt bei 30 bis 40 Besuchern)

 


Kirchenburg Walldorf                       17. 10. 2013

Vorankündigung:

Wettbewerb – Planungsstand

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, der nächste wichtige Schritt des Wiederaufbaus der Walldorfer Kirche ist die Erstellung des Konzeptes für die Innengestaltung. Dazu gab es einen Realisierungs-Wettbewerb, an dem Architekten und Künstler teilgenommen haben. Am 26. Sept. wurden 9 Arbeiten anonym eingereicht, um von der Jury fair bewertet werden zu können. Hier möchte ich Ihnen die weitere Terminplanung bekanntmachen:

·        25. Oktober Auswertung des Wettbewerbs durch die Jury

·        28. Oktober Pressemitteilung über die Ergebnisse und den weiteren Fortgang

·        7. November (voraussichtlich!) Preisverleihung in Walldorfs Kressehof und Start der öffentlichen Ausstellung

·        Ausstellungsdauer etwa 14 Tage

Die Bestätigung der Planung erfolgt am 28. Oktober.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch   

Kirchenburg Walldorf                                               11.10.2013


 

Walldorf 11. 10. 2013 13.30 Uhr   Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

 

Richtspruch für die Kirche in Walldorf

Zum Turme bin ich hochgestiegen,

um hier zu reden mit Vergnügen.

Eine Ehre hier zu sein,

diesen Brauch zu erfüllen mit einem Reim.

Die Bauherrn und die lieben Seinen

und alle, die sich hier vereinen,

die Handwerker, Freunde und die vielen Gäste

begrüße ich jetzt zu diesem Feste.

Dass dieser neue Turm, Ihr dürft uns loben,

sich in den Himmel nun hat erhoben

und wieder an dieser Stelle steht,

es war mit widrigen Ereignissen gesät:

Nach des Feuers heftiges Toben und des Regens

nasser Hand, wurde Besonderes verlangt von

Hand und Verstand.

Und doch, hier und heute, zu dieser Stund

reckt sich jetzt Holz empor.

Vollbracht ist nun das Werk der schaffenden

Hände, schon stattlich und trutzig die schützenden

Turmeswände.

Vom Turm strahlt stolz des Richtkranzes Zier:

Lieber Herrgott, wir danken von Herzen dir

und bitten, du wollest diesen Turm fortan

bewahren vor aller Not, vor allen Gefahren.

Und Friede soll immer walten darunter und

darinnen, und das bald auch wieder, das Spiel der

Glocken mag beginnen.

Was bleibt mir noch zu sagen,

in des Herbstes ersten Tagen:

Ein Hoch auf die Bauherrn, ein Hoch auf

alle Beteiligten und möge dieser Turm

mit fernen Blick aus allen Himmelsrichtungen

lichte Weiten ewig sichtbar bleiben

Hoch! Hoch! Hoch!

Wenn nun das Glas in Scherben springt

noch einmal unser Gruß erklingt

hinaus mit Freude und Gesturm:

Glück und Segen diesem neuen Turm.

Zimmerei Danz

Walldorf den 11.10.2013 www.zimmerei-danz.de

 

Wort des Pfarrers

 

Liebe Walldorferinnen und Walldorfer, liebe Gäste,

folgende Worte des Apostels Paulus gehen mir nicht mehr aus dem Sinn, seit ich das Richtfest vorbereitet habe. Dies Wort ist mir wichtig geworden:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;

aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Kor. 13 – 13

Der Glaube - viel lieber noch rede ich eigentlich von Urvertrauen. In den letzten Monaten sind es unsere Archäologen gewesen, die gerade dieses Urvertrauen ausgegraben haben. Über mehr als 2½ Tausend Jahre hin haben Menschen geschichtlich gesehen hier Schlange gestanden, um an diesem Platz wohnen und leben zu dürfen oder auch um hier begraben zu werden. Sie hatten das sichere Gespür, hier ist ein guter Platz.

 

Sehr viele Jahre später haben unsere Väter und Mütter auf eben diesem Fels eine Kirche errichtet.

…und die ist vor 400 Jahren niedergebrannt, so haben die Altvorderen sie eben wieder aufgebaut – und wir sind gerade dabei, genau das erneut zu tun…

Wir können gar nicht anders, wir müssen es tun, es drängt uns, genau hier in Stein und Mörtel und Holz unserem Urvertrauen eine sichtbare Gestalt zu verleihen.

 

Die Hoffnung: Das ist, wenn dem Urvertrauen Flügel wachsen, wenn es in die Zukunft fliegt, wenn es nicht am Boden bleiben kann.

„Am Boden zerstört sein“, wer kennt das nicht, wenigstens hin. und wieder einmal… hätten wir Walldorfer auch sein können, nach dem Brand… doch unser Urvertrauen hat Flügel bekommen, wir sind auf dem Weg in eine neue und andere Zeit, wollen manches auch anders machen, neue Wege versuchen, wollen Visionen und Ziele verfolgen.

Wir alle kennen mannigfache Bilder der Hoffnung, die Knospen und jungen Triebe des Frühjahres, den Embryo im Leib der Mutter - jetzt haben wir Walldorfer ein weiteres ganz eigenes Symbol: Ruinenmauern, aus denen ein neues Haus wächst… und das hat ab heute ganz oben wieder eine goldene Spitze, als wäre es eine Knospe.

Die Liebe: …die Liebe zur Kirchenburg, die Liebe zu unserem Dorf, zu unserer Geschichte, zu unseren Wurzeln... das alles Mittendrin in unserer Seele.

Liebe findet immer einen Weg. Sie verträgt alles, sie glaubt alles, hofft alles, die Liebe hört niemals auf, schreibt der Apostel Paulus.

Wir sind mit unseren Herzen dabei und staunen auch über die Facetten der Liebe, die uns dieser Tage begegnen: Die Liebe zum Handwerk, zur Aufbautätigkeit, das Miteinander… auch ein neues Mitmachen, das den einen und den Anderen ergriffen hat.

Glaube, Liebe, Hoffnung – wir haben viele Gründe dankbar zu sein und auch danke zu sagen: Allen Bauleuten, allen Planern und Verantwortlichen, allen Spendern… all denen, die uns seelisch und moralisch unterstützen, den Journalisten und Medien, der Ecclesia und der Allianz, unseren Versicherern…

Es passt, das System stimmt, alle haben aufgepasst und ihr Bestes gegeben und geben es noch - dennoch ist das erst der Anfang, das meiste steht uns noch bevor…

…und über dem allen GOTT, der uns dieses Urvertrauen möglich macht und uns eben diese Hoffnung schenkt und dem unsere Liebe gilt.

Glaube - Hoffnung – Liebe – diese Drei,

aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Gottes Segen sei mit uns allen – Amen

Heinrich v. Berlepsch


Korrigierter Ablaufplan „Richtfest Kirchturm Walldorf“ 


Die Bestückung des Turmknopfes ist noch in Arbeit

Mittwoch 9. Okt.: Antransport des Turmhelms ist erfolgt.

Freitag, 11. Okt.:

-09.00 Uhr Ankunft des Kranes – (der Kran ist nur bis zum Spätvormittag in Walldorf)

-nach Aufstellung des Kranes wird der Turmhelm aufgesetzt (etwa ab 9.30 Uhr)

-danach Gerüsterweiterung und Montage der ersten Teile der Turmzier/Wetterfahne (Kranarbeit)

-gegen 11.00 Uhr (plus-minus): Dokumente werden auf dem obersten Gerüstboden in die Kugel eingelegt)

-weitere Montagearbeiten und Gerüstaufstockung bis 13.30 Uhr

-14.00 Uhr Richtspruch der Zimmerleute auf dem Turm, dazu kurze Worte des Architekten und des Pfarrers im Pfarrgarten

-Im Anschluss Feier im Kirchgemeindehaus für geladene Gäste (80)

Dem Richtfest kann beigewohnt werden im Bereich des hinteren Pfarrgartens oder auch von den Straßen aus. Aufgrund der umfänglichen Montagearbeiten können wir noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Turmzier punktgenau bis 14.00 Uhr montiert sein wird. Wir sagen allerdings zu, bei zügigerem Ablauf, den Richtspruch nicht vor 14.00 Uhr vorzunehmen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                                08.10.2013

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, neue Kunde von der Kirchenburg!! 


Plan: Trabert & Partner

 

Ablaufplan zum Richtfest

 

Bis Donnerstag 10. Okt. Antransport des Turmhelms und Aufstellung am Brunnen vor der Kirchenburg.

Freitag, 11. Okt.:

·                    09.00 Uhr Ankunft des Kranes

·                    10.00 Uhr Der Turmhelm wird aufgesetzt

·                    10.00 Uhr - 13.00 Uhr Montagearbeiten und Gerüstaufstockung

·                    14.00 Uhr Richtspruch der Zimmerleute auf dem Turm, dazu kurze Worte des Architekten und des Pfarrers im Pfarrgarten

·                    Montage der Turmzier (Wetterfahne) mit einer Schrift und Dokumentensammlung des Gemeindekirchenrats

·                    Im Anschluss Feier im Kirchgemeindehaus für geladene Gäste (80)

Dem Richtfest kann beigewohnt werden im Bereich des hinteren Pfarrgartens oder auch von den Straßen aus. Aufgrund der umfänglichen Montagearbeiten können wir noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Turmzier punktgenau 14.00 Uhr montiert werden kann. Wir sagen allerdings zu, bei zügigerem Ablauf, die Montage nicht vor 14.00 Uhr vorzunehmen.

 

Im Namen des Gemeindekirchenrates,

Ihr/Euer Heinrich v. Berlepsch, Pfarrer

 
Landeplatz gesucht – wir werden dem abhelfen!!


Kirchenburg Walldorf                    09.09.2013

Es bleibt spannend…


Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender… eine Sonnenblume zwischen dem verkohlten Gebälk der Turmhaube. Sie beschreibt unsere Gemütsverfassung – wir sehen voller Freude und Hoffnung den weiteren Schritten des Wiederaufbaus entgegen!

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

Foto: H. Frhr. v. Berlepsch 

Im Augenblick werden die exakt kopierten Bauteile der Kirchturmhaube in der Burganlage deponiert - mindestens 5 Jahre gelagertes Eichenholz. Alle Maßnahmen liegen in den erfahrenen Händen des Architekten, des Statikers und der Fachplaner unter Einbeziehung der Bauaufsichten. Ziel bleibt, den Turm bis November komplettiert zu montieren.

Den 20. September gibt es wohl die besten Fotos und Filmmöglichkeiten: Der große Kran wird da sein und die vormontierten Teile „lüften“. (Einladung an die Medien - Terminrückfragen über Architekt Karsten Merkel, Meiningen oder Zimmerei Danz Walldorf oder per Email!)

Das Richtfest (Turm) soll am 11. Oktober 2013 14.00 Uhr stattfinden, dem Freitag der Walldorfer Kirmes. Die Baubeteiligten bitte ich, sich den Richtfesttermin unbedingt vorzumerken.

Der Gemeindekirchenrat hat in seiner gestrigen Sitzung nun auch das Geläut entschieden. Es sind die Töne g' – b' – c''- es'', eine gemischte Tonfolge aus diatonischen und harmonischen Tonschritten. Diese Disposition entspricht in etwa der unseres alten Eisenhartgussgeläutes, dem sog. „Idealquartett“. Nach wie vor haben wir die Glockenweihe für Ostern 2014 im Plan.

Weitere wichtige Termine:

·         26. 09. Abgabe der Arbeiten des Realisierungswettbewerbs zu Innengestaltung unserer Kirche

·         25. 10. Entscheidung über die eingereichten Entwürfe, Prämierung der ersten 3. Plätze und Beginn der Ausstellung (Kressehof Walldorf)

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch



Kirchenburg Walldorf                               16.08.2013 

…heute muss die Glocke werden.

Frisch Gesellen, seid zur Hand.

Von der Stirne heiß

rinnen muss der Schweiß,

soll das Werk den Meister loben,

doch der Segen kommt von oben…

Ob Friedrich Schiller einmal persönlich zugegen war bei einem Glockenguss? Wir haben so etwas geplant, aber noch nicht heute und morgen - jetzt geht es zuerst einmal darum, wie die neuen Glocken klingen sollen. Bis zum 15. September wollen wir das entscheiden!

 Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, ich möchte mich erneut mit Infos von der Kirchenburg melden. Wir arbeiten am Turm und haben ab sofort auch die neuen Glocken im Blick. 

Hier haben die alten Glocken gehangen. Sie waren aus Eisen-Hartguss. Durch 1200 Grad Celsius Hitze zumindest im Kircheninneren und danach eiskaltem Löschwasser sind sie nicht mehr verwendungsfähig. 

                    
Wer diese Glocken wieder auf den Turm hängt, muss damit rechnen, dass sie in viele Teile zerspringen oder sich gar pulverisieren – sie sind zu spröde, um weiterhin über Walldorf und Umgebung zu tönen. Das ist sehr bedauerlich, denn unsere Gemeinde liebte ihre Glocken gar sehr. Nichts habe ich in Zusammenhang mit unserem Kirchenbrand so oft gehört, wie den Wunsch, es möge bald wieder läuten - doch wir sind dran. Es soll vier neue Bronzeglocken geben. Dazu schreibt Marcus Schmidt, unser Glockenexperte und Sachverständiger der Landeskirche:

 

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeindekirchenrats,

sehr geehrter Herr Pfarrer von Berlepsch,

anbei sendet Ihnen der Unterzeichner eine CD mit vier Varianten

für das neue Bronzegeläut Ihrer Kirche.

Alle vier Varianten sind sowohl auf die Glockenstubengeometrie als auch hinsichtlich ihrer musikalischen Tonlage auf das architektonische Erscheinungsbild des Turms abgestimmt. Auf Geläute benachbarter Kirchen muss nicht Rücksicht genommen werden. Bei den Varianten Titel 2 bis 4 hat sich der Unterzeichner mit dem Grundton g' auf die Tonlage Ihres durch den Brand unbrauchbar gewordenen und außer Dienst gestellten Eisenhartgussgeläutes angelehnt.

Der Unterzeichner empfiehlt Ihnen dringend, wieder auf ein Vierergeläute zuzugehen und nicht unter den gewohnten akustischen Standard zurückzufallen.

Disposition Beschreibung

1 f' – b' – c'' - d'' Sog. „Westminster-Motiv“ oder auch Melodie von „Bis hierher hat mich Gott gebracht“ (vgl. EG 329); herrlich reiche Melodie und festlichprunkvoller Zusammenklang in strahlendem Dur; sowohl Dreier- als auch Zweier-Dispositionen sind nach Läuteordnung und je nach liturgischen Anlässen möglich; die große Glocke muss möglichst tief stehen, um die untere Quart (Gl. I zu Gl. II) zur Geltung zu bringen, daher f'

2 g' – a' – h' - d'' Gemischte Tonfolge aus diatonischen und harmonischen Tonschritten; prächtige glanzvoll-strahlende Wirkung des Vollgeläutes; drei dreistimmige Teilmotive je nach Läuteordnung und liturgischen Anlässen möglich

3 g' – b' – c''- es'' Gemischte Tonfolge aus diatonischen und harmonischen Tonschritten; diese Disposition entspricht in etwa der Ihres alten Eisenhartgussgeläutes; sog. „Idealquartett“; Durgeläute von glänzender Reinheit; die beiden oberen Glocken stellen für sich ein zweistimmiges Geläute dar; Teilmotive nach Läuteordnung und liturgischen Anlässen möglich

4 g' – h' – d'' - e'' Ebenfalls Durgeläute, sog. „Salve Regina“-Motiv; Vollgeläute besitzt festlich-freudigen und jubelnden Charakter; sowohl Dreier- als auch Zweier-Dispositionen sind nach Läuteordnung und liturgischen Anlässen möglich.

Der Unterzeichner bittet Sie, diese Motive für sich wirken zu lassen und allen vier eine Chance zu geben. Bitte treffen Sie möglichst zeitnah eine Entscheidung, um mit der Planung weiter voranzukommen. Die nächsten Schritte, die auf dieser Grundsatzentscheidung aufbauen, sind:

Festlegung der technischen Daten (Durchmesser, Gewicht und Rippenprogression) für die Glocken durch den Unterzeichner und Übermittlung an das Büro Beirow & Partner zur schwingungsdynamischen Überprüfung und Intonationsabgleich auf den Turm

bei Bestätigung: Übermittlung dieser Daten an den Tragwerksplaner Glockenstuhl

Erstellung des Leistungsverzeichnisses für die Ausschreibung

parallel Beratung zur Glockenzier durch den Unterzeichner (z.B. im Rahmen einer erweiterten GKR-Sitzung)

Für Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gern zur Verfügung.

Herzlich grüßt Sie Marcus Schmidt, Dipl.-Ing.

Wie mehrfach schon erwähnt, wir arbeiten am Ostergeläut. Der Turm soll in diesem Jahr bereits fertig werden. In der Anlage können Sie die 4 x 4 Klangbeispiele der neuen Glocken hören. Eines der Geläute soll das unsere werden.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Ich bitte die Walldorfer darum, die Tonproben flächendeckend zu verbreiten.

(Wer kann, möge die Klangbeispiele bitte auch im Netz parken und mir den Link senden - mir hat Facebook sämtliche Dateiformate verweigert.)

 

 Kirchenburg Walldorf                                 22.07.2013 

 

WERRA-BOTE: Meininger Tageblatt, 23. Juli 2013, Seite 15

Architekten und Künstler bringen Ideen zu Papier

von Oliver Benkert 

Rund 30 Gäste nahmen gestern am Kolloquium im Walldorfer Gemeindehaus teil. Zum Auftakt fand eine Kirchenbegehung statt.

3 Fotos: O. Benkert

Mit einem Kolloquium ist gestern der Auftakt für den Ideenwettbewerb zur Innengestaltung der ausgebrannten Walldorfer Wehrkirche angelaufen.

 

Walldorf

Die Wehrkirche in Walldorf sieht an einem normalen Arbeitstag derzeit mehr Menschen als früher. Vor allem Arbeiter verschiedener Gewerke. Sie sind es, die am Gotteshaus, genauer gesagt am Turm, tagtäglich beschäftigt sind und auf dem Burggelände ein- und ausgehen. Dazu kommen nicht selten Neugierige, die einfach so mal reinschauen, gleichwohl dies strengstens untersagt ist. Es kommen aber auch oft Grüppchen und Gruppen, die Pfarrer Heinrich von Berlepsch oder Architekt Karsten Merkel über die Baustelle führen.

Architekten und Künstler

Gestern (22.07.2013) hatten beide das Vergnügen, ein Gremium, bestehend aus Architekten und Künstlern sowie Vertretern der Jury und der Kirchgemeinde, um und in das sich im Wiederaufbau befindliche Gotteshaus zu führen. Das Wort Vergnügen ist insofern passend, weil der Geistliche und der Hausarchitekt mit Blick auf die Innengestaltung jetzt in eine Phase eintreten, bei der sie sich erst einmal keine großen Gedanken mehr machen müssen, was wie werden soll. Das tun jetzt die zehn Wettbewerbsteilnehmer, von denen gestern sieben erschienen waren.

  

Bildmitte – schwarz: Architekt Olaf Baum, Weimar. Er führt die Kirchgemeinde behutsam und mit viel Erfahrung durch den Realisierungswettbewerb.

Vorn mit erhobener Hand: Leitender Architekt des Wiederaufbaus Karsten Merkel, Meiningen

Das eigentliche Kolloquium schloss sich an die Führung an. Es sollte nach der Herausgabe und dem ersten Studium der Wettbewerbsaufgabe allen Beteiligten die Möglichkeit geben, aufgetauchte Unklarheiten zu beseitigen und Informationslücken zu füllen. Da gab es durchaus Bedarf. „Wir hatten beispielsweise Fragen, wie hoch der Altarbereich über dem sonstigen Niveau ist, Fragen nach weiteren Dokumenten, Dateien und bildlichen Darstellungen, Fragen nach Befindlichkeiten und allgemeine Verstehensfragen“, gab der Pfarrer einen Einblick in die etwa zweistündige Tagung. Er geht davon aus, dass alle Unklarheiten fürs Erste geklärt worden sind, nachdem jeder Teilnehmer zu der ausgehändigten Dokumentenmappe mit Auslobungstext, Bauplänen und Übersichtsplan aller archäologischen Funde nun auch noch Fotomaterial bekommen hat. „Jetzt bin ich total gespannt, was für Entwürfe herauskommen“, freut sich Heinrich von Berlepsch auf die Ergebnisse des Wettbewerbes. Zumal sich im Gespräch mit den Beteiligten herauskristallisierte, dass es für fast alle eine Herausforderung, ein völlig neues Arbeitsfeld ist. Denn mit der Innengestaltung einer Kirche hat sich bislang kaum einer der Architekten und Künstler beschäftigt. „Einigen ist sicher erst zum Kolloquium klar geworden, was für ein umfassendes Projekt es ist und welche Ausstrahlung es haben wird…“, ergänzt der Geistliche. Für ihn ist es der Beginn der „heißen Phase“... Am 26. September müssen die Gestaltungskonzepte für den Kircheninnenraum anonym abgegeben sein und damit den berufenen Fach- und Sachpreisrichtern vorliegen. Diese Jury wird nach Auswertung der Unterlagen am 25. Oktober ihre Entscheidung kundtun und die ersten drei Platzierungen im Gemeindezentrum Kressehof vorstellen. Dort wird am 26. Oktober für einige Tage eine Ausstellung eröffnet, die alle eingesendeten Gestaltungsvorschläge dem interessierten Publikum präsentiert.

Preisgeld für Platzierte

Die ersten drei Platzierten dürfen sich über ein Preisgeld von 9000, 5400 und 3600 Euro freuen. Geld, welches die Kirchgemeinde bezahlt. „Es ist gut angelegt. Denn nur über diesen Ideenwettbewerb kommen wir zu einem sicher sehr erstaunlichen und interessanten Ergebnis“, ist der Geistliche selbst schon ganz gespannt. Der erste Preis wird mit der Empfehlung verbunden, die auf dem Papier vorgestellte Innengestaltung auch so umzusetzen…“
   Das Kircheninnere bietet momentan die schattigsten Plätzchen. Bauarbeiter (Steinmetzfirma Möller,  Erfurt sowie Pressbau, Erfurt) sind derzeit mit der Mauerwerkssanierung des Turmes beschäftigt – hier um ein paar Minuten Abstellung des Baulärms gebeten, damit der Vortrag von allen gehört werden kann.

 

Wir bedanken uns beim „Meininger Tageblatt“ für die Abdruckerlaubnis.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich von Berlepsch


Kirchenburg Walldorf                                                01.07.2013 

Innengestaltung der Walldorfer Kirche

- Der Wettbewerb -

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, am Montag, dem 22. Juli erwarten wir 10 Wettbewerbsteilnehmer bzw. Teams zu einem Kolloquium in der Kirchenburg, ebenfalls das Gremium der Fach- und Sachpreisrichter wie auch den erweiterten Kreis der Beraterinnen und Berater. Wir starten damit den Wettbewerb zur Innengestaltung unserer Walldorfer Kirche. Wir rechnen neben den Vertretern unserer Kirchgemeinde am Montag mit ca. 30 Auswärtigen. Registriert ist der WBW bei der Architektenkammer Thüringens unter der Nummer RPW 04/2013.

Einlieferungstermin für die geleistete Wettbewerbsaufgabe ist der 26. 09. 2013. Die Arbeiten werden anonym eingereicht. Das Preisgericht tagt darüber am 25. 10. 2013. Die öffentliche Ausstellung aller Arbeiten erfolgt nach Bekanntgabe in Walldorfs Kressehof und findet hoffentlich zahlreiche Besucher und Interessenten.

In Folge des Brandes vom 3. April 2012 hat die Walldorfer Kirche in ihrem Inneren nahezu einen Totalverlust

erlitten.

 

Unsere alte Kirche nach der Restaurierung im Jahr 2007 (Foto. G. Jost)

Hier ein Auszug aus den Wettbewerbsunterlagen, die am 2. Juli an die Teilnehmer übersandt wurden: 

WETTBEWERBSAUFGABE

1.    Problemstellung

Das Kirchengebäude der historischen Kirchenburg von Walldorf wurde bei einem Brand am 3. April 2012 stark beschädigt. Seit einiger Zeit wird der Wiederaufbau der Kirche planerisch vorbereitet. Zudem werden bauhistorische und archäologische Untersuchungen durchgeführt. Nach intensiven Diskussionen innerhalb der Kirchgemeinde und zwischen Kirchgemeinde und den beteiligten Planern ist man zur Auffassung gelangt, das äußere Erscheinungsbild der Kirche weitestgehend in der Fassung vor der Brandkatastrophe wiederherzustellen. Damit soll insbesondere der herausragenden Position und Bedeutung der Kirche (Kirchenburg) im Orts- und Landschaftsbild entsprochen werden. Die Fernwirkung des Ensembles soll erhalten bzw. wieder hergestellt werden. Veränderungen in der Außenwirkung (Nahwirkung) wird es durch die Neugestaltung der Öffnungen (Fenster, Türen) geben. Die wiederhergestellte Fernwirkung, die Summe von „kleinen", jedoch wahrnehmbaren Eingriffen und Erneuerungen im Äußeren sowie der neu zu gestaltende Innenraum sind Teile eines baulichen Konzepts, dass der Geschichte des Ortes gerecht werden soll. Ziel ist es, der Kirchgemeinde ihr Identität stiftendes Bauwerk zurückzugeben.

Für die Neugestaltung des Innenraumes wünscht sich die Kirchgemeinde ein räumlich-gestalterisches Konzept, dass den derzeitigen und perspektivischen Nutzungsanforderungen und Bedürfnissen der Gemeinde gerecht wird. Dieses Konzept ist Gegenstand des Wettbewerbs. Erwartet werden nachhaltige und innovative Vorschläge zur Gestaltung des Innenraumes unter Berücksichtigung und Einbeziehung vorhandener bzw. wieder herzustellender baulicher Rahmenbedingungen der historischen Kirchenburg.

Die Ausloberin wünscht Entwurfsansätze im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Bei der Gestaltung des Innenraumes sollen verschiedene Zeitschichten durchaus sichtbar bleiben. Die vorhandenen und teilweise zu ergänzenden Außenwände aus Naturstein mit der interessanten Verteilung der vielen unterschiedlich großen Öffnungen sowie das wieder zu errichtende Dach bilden den baulichen Kontext und den Rahmen für das innenräumliche Gestaltungskonzept. Dabei können die Mauern auch nach innen in Teilbereichen durchaus roh und steinsichtig gezeigt werden, auch um die besondere Geschichte des Gebäudes zu verdeutlichen. Insgesamt werden sowohl Vorschläge zur Gestaltung und Materialität der Wände, des Fußbodens und der Decke erwartet als auch zur Ausstattung der Kirchenräume und zur Gestaltung von Fenstern und Türen.

Zusammenfassungen der archäologischen Befunde und bauhistorischen Untersuchungen werden in den Anlagen zum Auslobungstext dargestellt. Auf sie kann in den Entwürfen Bezug genommen werden.

2. Raum- und Funktionsprogramm

2.1. Erschließung

Hinsichtlich der grundsätzlichen Erschließung der Kirche ist davon auszugehen, dass der Hauptzugang zur Kirche weiterhin von Süden erfolgt. Der Zugang/Ausgang auf der Nordseite (unter dem Aufgang zur ehemaligen Empore) soll als barrierefreie Erschließungsmöglichkeit und als Fluchtweg genutzt werden. Dazu muss in diesem Bereich das Gelände abgesenkt werden. Nach durchaus kontroversen Diskussionen innerhalb der Kirchgemeinde wurde entschieden, im Innenraum der Kirche keine Emporen mehr einzubauen, da das Platzmehrangebot in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand steht. Diese Entscheidung soll auch mehr Großzügigkeit und Offenheit für das Raum- und Gestaltkonzept des Innenraumes ermöglichen.

Insgesamt soll die Kirche barrierefrei erschlossen werden. Der Zugang zum Kirchturm erfolgt künftig ausschließlich über den bestehenden Wendeltreppenturm an der Südseite des Kirchturmes.

2.2. Räume, Funktionen und Anforderungen

Der Innenraum der Walldorfer Kirche gliedert sich in folgende drei Hauptbereiche:

                    Kirchenraum (Hauptschiff) in zentraler Lage,

                    Chor/Altarraum im Osten,

                    Kapelle im Westen.

Während Chor und Altarraum räumlich relativ großzügig miteinander verbunden / verknüpft sind und eher als zusammenhängende Raumsituation wahrgenommen werden können, bildet die Turmkapelle auf fast quadratischem Grundriss einen introvertierten und gesondert nutzbaren Bereich. Es ist Wunsch der Kirchgemeinde, die Fußböden für Chor und Hauptschiff in zwei Ebenen zu planen.

Zentrale Wettbewerbsaufgabe sind Gestaltungsvorschläge für die beschriebene Raumfolge, wobei der Charakter und die Spezifik der Teilräume innerhalb eines Gesamtkonzepts entsprechend berücksichtigt werden müssen. Der Kirchenraum mit Chor soll auch künftig den wichtigen (großen) kirchlichen Veranstaltungen, wie Gottesdiensten, Andachten und Gebeten einen würdigen, angemessenen und feierlichen Rahmen geben. In der Turmkapelle sollen Tauf- und andere (kleinere) Gottesdienste möglich sein. In erster Linie dient die Kirche als Gesamtraum der Versammlung der Glaubensgemeinschaft und ist Ort der gemeinsamen Andacht. Darüber hinaus werden zeremonielle und liturgische Handlungen wie z.B. Taufe, kirchliche Heirat oder Konfirmation praktiziert. Auch Veranstaltungen wie Lesungen, Gesprächskreise oder Konzerte sollen in der Walldorfer Kirche ermöglicht werden.

 

Die Innenräume der Kirche sind so zu konzipieren, dass insgesamt ca. 170 bis 180 Sitzplätze entstehen. Das Kirchengestühl soll flexibel sein. Für unterschiedliche Veranstaltungsarten sollen unterschiedliche Bestuhlungsvarianten angeboten werden (in Abhängigkeit von der Anzahl der Personen). Für den Hauptraum der Kirche sind die technischen Rahmenbe­dingungen für unterschiedliche Präsentationstechniken einzuplanen (Voraussetzungen für Lesungen, Vorträge, Bild- und Filmvorführungen). Standorte für Beamer und Leinwand sind vorzuschlagen.

Nördlich des Chores befindet sich mit der Sakristei ein kirchlicher Nebenraum, der zur Aufbewahrung von Gegenständen genutzt wird, die für den Gottesdienst benötigt werden. Die Gestaltung der Sakristei ist nicht Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe.

Folgende Übersicht zu Häufigkeit von bisherigen Veranstaltungen in der Kirche sowie auf der Kirchenburg (incl. zugehöriger Personenzahlen) sollte als Entwurfsgrundlage herangezogen werden:

Veranstaltungsart

Kirche

normaler Gottesdienst

Gesprächskreise/ kleine Veranstaltungen

Taufe, Schulanfang, Konfirmation, Hochzeit, Beerdig.

großer Gottesdienst (Weihnachten, Ostern)

musikalische Veranstaltungen (Konzerte, Chöre)

Kirchenburg

Kinderkirchentag

Treffen kirchlicher Jugend/Jugend Werkstatt

Treffen der Kirchenchöre

3. Teilaspekte des Entwurfs

3.1. Charakter des sakralen Raumes

„Die überragende Mehrheit wünscht sich die Walldorfer Kirche als das, was sie war: Zu Hause der Gemeinde, Ort der Besinnung und Begegnung des Glaubens, Mittelpunkt, Kleinod der Kultur, offen /aufgeschlossen... warm, schön, nicht dem Wandel der Zeiten unterworfen, Platz, an dem Menschen zur Ruhe kommen und manchmal verändert nach Hause gehen..." (Zitat Pfarrer Heinrich v. Berlepsch).

Als Gegensatz zur Reizüberflutung in der modernen Gesellschaft ist im Rahmen der Gestaltung des Innenraums ein eher ruhiger Gesamteindruck anzustreben. Der Raum und seine Ausstattung sollten sich zurücknehmen, das Wesentliche soll vermittelt werden. In der Reduktion wird die Chance gesehen, architektonisch interessante oder bauhistorisch wertvolle Einzelheiten wahrzunehmen. Selbstverständlich soll der Innenraum einladend wirken sowie Schutz und Geborgenheit vermitteln. Auf die Situation der Andacht und Besinnung ist besonders Rücksicht zu nehmen.

Im Zusammenhang mit dem angestrebten offenen Raumkonzept ohne Emporen im Innenraum werden die Mauern und die Fenster verstärkt in den Blickpunkt rücken. In diesem Zusammenhang sollte auch überlegt werden, ob und wie historische Befunde in ein überzeugendes Gesamtkonzept eingebunden werden können.

3.2. Ausstattung und liturgische Orte

Die Integration von vorhandenem Kunstgut in das Raumkonzept wird ausdrücklich gewünscht. Gerade weil durch den Brand sehr viel an Kunstgut verloren wurde, sollten im Rahmen des Wiederaufbaus passende Kunstgut-Elemente in den Konzepten zur Neugestaltung des Innenraumes Berücksichtigung finden. In der engeren Wahl ist z.B. ein Taufbecken aus Sandstein. Für Altar, Kruzifix und Rednerpult sind im Rahmen des Wettbewerbs Gestaltungsvorschläge zu erarbeiten. Hinsichtlich der Kanzel wird überlegt, eine Kopie der alten Kanzel anfertigen zu lassen.

Zu integrieren sind auf jeden Fall die beiden Epitaphien (Ritterehepaar, regionale Persönlichkeiten), die sich vor dem Brand unter der Kanzel befanden. Die Möglichkeit zur Integration von Alt und Neu wird als Chance für innovative Wettbewerbsbeiträge betrachtet. Angeregt wird zudem, dass auch das halbverbrannte Kruzifix als Erinnerung an den Brand einen neuen Standort in der Kirche findet.

Das Gestühl sollte aus Einzelsitzen bzw. kurzen Bänken (Zweisitzer/Dreisitzer) aus Holz bestehen, die flexibel und in verschiedenen Möblierungsvarianten genutzt werden können. Im Gesamtkonzept zu berücksichtigen ist, dass die Kapelle im Westteil der Kirche, die über eine Bogenöffnung mit dem Hauptschiff verbunden ist, ein introvertierter, gesondert nutzbarer Bereich sein soll.

3. 3.      Fenster und Türen

Die Auseinandersetzung mit den Fenstern und Türen sowie den Themen „Lichtführung" und "Lichtwirkung" ist ein wichtiger Teil der Gesamtaufgabe. Auch im Zusammenhang und als Ausgangspunkt einer differenzierten Fenstergestaltung ergeben sich wiederum die bereits erwähnten drei Hauptbereiche: Kapelle, Chor/Altarraum, Kirchenraum (Hauptschiff).

In der Westwand der Kapelle befand sich ein schlankes Zwillingsfenster, das durch farbintensives Glas und die typischen Nonnenköpfe geprägt war. Der Chor- bzw. Altarraum wird über zwei relativ große Öffnungen in der Ost- und Südwand belichtet. In der Nord-und Südwand des Hauptschiffes befinden sich jeweils mehrere Öffnungen unterschiedlicher Größe. Besondere Beachtung im Rahmen des Entwurfs sollte dem Fenster im geplanten Orgelbereich (Schutz vor UV-Strahlung und Aufwärmung) sowie dem westlichen Fenster in der Südwand des Hauptschiffes geschenkt werden. Im Bereich dieses Fensters stand vor dem Brand ein Bildnis von „Maria und Martha".

Die kleine Türöffnung auf der Ostseite des Chores soll geschlossen werden. Das noch vermauerte Zwillingsfenster in der östlichen Chorwand soll wieder geöffnet werden. Dies gilt auch für das romanische Fenster in der nördlichen Chorwand in Richtung Dachstuhl über der Sakristei und das dortige Okulusfenster.

Künstlerische, thematische und durchaus farbintensive Gestaltungsvorschläge für die wichtigsten Fenster sind erwünscht. Es können sowohl biblische Bezüge aufgegriffen werden, als auch die Themen „Kinderkirchenburg", „Gemeindekirche" oder „Biotopkirche" bearbeitet werden.

Auch für die Gestaltung der beiden neuen Eingangstüren zur Kirche sind Vorschläge erwünscht.

3.4.      Orgel

Die Einordnung dieses Raum bestimmenden Teils der Kirchenausstattung ist an der linken Westwand (Wand zwischen Hauptschiff und Turm/Treppenaufgang) vorgesehen. Der Abstand der Orgel zur Außenwand sollte ca. 1,50 m betragen. Die Vorschläge zur Einordnung und Gestalt der Orgel stehen in engem Zusammenhang mit den Ideen zur Ausbildung der Decke des zentralen Kirchenraumes. Es ist die Frage zu beantworten, in welcher Ebene sich die künftige Decke befindet. Auch die Dachkonstruktion ist dabei entsprechend zu berücksichtigen.

Im Zusammenhang mit der Einordnung der Orgel soll der Bogen zum angrenzenden Kapellenraum nicht beeinträchtigt werden. Im Prospekt oder „Gesicht" der Orgel sollten klingende Pfeifen aus Metall oder Holz stehen. Der Spieltisch muss zu ebener Erde, höchstens auf einem kleinen Podest stehen. Es ist mit einer Tiefe von mindestens 2,2 m für das Orgelwerk zu rechnen. Die größten Pfeifen erfordern eine Mindesthöhe von 3 m. Die Verbindung vom Spieltisch zum Pfeifenwerk könnte einen Gestaltungsspielraum bieten.

                                                           Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Kirchenburg Walldorf                                                          01.07.2013 

 

Turmbau-Fortschritt

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, ich möchte mich wieder einmal mit Bildern von der Kirchenburg melden. Es wird fleißig gearbeitet und das in vielen Gewerken.

 

Die Firma Pressbau aus Erfurt bohrt große und kleine Löcher in den Kirchturm. 

                                
In die großen Löcher werden Gewindestangen eingelassen, denn unser maroder Kirchturm muss vernadelt werden, erhält also eine Stabilisierung aus Edelstahl.

Der Chef zeigte mir eben diese Bohrkrone – sie ist ausgeglüht, ein Zeichen für die Festigkeit unseres Steins - da wird der wohl auch ohne flächendeckenden Verputz noch weitere Jahrhunderte durchstehen.

Doch es gibt auch kleine Löcher. In die werden Schläuche eingesteckt, vor allem da, wo sich Risse im Turm zeigen.



…dann werden die Fugen geschlossen….

…und es wird unter Druck ein Spezialbeton ins Mauerwerk verpresst, der die Hohlräume füllt und eine neue Festigkeit garantiert.

Auch am Sandstein wird gearbeitet.

Am oberen Turmanschluss wird das Hauptgesims repariert – es war schwer beschädigt.

Auch das Kaffgesims muss wieder ertüchtigt werden. Die Gesimse haben die Aufgabe, den Turm vor zu viel ablaufendem Wasser zu schützen. Unter dem Kaffgesims wird es übrigens kleine Schlitze für unsere Mauersegler geben – wir werden also wieder eine Kolonie dieser ganz besonderen „Schwalben“ haben.

Die Steinmetzfirma Möller aus Erfurt hat weitere Reparaturen im Plan… und der neue Sandstein wird vom alten optisch kaum zu unterscheiden sein, so können sehr gut Segmente (Vierungen) eingebracht werden.

Ich hoffe mit Hilfe dieser Zeilen fassen auch die Walldorfer wieder Mut, die nicht so recht sehen und hören können, was sich hinter den Netzen am Kirchturm tagtäglich ereignet. Es geht voran. Einen etwas ausführlicheren Bericht bringt das Meininger Tageblatt in den nächsten Tagen, da wird es auch einen Bauablaufplan geben, so dass jeder den Zeitplan kennt, nach dem wir arbeiten.

Und das alles ist nur ein kleiner Teil von unserem Arbeitsspektrum. Der Innengestaltungswettbewerb ist auch schon angeschoben und wird in Kürze von sich hören lassen, lediglich die Archäologen gehen diese Woche nach Hause. Wir danken ihnen für Ihre wichtige und hochinteressante Arbeit in unserer Kirchenburg.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Besiedlung in der Bronzezeit

Für Archäologen ist die ausgebrannte Wehrkirche in Walldorf eine Fundgrube, die tief in die Vergangenheit blicken lässt. Jetzt weiß man, dass der Felssporn schon vor 3000 Jahren besiedelt war.

 

Von Oliver Benkert.

Mit freundlicher Genehmigung des Meininger Tageblatt

Ausgabe vom 21. 06. 2013

        

Dr. Mathias Seidel erklärt in der ausgebrannten Walldorfer Wehrkirche den Fund, der im Turmbereich gemacht wurde. Er zeigt neben den Skeletten auf eine Mauer, die vermutlich von einem nicht christlichen Vorgängerbau stammt der wahrscheinlich auch schon einen Turm besaß. Fotos: O. Benkert

 

Walldorf – Was Dr. Mathias Seidel am Donnerstagnachmittag in der provisorisch überdachten Kirche in Walldorf vorstellt, kommt einer kleinen Sensation gleich: Bei den jüngsten Ausgrabungen im Innenbereich des Gotteshauses ist seine vor Ort tätige Kollegin Regina Frimel auf Funde gestoßen, die bis in die Bronzezeit zurückreichen. Sie seien ein Indiz dafür, dass die Erhebung im Werratal, auf der später die Wehrburg erbaut wurde, offenbar wegen ihrer ungewöhnlichen Lage mit guter Fernsicht schon vor 3000 Jahren für Menschen interessant war und besiedelt wurde, erklärt der Gebietsreferent des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie.Als Beleg dafür wird eine Grube herangezogen, von der man vor ihrer genauen Untersuchung annahm, dass es sich um eine Mulde handeln könnte, in der einst Glocken gegossen wurden. „So war es aber nicht. Es ist eine Silo- beziehungsweise eine Vorratsgrube gewesen, in der Getreide gelagert wurde. Getreide war damals wie Vieh ein Wertgegenstand, mit dem die Menschen handelten“, erläutert Seidel. Diese Einordnung ist dank der vorgefundenen Keramikstücke möglich gewesen. „Diese sind zwischen 2500 und 3000 Jahre alt und stammen aus der späten Bronzezeit, Übergang frühe Eisenzeit.“

Die Vorratsgrube fand die Archäologin im hinteren Bereich des Kirchenschiffes. Eine weitere bedeutende Entdeckung machte Frimel in dem Andachtsraum, der den unteren Teil des Turmes markiert. Dort stieß sie bei Ausgrabungen auf Mauerreste, die von einem älteren Gebäude, einem Vorgängerbau stammen müssen. „Wir wissen noch nicht, ob er sakral oder profan ist. Die Asymmetrie des bestehenden Turmes ließe sich damit erklären. Vermutlich war es so, dass dieses ältere Gebäude beim Kirchenbau als Orientierung diente, vermutet der Gebietsreferent. Zumal das starke Fundament als Hinweis gewertet wird, dass der Vorgängerbau bereits mit einem Turm ausgestattet war.

Zeitlich wird der heutige Turm in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts eingeordnet. Die Mauerreste und die sie umgebenden Skelette, die dort ohne auswertbare Beigaben bestattet wurden, ordnen die Fachleute ins 9. bis 11. Jahrhundert ein. Die Untersuchungen im Turmbereich wie auch im Kirchenschiff sind noch nicht abgeschlossen. Was sie bislang zutage förderten, ist aber schon jetzt nach Auskunft von Dr. Seidel einmalig in Thüringen.

Dies ist dem traurigen Umstand zu verdanken, dass sich in Walldorf durch den Kirchenbrand die Möglichkeit ergab, den Bodenraum eines Gotteshauses komplett zu öffnen. Damit fiel Licht in eine große dunkle Schatzkiste, die mit Sicherheit längst noch nicht all ihre Geheimnisse preisgegeben hat. Aktuell sind dies, in Zahlen ausgedrückt, rund 250 Kilogramm geborgene Scherben und weit über 30 Skelette von Erwachsenen und Kindern. Dazu kommen mehrere Münzen und andere Metallstücke sowie der wertvolle goldene Hochzeitsring. Da darf man schon jetzt gespannt sein, was die weiteren Untersuchungen noch ergeben, welche von der Landesbehörde nach Abschluss im Inneren auch auf den Außenbereich der Wehrkirche ausgedehnt
werden.
                                                            

Regina Frimel hält die Ergebnisse ihrer Ausgrabungen und Untersuchungen in Schrift und Bild genauestens fest.

 

Fundstücke werden in Magazinen archiviert

Im Sommer letzten Jahres begann das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit seinen Untersuchungen in der Walldorfer Wehrkirche, nachdem das Gotteshaus vermutlich wegen eines technischen Defekts im April 2012 komplett ausgebrannt war. Diese Untersuchungen sind nach einer Winterpause im April 2013 fortgesetzt worden und werden voraussichtlich noch einige Monate andauern. Finanziert wird der Einsatz der Denkmalpfleger vom Bauherrn, der evangelischen Kirchgemeinde Walldorf.

Alle Fundstücke, einschließlich der Skelette, wandern in das Archiv des Landesamtes und verbleiben nicht am Ort. Sie werden dokumentiert in die Magazine eingeordnet und gegebenenfalls auch noch weiter untersucht. Walldorfs Pfarrer Heinrich von Berlepsch hofft, dass die umfassenden Untersuchungen abschließend zusammengefasst und als Publikation veröffentlicht werden.
                     
Die Vorratsgrube ist eine Sensation. Sie wird von Archäologen in die Bronzezeit eingeordnet und ist damit rund 3000 Jahre alt. Das heißt, dass der herausragende Felsen im Werragrund schon lange vor der Ortsgründung besiedelt war.

 


Kirchenburg Walldorf                                                11.06.2013


Ersatztermin:



Einladung zu einem Presse- und Medientermin

für Donnerstag 20. Juni 2013 13.00 Uhr in die Kirchenburg

2 Schwerpunkte: Archäologie & Wiederaufbau
Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, sehr geehrte Vertreter der Medien, hier der angekündigte Ersatztermin – länger können wir die archäologischen Funde nicht vorhalten, auch hat sich deren Anzahl noch erheblich vergrößert

                    

Foto. Heinrich Frhr. V. Berlepsch

Dieser Ehe- oder vielleicht Freundschaftsring (1600) erweckte bei unserem letzten Pressetermin größeres Aufsehen. Diesmal geht es weniger um „Schätze“, sondern um das eigentliche Anliegen von Archäologie: Ausgrabung und Erforschung von Vergangenheit, Suche unserer Wurzeln. Für Foto, Film und Zeitungsspalten gibt es dennoch genügend „Stoff“. Dr. Mathias Seidel (TLDA. Gebietsreferent / Leiter des Steinsburgmuseums) schreibt: „…in der Tat ist die in den letzten Wochen angetroffene archäologische Befundung sehr spannend…“.

Wir möchten gern die Öffentlichkeit informieren, was die wissenschaftlich orientierte archäologische Vorarbeit zum Kirchenwiederaufbau z. Zt. erbringt. Um die Grabungsarbeit nicht zu behindern, ist kein Bevölkerungstermin geplant. Die Berichterstattung in Wort und Bild erfolgt ausschließlich durch Funk- und Presse. Wir bitten auch um Verständnis, dass wir keine Vorinformationen ausreichen und alle Medien gleich fair berücksichtigen.

Im zweiten Schwerpunkt informieren wir Sie ausführlich über den aktuellen Stand des Wiederaufbaus.

Verantwortliche: Dr. Mathias Seidel – (TLDA Archäologe), Architekt Karsten Merkel (Projektplaner), Jürgen Schuchert (Statiker, Mauerwerks und Dachsanierung), Pfr. Heinrich Frhr. v. Berlepsch

Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch

-       Danke für Ihr Interesse! -


Walldorf, Kirchenburg                                               03. 06. 2013

Terminabsage für Medientermin

vom 5. Juni in Walldorf

Hiermit sagen wir den unten genannten Termin ab. Ich hatte angekündigt, mich heute nochmals zum Termin zu melden.

Begründung:

1.   In der gegenwärtigen „Land-Unter-Situation“ vielerorts denken wir, dass Sie als Medienvertreter den betroffenen Menschen in den Krisengebieten Mut zu machen in der Lage sind und Sie mit Ihren besonderen Möglichkeiten auch Hilfe organisieren können. Eine Einladung vor Ort würde z. Zt. gewiss unnötig Kapazitäten binden. Wir möchten zugleich allen Geschädigten und noch Bangenden unser besonderes Mitgefühl ausdrücken. Walldorf ist trotz Werra und Herpf gnädig davon gekommen, leider sind andere Landesteile in allergrößter Notlage. Wir hoffen, dass die gegenwärtigen Ereignisse auch wieder eine große Solidaritätswelle auslösen und bestätigen, dass das in unserem Land mittlerweile zu einer verlässlichen Tradition geworden ist.

2.   Die außergewöhnlich interessante archäologische Befundung in unserer Kirche planen wir in den nächsten 14 Tagen durch eine Grabungsverlängerung noch zu erweitern. Es wird einen neuen Termin geben, den ich auf diesem Wege rechtzeitig bekanntgeben werde. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

(Unten zur Orientierung nochmals der abgesagte Termin)



Walldorf, Kirchenburg                                                                  31. 05. 2013

 

Einladung zu einem Presse- und Medientermintermin

für Mittwoch 5. Juni 2013 10.00 Uhr in die Kirchenburg

2 Schwerpunkte: Archäologie & Wiederaufbau

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,

sehr geehrte Vertreter der Medien!


Inmitten der Walldorfer Kirche eine Treppe mit blockiertem Zugang. Dahinter verbirgt sich vermutlich eine ungeöffnete barocke Gruft. Die Treppe nach unten bitte ich, symbolisch zu verstehen – die Gruft wurde nicht geöffnet, dennoch stiegen die Archäologen in den letzten Wochen weit „hinab“ in Walldorfs Genese. Dr. Mathias Seidel (TLDA. Gebietsreferent / Leiter des Steinsburgmuseums) schreibt: „…in der Tat ist die in den letzten Wochen angetroffene archäologische Befundung sehr spannend…“.

 

In Absprache möchten wir nun gern auch die Öffentlichkeit informieren, was die wissenschaftlich orientierte archäologische Vorarbeit zum Kirchenwiederaufbau z. Zt. erbringt. Um die Grabungsarbeit nicht zu behindern, ist kein Bevölkerungstermin geplant. Die Berichterstattung in Wort und Bild erfolgt ausschließlich durch Funk- und Presse. Wir bitten auch um Verständnis, dass wir keine Vorinformationen ausreichen und alle Medien gleich fair berücksichtigen.

 

Im zweiten Schwerpunkt informieren wir Sie ausführlich über den aktuellen Stand des Wiederaufbaus.

 

Verantwortliche: Dr. Mathias Seidel, Architekt Karsten Merkel, Pfr. Heinrich Frhr. v. Berlepsch

Eine weitere Terminbestätigung erfolgt voraussichtlich am Montagabend auf diesem Wege.

 

 

Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch

-       Danke für Ihr Interesse! -


15.05.2013           

Kurznotiz:

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, liebe Spender, ich möchte mich erneut für Ihre wirklich von Herzen kommenden Spenden für den Wiederaufbau bedanken!!! Wir sind dabei, richtig viel daraus zu machen - hoffe ich. Dienstag nach Pfingsten kommt die erste Baufirma, eine Woche später die zweite - im Herbst soll der Turm fertig sein, das neue Geläut Ostern 2014 in Gebrauch genommen werden. Sie helfen uns dabei, das zu verwirklichen und stärken uns durch Ihre Unterstützung auch mental – auch das ist ein sehr wichtiger Aspekt für unseren Wiederaufbau!! Nicht, dass wir etwa seelisch und moralisch in der Krise wären - es ist einfach dieses wunderbare „Wir-Gefühl“, das uns gut tut und immer wieder Freude und Kreativität fördert.

Auch mit den Wettbewerbsvorbereitungen sind wir gut vorangekommen. In absehbarer Zeit werden die ersten Telefonleitungen  glühen und einige Damen und Herrn von der Einladung überrascht werden, die Kirchenburg mitgestalten zu können. Wir suchen Ihre Kreativität, Ihre gestalterische Begabung, Ihr Knowhow - unsere Gegenleistung ist die architektonische und denkmalpflegerische Herausforderung „Wiederaufbau Kirchenburg“ und ein geordnetes Wettbewerbsverfahren.

Auch die Medien sind herzlich eingeladen, z. B. nach Pfingsten die ersten „Handschläge“ zu dokumentieren und zu publizieren, die nicht mehr nur der Bauvorbereitung dienen, sondern der Wiederherstellung des Kirchturms.

Noch eine Bitte:

Ich möchte Sie bitten, bei Spendenüberweisungen an die Übermittlung Ihrer Anschrift zu denken. Es ist mir hochpeinlich, wenn ich Ihnen nicht danken  kann und Sie auch keine Quittung erhalten bzw. erst nachfragen müssen.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Heinrich v. Berlepsch

2 Fotos:

Alltag in Walldorf – Wie lebt es sich mit einer verbrannten Kirche?

Goldene Konfirmanden 2013 vor ihrer abgebrannten Kirche

Goldene, Diamantene und Eiserne Konfirmanden 2013 vor der „geborgten“ Wasunger Stadtkirche – nochmals herzlichen Dank für die Einladung nach Wasungen!!!





26.04.2013

SO ODER SO?

- die Frage nach dem „Outfit“ der Walldorfer der Kirche!!

Liebe Freundinnen und Freunde der Walldorfer Kirchenburg,

Verfugung oder Verputz, diese Frage beschäftigt Walldorf schon lange, nicht weniger die Aufsichts- und Genehmigungsbehörden, Architekten und Fachplaner: Was ist besser, was ist richtiger? Drei Fotos zeigen etliche, aber noch nicht einmal alle Versionen. Hinzu kommen viele A 4 – Blätter geschriebenes und die Fleißarbeit der Fachleute. Soll es eine komplett verputzte Kirche geben, wie früher schon einmal zum Zeitpunkt X. Schwarz-Weiß ist nicht die einzige Variante, eine rötliche und eine grünliche wurden auch gefunden. Oder ist eine Tiefen-Verfugung, wie in der Bemusterung links am Turmfuß etwa besser?

Die Angelegenheit rein emotional zu entscheiden, ist definitiv der falsche Weg. Verantwortlich bauen und sanieren gelingt nur, wenn wir die Argumente der einbezogenen Fachleute hören und verstehen… übrigens haben alle Recht, sowohl die Verfuger als auch die Verputzer - auch das möchte ich ausdrücklich sagen.

Es ist nicht möglich, hier alle relevanten Argumente zu benennen. Ich möchte mich deshalb auf je 3 besonders wichtige beschränken:

Für Verputz:

1.                 1.Unsere Kirche war immer verputzt.

2.  Die Verwitterung geschieht am Putz und weniger am Stein.

3. Wiederherstellung einer Kirche nach einem historischen Vorbild zum Zeitpunkt X.

Für Verfugung:

1   1. Laut Fachplaner-Prognose, werden die ersten Putzschäden bereits in 5 – 10 Jahren auftreten – das ist bautechnisch bedingt und gilt spezifisch für die Walldorfer Mauern. Weithin sichtbare Putzschäden sind heute ästhetisch nicht mehr tolerierbar und deshalb teuer in der Wartung – Fugen lassen sich erheblich günstiger warten.

2.   2.Unser Buntsandstein ist so stabil, dass er Steinsichtigkeit in Zusammenhang mit einer Tiefenverfugung verträgt.

3.   3.Das letzte bekannte „steinerne“ Bild der Kirche würde wiederhergestellt und ein breiter Bevölkerungswunsch erfüllt, das Ensemble-“Gefühl“ erhalten.

Mitte Mai wird sich der Gemeindekirchrat positionieren, danach kann die Bauplanung und Sanierung ohne Verzug fortfahren, denn im Spätherbst soll der Turm fertiggestellt werden.

Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch


 

1 aufgeschlagene Gesangbuchseite



…und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben…

Natürlich kein ewiges Leben für Holz und Stein,

das ist uns vor einem Jahr mehr als klar geworden…

Immerhin,

der Brand hat diese Gesangbuch-Seite aufgeschlagen,

dass ich sie lesen soll, dass wir alle sie lesen sollen…

nichts habe ich daran geändert…

Was es ist??? - Ja WAS ist ES??

Ist es Unsinn, solche Zufälle sprechen zu lassen?

Die Liebe zu unserem Gotteshaus sagt etwas anderes!!

Ist es Unglück?? Ist es Schmerz… eine aussichtslose Lage??

Die Liebe zu dem, was uns immer ans Herz gewachsen war

- unsere Kirchenburg -

lässt sich DAVON NICHT erschrecken!!

Lächerlich, leichtsinnig, unmöglich??

Oh, wir sind vorsichtig geworden,

sind hörend, aufmerksam, sensibel…

Es ist ALLES möglich…

aber die Liebe hat den längeren Atem!!

3 Dinge möchte ich sagen - die sind mir wichtig:

1.          Ich habe riesengroße Hoffnung und Vorfreude auf eine neue/alte        Kirche und den Weg dahin.

2.       Ich möchte danke sagen, Euch allen, Ihnen allen, denen, die 1 Jahr nach dem Brand taggenau gern hier wären, aber nicht kommen können, allen denen die an uns denken, mit uns fühlen, etwas getan haben für unsere alte/neue Kirche und noch tun, allen Spendern, allen Bauleuten, der Allianz und Ecclesia… es sind so viele, die uns auf unserem Weg begleiten.

3.         Man kann nicht sagen, darf nicht sagen, dass ein solcher Brand von Gott gewollt ist, dass er einen Sinn hat, wenn so viel Kultur vernichtet wurde, wenn so viel Finanzkraft für den Wiederaufbau nötig ist – aber, man kann ihm dennoch einen Sinn geben – und genau das wollen wir tun. Wir wollen einen Weg des Miteinanders gehen, ein Weg des Neuaufbaus und der Erneuerung – und das wird ein Weg der Hoffnung sein, ein Weg voller Ziele und Erkenntnisse, ein Weg des miteinander und voneinander Lernens… Gott aber in unserer Mitte.

Ihr Heinrich Frhr. v. Berlepsch, Pfarrer in Walldorf, 1 Jahr nach dem Brand

 Aktuelle Links:

http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Aus-der-Asche-waechst-Hoffnung;art83467,2463848

http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Alte-Kunstschaetze-sollen-in-neuer-Kirche-ein-Zuhause-finden;art83467,2463849

Danke allen Journalistinnen und Journalisten in Text, Bild und Ton für Ihre gut recherchierte und einfühlsame Berichterstattung über unsere Kirchenburg!!!

Ihnen allen wünsche ich viel Auferstehung - auch quer durch Ihr Leben!! – Ostern bedeutet: „Das Leben siegt über den Tod“!!

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Heinrich v. Berlepsch

     1 Jahr danach                                                                18.03.2013

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg

- heute wieder Nachrichten aus Walldorf!!

Nach zwei wundervollen Benefizkonzerten in Meiningen und Walldorf hier die nächste Einladung: "1 Jahr danach"
"Chöre singen für Walldorf" in der Meininger Stadtkirche war umwerfend - auch umwerfend gut besucht . genauso "Musikschulen öffnen Kirchen" mit der Städtischen Musikschule "Alfred Wagner" Suhl. So viele Menschen, so viel Engagement für unsere niedergebrannte Kirche, so großzügige Spenden - mich bewegt das sehr, überaus herzlichen Dank dafür!! (Spenden  konkret: Meiningen 1430 € netto / Musikschule 1109,00 € netto)

An die Musikschule habe ich als Dank gestern große Engelfotos verschenkt, den ehemaligen Haupt-Engel unserer alten Orgel... im Hinterkopf hatte ich: "Der Engel des Herrn sei mit Euch".
Ganz offen räume ich allerdings ein, dass da noch mehr in meinem Hinterkopf war. Schon lange rechne ich mit der Frage: "Na, Herr Pfarrer, wo war denn Dein Schutzengel, als Eure Kirche niedergebrannt ist!?" Ich wusste nie, was ich darauf antworten sollte.
Da saßen die Musikschülerinnen und -schüler mit ihren Instrumenten vor mir - auch Engel werden ja gern mit Instrumenten dargestellt. Plötzlich wurde mir bewusst, verloren haben wir 5 Engel aus Holz und die Kircheneinrichtung drumherum... ganz real jedoch haben sich die Engel krass vermehrt. Uns sind seit dem Brand so viele Menschen wie Engel begegnet, dass ich nie wieder zweifeln werde.
Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch

Alles neu, macht der Mai!                               
     05.03.2013

 https://www.facebook.com/KirchenburgWalldorf

(Hinweis: Auch die Facebookseite können Sie voll einsehen. Bitte ignorieren Sie die Anmeldeaufforderung und lesen Sie unsere Texte und sehen Sie unsere Bilder auch als Nichtmitglieder.) Alles neu, macht der Mai! …ein solcher Anblick ohne Baukran dauert aber noch! Keine Sorge, es geht uns trotzdem gut und wir planen und bauen mit Leidenschaft.

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg

- heute wieder Nachrichten aus Walldorf!!

·        Biotopkirche

Die ersten Störche sind zurück, doch wir können ihnen noch kein Quartier bieten. Immerhin haben wir gestern besprochen, wie wir unsere Dohlen und Mauersegler trotz Bauerei hier behalten können. Die Experten Klaus Schmidt und Wigbert Schorcht haben ein Konzept zur Anbringung von Nistkästen vorgeschlagen, das hoffentlich funktioniert. Auch wird z. Zt. ein Arbeitsplan für die Arbeitsgruppe „Biotopkirche“ entwickelt. Wer gern mittun möchte, den bitte ich herzlich, sich bei mir zu melden, ehe alle Vögel schon da sind.

·        Ein Loblied

…auf unsere Versicherung Allianz und die Vermittlerin Ecclesia. Die Experten und Gutachter haben sich richtige Mühe gegeben und sich von Anfang an präzise in das System „Wiederaufbau“ eingearbeitet. Sie wissen genau, wo uns der Schuh drückt und welche Bauabläufe zu welchen Fristen kommen müssen. Wir haben auf Augenhöhe (authentische Formulierung unserer Versicherungspartner) miteinander verhandelt und sind nun in die Lage versetzt, ohne Verzug zu bauen. („An dieser Stelle ist herauszuheben, dass die Allianz als Ihr Sachversicherer einen sehr lösungsorientierten und unkonventionellen Weg eingeschlagen hat, der maßgeblich“ zu einem schnellen Bauablauf führt./Zitatende) Im Klartext: Die Versicherung trägt die Hauptlast für den Wiederaufbau und es gibt KEINE Wartezeiten. Jetzt liegt es nur noch an den Bauleuten und Genehmigungsbehörden, wie rasch wir den oben angezeigten Anblick Walldorfs wieder so haben werden.

·        Bauplanung – Baubeginn

Der 12. und der 14. März sind unsere nächsten Meilensteine des Wiederaufbaus. Zum einen wird unter dem leitenden Architekten Karsten Merkel und in Erwartung der zuvor im Beisein von Frau Dr. Schrön (TLDA) zu diskutierenden denkmalpflegerischen Zielstellung und Genehmigung die Außensanierung weiter vorangetrieben. Die Ausschreibungen sollen bald beginnen, und zwar zu Frühjahrespreisen und nicht wie sonst üblich nach dem „Septembertarif“. Der Bauabschnitt 1 ist und bleibt der Turm bis hin zum neuen Geläut.

Zum anderen: Für das Kircheninnere gibt es einen Wettbewerb. Der wird gerade vorbereitet. Die Fachpreisrichter und Sachpreisrichter werden/wurden bereits angefragt – fast alle Namen sind also bereits benannt. Olaf Baum und Elke Bergt führen uns durch diesen Wettbewerb.

Überlegt wird die Teilnahme von möglicherweise etwa 10 Teams oder Arbeitsgruppen. Da, wo sich z. B. Künstler und Innenarchitekten für einen gemeinsamen Entwurf zusammentun oder auch anderweitig sich im Vorfeld bereits „kreatives Potential“ miteinander „verbündet“, bestehen für uns als Bauherrn sehr gute Chancen, überraschende Entwürfe zu bekommen und uns dafür zu begeistern. Wir wollen uns selbst auch Mühe geben, den Wettbewerb für Sie attraktiv zu organisieren… jeder der die Kirchburg kennt und das öffentliche Interesse an ihr, kann das gewiss jetzt schon nachvollziehen. Ich bin mir bewusst, dass diese letzten Zeilen noch ungenau formuliert sind, aber möchte Sie zu diesem Zeitpunkt schon gern dabei haben.

·        Kunstgut

Auf unsere Idee, passendes Originalkunstgut für die Innengestaltung der Walldorfer Kirche zu erwerben, bekommen wir richtig viele positive Rückmeldungen. Dumm ist nur, wir haben noch nichts gefunden. Wenn es damit etwas werden soll, BRAUCHEN WIR IHRE MITHILFE. Wo gibt es dieses Kunstgut… Kanzel, Altar, Taufe?Wenn wir nichts Passendes finden, bleibt uns nur Plan „B“: Wir schnitzen und malen einige Elemente der alten Kirchen nach, z. B. die schöne Kanzel. Die Kunstgutabklärung ist eilig, denn sie muss vor dem Wettbewerb erfolgen.

·        Das Beste zuletzt

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat uns vor wenigen Tagen mitgeteilt:

„Wir haben 110.820,00 € für Sie – Geld, das bei uns eingegangen ist für den Wiederaufbau der Walldorfer Kirche!!“ …in Summe mit den Spenden auf den anderen Konten bei uns und dem KIBA-Konto über 270.000 € Spenden für die Walldorfer Kirchenburg!!!

So viel Geld von so vielen Spendern – Menschen, die oft sogar im Hintergrund bleiben, gern im Stillen etwas Gutes tun – ich bin sprachlos, ich bin gerührt, ich glaube an das Gute im Menschen, an Gemeinsinn, an das Miteinander …und ich möchte von ganzem Herzen danke sagen und tue das auch im Namen aller Walldorfer.

Wir werden mit diesem Geld sparsam, vernünftig und zielorientiert umgehen, es da einsetzen, wo die Versicherung nicht „greift“. Das Ergebnis soll eine gerettete Kirchenburg sein, ein neues Kleinod, das die lange Tradition der Wehranlage würdig fortführt und für unsere Kirchgemeinde und als Kulturstätte wieder eine Hausnummer wird. Auch auf dem Weg dahin möchten wir mit vielen unter Ihnen in Kontakt bleiben und gerade dieser Weg soll sich für alle Beteiligten am Wiederaufbau gleichfalls lohnen, soll positiv und erlebnisreich gestaltet werden, soll Menschen Freude bereiten und dazu führen, noch intensiver miteinander zu sprechen und zwischenmenschliche Kontakte zu fördern und auszubauen… über dem allen aber Gott, der uns spürbar reichen Segen zuwendet.

Nein, das war noch nicht der Schlusssatz, das Engagement geht noch weiter: Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch
Walldorfer Schätze                                                           15.02.2013

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, hier ein Erinnerungs-Hinweis an unsere erweiterte Internetpräsenz. Es gibt eine Serie „Schätze der Kirchenburg“ auf Facebook – das ist vordergründig eine Bildersammlung, manchmal ist allerdings auch mit Text!

https://www.facebook.com/KirchenburgWalldorf

https://twitter.com/KircheWalldorf

http://www.kirchenburg-walldorf.de 

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch 

Die Hungersnot in Walldorf!

Den Hintergrund dazu finden sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Tambora  -  der Ausbruch des Tambora!! Gleichgültig wo Sie auf der Nordhalbkugel unserer Erde wohnen, diese Hungersnot gab es auch zu Hause bei Ihnen. 


Hurra, wir bauen noch!                                 04.02.2013

Flughafen gesucht – wann können sie wieder landen???

Einer meiner Lieblingsjournalisten, liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg, hat den Missstand, so lange keine Infos mehr aus Walldorf bekommen zu haben, wie folgt kommentiert: „Passt auf, dass es bei Euch nicht so wird, wie mit dem Berliner Flughafen!“ Natürlich habe ich ihm diese Frechheit längst verziehen.
Apropos Landeplatz: Gestern sah ich einen Storch in den Werrawiesen spazieren gehen… mein Bedauern ist schon groß, noch ein paar Jahre auf das Nisthilfenangebot auf dem Walldorfer Biotop-Kirchendach verzichten zu müssen.

Was ist los in Walldorf?
Die Fachplaner sind bei der Arbeit – eigentlich sollte ich fast schreiben, „die Fachplanerinnen“. Unter den Experten für den Wiederaufbau bilden Frauen die Mehrheit. Das freut mich vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion der letzten Wochen ganz besonders…. und hinter dieser Zusammensetzung stehen keinerlei Quoten, sondern fachliche Kompetenz, Engagement und gute Erfahrungen.
Auch die Versicherungsfachleute der Allianz und Ecclesia arbeiten hart daran, dass der Wiederaufbau bald erneut Dynamik bekommt - das gleiche trifft auf die Gutachter zu und die übergeordneten kirchlichen Baubehörden. Der leitende Architekt Karsten Merkel und der Statiker Jürgen Schuchardt von Trabert & Partner behalten den Zeitplan stets im Kopf und tun ihr Bestes.Ich möchte Ihnen allen an dieser Stelle erneut im Namen der Kirchgemeinde und in meinem eigenen Namen sehr herzlich danke sagen. Ihr Enthusiasmus für die große gemeinsame Aufgabe des Wiederaufbaus entgeht mir nicht!!

Noch im Februar sitzen wir vor Ort mit Olaf Baum aus Weimar/Erfurt und Frau Elke Bergt von der Landeskirche zusammen, um die Strategie zur Entwicklung der Innenarchitektur unserer Kirche zu entwickeln. Näheres dazu kann ich z. Zt. noch nicht veröffentlichen. Wir wollen uns an die „Spielregeln“ halten, fair mit Architekten und Künstlern umgehen und die Entwürfe anonym wichten, sind gespannt auf die Ideen – so viel schon mal vorab. Näheres zu gegebener Zeit.

Ein erster Kunstgutlagertermin war zumindest vordergründig nicht erfolgreich. Wir hoffen nach wie vor, interessantes Kunstgut aus stillgelegten oder abgerissenen Kirchen zu finden und in Walldorf neu zu beheimaten. Konsequenz: Wir ändern die Suchmethode und bitten die Öffentlichkeit erneut um Mithilfe. Wir suchen z. B. Kanzel, Altar oder/und Taufe aus dem 16.-17. Jahrhundert – einer Hauptbauepoche unserer Walldorfer Kirche - an ein Kunst-Sammelsurium ist aber nicht gedacht und funktional soll das neue Gotteshaus auch werden.
Was mich persönlich außerdem bewegt? Alle wissen es, aber geredet wird darüber nur halböffentlich. Wie geht es weiter mit unserer Kirche und mit unseren Gemeinden und welche Dinge sind bei einem Kirchenwiederaufbau in dieser Hinsicht zu bedenken?

Vor 25 Jahren, als ich meinen Dienst in Walldorf begonnen habe, zählte unser Ort 1250 Kirchgemeindemitglieder, jetzt sind es knapp 850. Wie ich die Walldorfer Verhältnisse in 10 Jahren kalkuliere, muss ich hier nicht in Zahlen ausdrücken, doch es bewegt mich …und wenn ich noch ehrlicher bin, möchte ich sagen, es belastet mich. Fast ausnahmslos werden kirchliche und säkulare Zahlen immer kleiner. Und: Überall in Staat und Kirche liegen Pläne in den Schubladen… bei den Bürgermeistern, den Versorgern, niederen und höheren Verwaltungen, den Rechnern... in der Kirche. Wer an der falschen Stelle oder zu früh über „Alternativen“ spricht, bekommt allerdings oft „Feuer“, verdirbt manchen die gute Laune und die steht eh schon nicht mehr auf jeder Tageskarte.

Es geht mir nicht um Trübsinn, sondern um Entwicklung von Konzepten, die positives Denken erhalten und vielleicht auch ganz neu schaffen. „Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschaffen für das Reich Gottes“ – dies Bibelwort bringt es auf den Punkt: Deine Furche gelingt nur, wenn Du nach vorn blickst.

Wir stehen ganz konkret vor Zentralisierungen, Personalabbau und Finanzierungslücken. Das zumindest hat vorübergehend noch nichts mit Walldorf zu tun, es kommt nach dem Bau. Mir sind deshalb folgende Punkte wichtig:

1. Wir sollten Walldorf so entwickeln, dass es ein Zentrum werden kann z. B. für die Arbeit mit Kindern, auch Ausstellungen(Öffentlichkeitsarbeit), Tourismus...

2. Wir sollten wartungs- und instandhaltungsarm bauen - nicht an gestalterische Obergrenzen gehen. Zum Beispiel haben wir ein besonderes historisches Fenster am Kirchturm, ein Biforium. Das ganz zu öffnen wäre schon ein Highlight, doch es würde die Stabilität unseres Kirchturms in diesem Bereich reduzieren… es war vermauert, wird wohl gezeigt werden können, eine volle Öffnung jedoch muss nicht unbedingt sein. Ebenso die Sache mit dem Außenputz: Nach ersten gutachterlichen Äußerungen ist unser Sandstein an der Kirche versalzen und hat einen Eintrag von Rußpartikeln als Brandfolge. Außerdem sagt die Gutachterin, dass dieser Stein Steinsichtigkeit vertragen würde und ein deckender Verputz wohl keine gute Prognose hat, eine Verfugung sich anbietet. Seit ein paar Jahren wird fast überall geputzt – auch die Walldorfer Kirche hat eine Putztradition, sie hat allerdings auch eine Tradition abfallenden Putzes. Ich hoffe sehr, dass die Genehmigungsbehörden ein Ohr für unsere Bitte haben werden, dass uns eingefärbter flächendeckender Verputz in ein paar Jahren vor Finanzierungsprobleme stellen wird. Wer soll das Gerüst bezahlen und den nächsten Außenputz?? Den Kindern, die ich heute taufe, möchte ich dies Thema in ein paar Jahren nicht aufs Auge drücken. 

Biforium - ein durch eine Mittelsäule gegliedertes
zweibogiges Fenster unterhalb des Zifferblattes

3.   Eigeninitiative!O.k. die Zeiten der Wundergläubigkeit sind wohl vorbei – nicht so bei Eigeninitiativen. Walldorf hat eine lange Tradition darin - wir sollten nicht nachlassen. Durch Eigeninitiative kann großes und großartiges geschehen – auch und gerade in der Denkmalpflege, wie ich immer wieder höre und erlebe. Für die „Biotopkirche“ ist das schon mal fest geplant… in Kürze werden wir das Biotop-Thema wieder aktuell auflegen.

4.   Realismus! Träume können wunderschön sein. Wenn sie Konzepte und Ziele nach sich ziehen, sind sie sogar notwendig, werden sie zu Visionen. Genau das brauchen wir. Ansonsten gelten Fakten… Vorausschau, Auswertung der Vergangenheit, Beobachtung ablaufender Prozesse, miteinander reden, Ehrlichkeit... und positives Denken.

Mit herzlichen Grüßen aus Walldorf, Ihr Heinrich v. Berlepsch

(Fotos H. Frhr. v. Berlepsch, Verwendung & Abdruck gestattet)


Zum Jahreswechsel                            27.12.2012

Liebe Freundinnen und Freunde der Kirchenburg,

ein Jahr geht zu Ende und fast überall begegnen uns Jahresrückblicke - die sind beliebt.

Weshalb eigentlich? Sie stecken voller Überraschungen!

Wir sind verblüfft, wie schnell sich doch der Schleier des Vergessens über gesehenes breitet. Was uns gestern noch wichtig war, was uns umtrieb, ist Geschichte geworden. Im Jahresrückblick aber sind sie plötzlich wieder da, die Erinnerungen und die Gefühle der Vergangenheit, wieder erwacht durch die Bilder und Geschichten auf den Festplatten, die niemals vergessen… doch fühlen können die nicht.

Einmal noch nachempfinden, was da vor Wochen durchrauschte - das ist wie ein Abschiednehmen von guten und manchmal auch gefürchteten Bekannten. Sehr bald werden wir uns abwenden und… was eigentlich?

…oft genug wie gebannt in die Zukunft starren

– auch die Gottesdienste sind voller zum Jahreswechsel.

 

Das neue Jahr hat wohl eine besondere Magie: Wir wissen nicht, was es uns beschert… vor allem keine Garantiescheine, alles ist offen, altbewährte Geländer und unerschrockener Optimismus helfen. Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, denen 365 Tage im Jahr eh schon zu viele sind, die gar nicht schnell genug in die Zukunft stürmen können, sich nur im freien Flug wohl fühlen. Wir Menschen unterscheiden uns, und das ist gut so.

Ich möchte Sie über all Ihren und meinen Gedanken mit der neuen Jahreslosung grüßen und habe sie ins Bild gesetzt:

Herzliche Segenswünsche

und Gottes Geleit im neuen Jahr,

wünscht Ihnen, Ihr Heinrich v. Berlepsch

(Foto H. Frhr. v. Berlepsch, Verwendung & Abdruck gestattet, Anlage großdruckfähig)

(Poster/Foto auch bestellbar bei: http://www.pixum.de/meine-fotos/album/6600846)


22. 12. 2012: Ein Weihnachtsgeschenk

Liebe FreundInnen der Kirchenburg,


ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art erreichte mich gestern und löste bei uns große Freude aus: Die erste detaillierte Bauzeichnung zur Rekonstruktion und Sanierung des Walldorfer Kirchturms. Die Kirchturmrekonstruktion gilt als erster Bauabschnitt des Wiederaufbaus der Kirchenburg und ist Voraussetzung für das neue Geläut, das Weihnachten 2013 zum ersten Mal erklingen soll.

TRABERT + PARTNER, das INGENIEURBÜRO FÜR STATIK+KONSTRUKTION aus Geisa, das uns seit dem Brandgeschehen begleitet, schreibt dazu:

 

Sehr geehrter Herr von Berlepsch,

anbei übersenden wir Ihnen fünf Planausfertigungen zum Teilobjekt „Sanierung und Rekonstruktion der Turmhaube - Evangelische Kirche Walldorf". Mit dem Übersichtsplan zur Rekonstruktion der Turmhaube möchten wir, die Mitarbeiter des Ingenieurbüro Trabert + Partner, uns für dieses Jahr bei Ihnen verabschieden. Die Übersicht soll einen kleinen Eindruck der bisher geleisteten Planungsarbeiten widerspiegeln und als positive Motivation für die anstehenden Arbeiten dienen. Vielleicht wird mit dem Schaubild beim einen oder andern Kirchenbesucher das Interesse für den Wiederaufbau geweckt, oder gar die Entscheidung zur Unterstützung des Projektes.

Wir wünschen Ihnen, Ihrer Familie und der Kirchgemeinde

ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein positives ereignisreiches Jahr 2013.

Mit freundlichen Grüßen,

Dipl.-Ing. Jürgen Schuchert und M. Eng. Stephan Nimmich

  Für dies besondere Weihnachtsgeschenk, auch meinen/unseren besonderen Dank, ebenso all denen, die „hinter den Kulissen“ eine leise, fleißige und kompetente Arbeit tun. Dazu gehören in herausragender Weise:

·        der leitende freie Architekt Dipl. Ing. Karsten Merkel http://www.architekt-merkel.de/

·        Kirchenbaureferentin Dipl. Ing. Karin Schneider vom Kreiskirchenamt Meiningen

·        die obere kirchliche Baubehörde

·        Ecclesia und Allianz mit ihren Gutachtern

und viele Bauleute, die ich im Laufe des Wiederaufbaus sehr gern noch vorstellen möchte. 

Fröhliche Weihnachten, Ihr Heinrich v. Berlepsch

(Abbildungen und vergrößerter Ausschnitt T&P)

Alte Turmhaube am Haken (Foto v. B.)

Nikolaus - Advent - Weihnachten                                  06.12.2012


Letztes Krippenspiel in der alten Walldorfer Kirche

…denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge!!

Auf den ersten Blick,liebe FreundInnen der Kirchenburg könnte genau das UNSERE ZEILE in der Weihnachtsgeschichte werden.

Nach 82 hochschwangeren Meilen keine Herberge zu finden ist schon hart - am Ende blieb nur ein Stall! Das ist die klassische Mitleidpassage der Weihnachtsgeschichte: armer Gott, geboren in einer Futterkrippe in einem öden Stall! Die heilige Familie wollte damals keiner, der eine oder andere konnte auch nicht, war wirklich ausgebucht. Kein Platz in der Herberge - ich muss wohl nicht eigens erklären, weshalb ich in diesem Jahr genau hier hängenbleibe mit meinen vorweihnachtlichen Gedanken. Mit Bedauern ist man manchmal recht schnell - dem eigenen - und natürlich auch dem anderer.

Allerdings: Der Gottesdienstraum im Altenpflegezentrum 400 m von der Ruine entfernt ist wirklich komfortabel, unsere schmucke Melkerser Kirche ebenfalls - nicht 82 Meilen, nur 2 Kilometer Wegstrecke. Haben wir nicht vor 5 Jahren schon einmal da Weihnachten gefeiert, kurz bevor wir die Walldorfer Kirchensanierung zu Ende gebracht hatten! Keine Herberge – WIR haben sogar mehrere!

Mitleidsempfänger – nicht wirklich! Dennoch möchte ich ein „Ja“ und ein „Nein“ stehen lassen. Wir empfinden unterschiedlich. Einige möchten trauern und dürfen das auch. Ist nicht Weihnachten der Platz, an dem regelmäßig „alles hochkommt“? Wir wollen das annehmen, freuen uns über all die viele herzliche Anteilnahme und Zuwendung. Ihr Mitleid tut uns gut und eine Prise Selbstmitleid braucht die Seele wohl auch – kein Stolz an der falschen Stelle.

Auf den zweiten Blick allerdings kommen mir völlig andere Gedanken. Nicht einmal die heilige Familie war wirklich elend dran, damals in ihrem Stall… es geschahen viele wundersame Dinge und geschehen noch. Die Weihnachtsgeschichte ist nicht DIE Geschichte vom STALL, sondern vor allem eine Geschichte von Begegnungen, von Besuchern und Besuchen - zuallererst Gott, der uns Menschen besucht.

Er, der große Gott, schickt allerlei interessante Leute. Da kommen die Magier vom Ende der Welt, machen sich auf eine lange Reise, um in einem Stall zu landen, der keine 5 Sterne hat, sondern nur einen einzigen. Herodes verlassen sie fluchtartig um Augenblicke später neben Ochs und Esel niederzuknien - kluge Männer aus der sozialen Oberschicht. Die Weihnachtsgeschichte ist voll von Wundern, auch auf den Feldern vor Bethlehem, nicht nur im Stall… Magier, Hirten und immer wieder Engel…

Engel in der alten Walldorfer Kirche

…jede Begegnung ergreifend, unvergesslich, Leben verändernd. Vielleicht ist es das „lebenverändernd“, das sich so tröstlich anfühlt, die neue Brille für so vieles, eine lebendige Hoffnung und Zuversicht, die einen Großteil des Selbstmitleids abräumt wie altes Geschirr, das seine Aufgabe erfüllt hat.

Die Hirten, die sind mir genauso sympathisch wie die Magier, sind eine eigene Predigt. Die waren ohne Schminke und ohne Maske. Ab einem Knackpunkt im Leben ist wohl nur noch Direktheit angesagt, da wird nichts mehr geschönt, da wird das Leben wieder nackt und ursprünglich. Es ist schon ein Erlebnis, solch „wetterfesten“ Menschen zu begegnen, an ihnen zu sehen, was wir nicht haben und vielleicht für sich selbst neu zu hoffen. Gott - wurde auch nackt geboren.

…und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Lukas 2)

Umkehren und Gott loben! Erneuerung und danke sagen können für alles, was wir gehört und gesehen haben - das zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch mein Kirchenburg-Denken und Fühlen.

Danke Ihnen allen, die Sie das lesen, weil Sie das wirklich interessiert. Ich/Wir danke/n Ihnen für all Ihre Erschrockenheit über den Abbrand unserer Kirchenburg und Ihr Mitgefühl, Ihre Taten und Engagements, Ihr Spenden… Dank von A bis Z… A wie Allianz, Z wie Zaungäste oder auch A wie Architekten und Archäologen und Z wie Zahlkartenschreiber, dazwischen unglaublich viele Helfer und Experten, Förderer, Bauausführende, Berater, Journalisten, kirchliche Behörden, staatliche… Fleiß und Umsicht haben die letzten Monate geprägt und auch Einvernehmlichkeit in den Ergebnissen. Ohne Ihr Tun wären wir gescheitert oder würden es noch.

Begegnungen… Besucher und Besuche, Telefonate, Emails, Briefe, Sitzungen, die nicht öde sind – die Weihnachtsgeschichte ist nicht die Geschichte vom Stall, sondern vor allem eine Geschichte von Begegnungen – wir erleben das gerade eben…  zuallererst aber Gott, der uns Menschen besucht.

Alte Walldorfer Kirche

Auch Ihnen allen wünsche ich Begegnungen, wenn Sie Glück haben vielleicht sogar lebenverändernde Begegnungen - Weihnachten wurde eigens dafür erfunden …und Advent heißt sogar „Ankunft“. Ich selbst werde in diesen Tagen immer wieder gefragt, was ich besonderes tue zu Weihnachten, besonderes für die Gemeinde oder auch für mich. Etwas wirklich Besonderes wäre für mich, einmal stille zu halten - wirklich still zu werden – das hatte ich lange nicht und das würde gewiss auch vielen Walldorfer gut tun, „stille Nacht“ nicht bloß auf den Lippen zu tragen.

Segensreiches wünscht Ihnen Ihr Heinrich v. Berlepsch

(Fotos H. Frhr. v. Berlepsch, Abdruck erlaubt)


Programmhinweis MDR „echt“

Der Kirchenbrand von Walldorf

Dienstag 4. Dez. 2012 21.15 Uhr

http://www.mdr.de/echt/braende124.html

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

(Foto H. Frhr. v. Berlepsch)



19.11.2012 Glauben oder Wissen???

…einem Gottesmann begegnet sie oft, diese Frage. Auch ich gebe dem Glauben nicht immer den Vorrang, denn Wissen hat auch seinen Charme - außerdem wird man ja schnell einmal an der Nase herum geführt… oder führt sich selbst manchmal an der Nase herum - ich muss schmunzeln. Wie leichtsinnig ist es doch zuweilen, zu glauben, an anderer Stelle wiederum ist es leichtsinnig, nicht zu glauben, vor allem da, wo ein Mensch mit Vertrauen weiterkommt.

Langer Rede kurzer Sinn: Es geht natürlich wieder um den goldenen Ring, unser schönstes Baupausennebenthema - die Planer allerdings machen keine Pause, die arbeiten fleißig weiter.

Der Eigentümer, der den Ring mit ins Grab nahm, war wohl tatsächlich der Eigentümer, aber nicht Moritz Herman Marschalk von Ostheim, der den Ring mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls an einem Finger trug, denn Moritz fand seine letzte Ruhe in Marisfeld und einige weitere Familienglieder auch.

Wer weiß des Rätsels Lösung?


Wir vermuten, der Ring von 1600 ist zum Familienerbstück geworden, bis ihn einer mit ins Grab nahm. Wer – da könnten wir im Grunde wieder neu beginnen, zu glauben. Vielleicht, mit ein wenig Geduld, gelangen wir sogar noch auf die Stufe des Wissens. Warten wir mal ab, was die Recherche ergibt…

Ein Rest von Ungewissheit bleibt ja fast immer im Leben, der tut uns allerdings oft auch gut, denn zu viel Wissen macht schnell mal überheblich. Der Lehrsatz des Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ hat eindeutig einen therapeutischen Ansatz… stammt der eigentlich wirklich von Sokrates oder stammt der vielleicht auch von Platon …weiß das jemand unter uns, oder glauben wir das einfach.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch
(Fotos H. Frhr. v. Berlepsch, Abdruck erlaubt)


13.11.2012 Zwischenruf zur Kirchenburg

„Der Tanz um das goldene Kalb“(2. Buch Mose Kapitel 32)…

…liebe FreundInnen der Kirchenburg…

…ist eine Geschichte aus der Bibel zum Thema „Ersatz“, in der ein ganzes Volk auf das falsche Rind setzt. Offenbar gibt es dazu eine Neuauflage unter dem Arbeitstitel: „Walldorfs Tanz um den goldenen Ring.“

Sorry, das ist so nicht gemeint – kein Ersatz, keine falsche heilige Kuh! Bitte, liebe Leser in der Ferne, seien Sie uns nicht gram, wenn wir derzeit ein wenig in unserer Orts- und Baugeschichte kramen, uns mit unseren Wurzeln befassen, mit alter Kultur …unserem Weg durch die Zeiten. Die Frage nach den Wurzeln ist doch eine sehr entscheidende Frage: Wer hat, steht unter Umständen fester im Leben und kann auch mit Umbrüchen besser umgehen. Oft zieht neue Liebe sogar ihre Kraft aus alten Wurzeln, auch die Liebe zur Kirchenburg partizipiert davon

Nein, kein Ersatz und kein Verwechseln von Haupt- und Nebenthemen – wir denken sehr direkt und zeitnah über unsere neue Kirche nach. 3 Arbeitstitel haben wir schon:

-1.   Kinderkirchenburg

2-.   Radfahrerkirche

3.--   Biotopkirche

Kinder kommen bereits seit Jahren, Radler tagtäglich über den Werraradweg, Vögel und Bienen auch… die Gemeinde ins Gemeindehaus oder in die Ausweichkirchen…

Spagat - ich habe immer schon Menschen bewundert, die ihre beiden Füße soooo weit „auseinanderkriegen“, doch zur Zeit zerbreche ich mir eher den Kopf, wie wir so vieles zusammenbekommen wollen, mehr als nur „zwei Füße“. Wir wollen keine spärlich oder üppig ausgestattete Kunsthalle werden, kein Branddenkmal, kein 08/15 – Bau, nicht geschichtslos oder seelenloses Reißbrettergebnis, auch keine Arena für die Selbstverwirklichung von XY, sondern einfach nur(!) GEMEINDEKIRCHE innerhalb „gewachsener“ Mauern. Wir wollen keine Kirchturm(bau)politik machen und als Walldorfer nicht dem toten Winkel der Nahperspektive erliegen…

Wir sind bei der Sache und haben schon etliche gute Ratschläge und Hinweise erhalten und vieles davon verstanden… hoffe ich wenigstens – herzlichen Dank! Bitte, liebe Künstler und Architekten, wir können im Augenblick nicht mit Ihnen allen reden und Sie alle empfangen und führen - wir melden uns - bleiben Sie uns bitte treu. Die Innengestaltung ist noch nicht unter der Hand vergeben.

Übrigens: Der Tanz um den goldenen Ring liegt uns ebenso fern, wie eine Neuauflage des Turmbau zu Babel (1. Buch Mose Kapitel 11), der an der Eitelkeit scheiterte und wo am Ende alle durcheinander redeten und jeder alles besser wusste, Sprachenwirrwarr herrschte.

Ich schreibe das, weil viele uns schreiben oder mich anrufen, manche in der Ferne sich Sorgen machen. Ich möchte mich im Namen aller Walldorfer für dieses Mitsorgen bedanken – es tut uns gut und bin auch all denen herzlich verbunden, die mit dem guten, alten und bewährten „Hausmittel“ Fürbitte dran bleiben.

 Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

(Foto H. Frhr. v. Berlepsch, Abdruck erlaubt)

25. 10.2012 / 02.11.2012 – ALTES von der Kirchenburg

Liebe FreundInnen der Kirchenburg,

wegen zahlreicher Nachfragen von Interessenten aus der Ferne in Anlage nochmals die Veröffentlichung des Meininger Tageblattes zu den archäologischen Funden in der Kirchenburg. Vor Ort waren am Samstag etwa 300 Interessenten, die mit großem Interesse den Sachstand zur Kenntnis genommen haben. Der Eigentümer des Ringes war mit hoher Wahrscheinlichkeit Moritz Hermann Marschalk von Ostheim, verstorben 1638, bestattet in der 4 Jahre zuvor niedergebrannten und wohl behelfsmäßig wiedererrichteten Kirche. Er war verheiratet mit Margarethe von Schaumberg und nach deren Tod mit Margarethe von/m Stein. Moritz Hermann ist übrigens der Neffe des berühmten Bernhard MVO, einem hohen Henneberger Staatsbeamten, früher abgebildet zusammen mit seiner Gattin auf den zerstörten Epitaphien unserer Kirche. Beide waren kinderlos, so wurde Moritz schließlich und endlich der glückliche Erbe. Die Vermutung einiger Anrufer, der Ring könnte in der Claddagh – Tradition stehen, einem Fischerdorf in Irland ist wahrscheinlich nicht zu halten. Diese Form des Ringes ist laut Aussage eines Schmuckhistorikers viel näherliegend Spätrenaissance und war verbreitet mindestens in Breslau, Köln und Augsburg. Es ist übrigens technisch möglich eine Ringform herzustellen, ihn nachzugießen und als Walldorfer Trauring anzubieten, nicht als Massenware, sondern wirklich nur für besondere Anlässe. Schauen wir mal, was die Archäologen dazu sagen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung des FW Meininger Tageblatt. Die Lokalzeitung unterstützt damit den Wiederaufbau der Walldorfer Wehrkirche.


24.10.2012 – Neues von der Kirchenburg (siehe auch Presse- und MDRberichte von gestern und heute)

Trauring aus dem Jahr 1600 – gefunden in der Kirche Walldorf

Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch

Einladung - Erinnerung

 Liebe FreundInnen der Kirchenburg,

durch die archäologisch begleiteten statisch notwendigen Baugrunduntersuchungen gibt es völlig neue Zeugnisse aus der Vergangenheit der Kirchenburg. Das Innere der Kirche gleicht fast einem Gräberfeld, dazwischen mehrere Grüfte und eine Glockengießstätte. Das „Material“ ist so umfangreich, dass wir es nach System vorstellen möchten. Herr Dr. Seidel als Gebietsreferent des TDLA und Frau Regina Frimel, die die Grabungen vor Ort leitet, werden den Befund vorstellen und erläutern.

Dazu lade ich für Samstag, den 27. Oktober herzlich ein. Es gibt 9.00 Uhr und 10.00 Uhr Führungen ausschließlich für Walldorfer, ab 11.00 Uhr sind auch Gäste von außerhalb willkommen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

Druck der beigelegten Bilder erlaubt, Fotograf H. Frhr. v. Berlepsch

18.10.2012 – Neues von der Kirchenburg

Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung des FW Meininger Tageblatt. Die Lokalzeitung unterstützt damit den Wiederaufbau der Walldorfer Wehrkirche

Pfarrer Heinrich v. Berlepsch (l.) nahm erfreut die 15 000 Euro aus den Händen von Diana Müller und Hermann Saitz entgegen. Er schenkte ihnen dafür je ein Bild von einem der verloren gegangenen Kunstschätze in der Kirche.          

Foto: Eva Gebhardt

15000 Euro für die Kirchenburg

15000 Euro stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für den Wiederaufbau der Walldorfer Kirchenburg zur Verfügung. Pfarrer Heinrich v. Berlepsch nahm die Spende erfreut entgegen.

Von Eva Gebhardt

Walldorf - Die Spendenbereitschaft für die Walldorfer Kirchenburg ist ungebrochen. Am gestrigen Mittwoch überreichten Professor Hermann H. Saitz von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Ortskuratorium Erfurt, und Diana Müller von Lotto Thüringen (Glücksspirale) aus Suhl den Scheck in Höhe von 15000 Euro an Walldorfs Pfarrer Heinrich v. Berlepsch.

Dieser erinnerte noch einmal an den verheerenden Brand vom 3. April dieses Jahres, bei dem eine der besterhaltenen Kirchenburgen im Werratal bis auf die Außenmauern niederbrannte. Über 100 Feuerwehrleute konnten nicht verhindern, dass dabei wertvolles Kulturgut unwiederbringlich verlorenging.

Normalerweise wäre die Stiftung sehr vorsichtig, weil das Denkmal weitgehend vernichtet wurde. Nach einer Begutachtung sei das Voting für eine Unterstützung der Walldorfer Kirchenburg aber sehr eindeutig ausgefallen, erklärte Hermann H. Saitz. Finanzielle Hauptquelle der Denkmalschutz-Stiftung sind neben verschiedenen Zustiftern Lotto-Mittel. So gereiche die Spielwut der Einen den Anderen zum Wohle, gab Saitz zu bedenken.

Von jedem Euro der Glücksspirale fließe ein Teil in den Denkmalschutz, erläuterte die Vertreterin von Lotto Thüringen, Diana Müller. Jedes Land habe seinen eigenen Topf so bleiben die Gelder, die hier eingezahlt werden, in der Region.

Die Kirchenmauern schreien nach altem Kunstgut.“

Pfarrer Heinrich v. Berlepsch.

 

Die Denkmalschutz-Stiftung habe in Thüringen schon etwa 400 Objekte zwischen 1000 und 100000 Euro gefördert. Der Vorteil sei, dass diese auch als Eigenbeitrag für andere Fördermittel genutzt werden können, erläuterte Saitz.

„Wir haben seit 25 Jahren intensiv an der Kirche gebaut und waren im Jahr 2007 eigentlich fertig damit. Wir haben hierfür Förderung bekommen, aber auch sehr viele Eigenleistungen erbracht", erinnerte Pfarrer Heinrich v. Berlepsch. „Wir haben Hunderttausende erwirtschaftet und wollten uns eigentlich irgendwann zurücklehnen", fügte er an. Das Gegenteil ist nun mit dem Brand eingetreten. Aber der Pfarrer und die Walldorfer lassen sich nicht entmutigen und gehen den Wiederaufbau mit großem Engagement an.

Es gelte im Äußeren noch immer der Denkmalschutz. „Wir möchten nicht, wie heute oft üblich, eine Kirche aus Glas und Stahl haben", erklärte er den Gästen aus Erfurt und Suhl. Für den Innenausbau wolle die Kirchgemeinde Kulturgut neu erwerben, blickte v. Berlepsch schon ein Stück voraus. Zu DDR-Zeiten seien verschiedentlich Kirchen abgerissen worden wegen des Baus von Talsperren oder im Bereich von Tagebauen.

Die Kunstgüter daraus Altäre, Kanzeln oder Orgeln seien in Lagern gesichert. Hier wolle man auf Suche gehen und so wieder „Denkmal- und Kulturgut in unsere Kirche holen". „Die Kirchenmauern schreien nach altem Kunstgut." Dabei wolle man nicht protzen, sondern sparsam zwei, drei Paradestücke in den Innenausbau einbinden.

Leitender Architekt ist Karsten Merkel aus Meiningen, dazu sollen weitere Architekten und Künstler beauftragt werden. Auf einen Architektenwettbewerb (siehe Anmerkung am Textende) verzichte man jedoch, weil in dem Fall (Fachpreis-)Richter entscheiden, wer den Zuschlag bekomme. Die Kirchgemeinde wolle es selbst in der Hand behalten, wer hier tätig werde. Das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege werde in alle Entscheidungen einbezogen, so der Pfarrer weiter.

Walldorfs Bürgermeister Matthäus Hildebrand bedankte sich ebenfalls für die Spende. Walldorf sei über 1000 Jahre alt. Dies habe zur Folge, dass es im Ort sehr viele historische

Gebäude gibt. Es falle schwer, alle zu erhalten, räumte er ein. Die Kirche war die am besten erhaltene Kirchenburg im Werratal. „Der Brand war ein Schock." Der Gemeinderat hat seine Hilfe beim Wiederaufbau zugesichert und ebenfalls 6 400 Euro gespendet. Hinzu kommen rund 5000 Euro für weitere notwendige Ausgaben für die Kirche.

„Denkmalschutz und -pflege liegt uns am Herzen", sagte er. Am Kirchberg würde der Bauhof gerade den Bewuchs auslichten, um wieder freie Sicht auf die Burgmauer zu bekommen. Demnächst werde es ein Gespräch mit der Bürgermeisterin aus Walldorf/Baden geben. Die Partnerkommune habe Hilfe signalisiert. Nun solle darüber beraten werden, wie die finanzielle Unterstützung von dort aussehen könnte.

Pfarrer v. Berlepsch wünscht sich, dass wenigstens die Kirchenglocken zum Weihnachtsfest 2013 wieder läuten und vielleicht in drei Jahren wieder Gottesdienste in der Kirche stattfinden können. Derweil werden sie entweder im Kressehof oder im Altenpflegezentrum „Werra-Aue" abgehalten.

„Eine Gemeinde leidet sehr, wenn sie keine eigene Kirche hat", so Pfarrer v. Berlepsch. Der Wiederaufbau sei aber auch eine Chance, dass die Gemeinde noch mehr zusammenwächst, gab Diana Müller mit Blick auf die vielfältigen Anstrengungen für die Wiedererstehung der Kirchenburg zu bedenken. (Eva Gebhardt, MT)

Anmerkung zum Thema Architektenwettbewerb: Der Gemeindekirchenrat überlegt für die Innenraumgestaltung der Kirche eine Mehrfachvergabe an Architekten und Künstler, die sich außerhalb der gesetzlichen Kriterien eines Wettbewerbs bewegt, damit in den Entscheidungsfindungen frei bleibt, jedoch ein vergleichbares kreatives Potential nutzen möchte.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

17.10.2012 Presse- und Bürgertermine

Archäologischer Befund in der Kirchenburg

Liebe FreundInnen der Kirchenburg!

Dass unsere Kirchenburg auch ein Bodendenkmal darstellt, ist nicht neu. Bei den Sanierungsarbeiten im Außenbereich gab es schon immer Überraschungen.

Zur Demonstration sind einige alte(!) Skizzen beigefügt: Oben links ist ein Feuersteinwerkzeug aus der jüngeren abgebildet, oben rechts eine Hakenspirale aus der Bronzezeit. Der Feuerstein jedenfalls belegt sicher, dass der Walldorfer Felsen schon vor einigen Jahrtausenden als Wohn- oder Jagdplatz genutzt wurde. Späteres Material, vor allem Scherben, gibt es in Hülle und Fülle z. B. einen Krug aus dem 12. Jahrhundert, Bernsteinkettenglieder, Knöpfe, einen tönernen Nachttopf, Münzen, menschliche Skelette, Tonpfeifenbruchstücke, mehrere Hände voll Getreide aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, das sich im Getreideturm erstaunlich gut erhalten hat u.a.m. Die Skizze rechts unten zeigt das Bruchstück einer alten Bierschale. Da im Bier unserer Ahnen allerlei Beigaben schwammen, „filterte“ man diese praktischerweise aus.

Durch die archäologisch begleiteten statisch notwendigen Baugrunduntersuchungen gibt es nun völlig neue Zeugnisse der Vergangenheit. So gleicht das Innere der Kirche fast einem Gräberfeld, dazwischen mehrere Grüfte. Das „Material“ ist so umfangreich, dass wir es nach System vorstellen möchten. Herr Dr. Seidel als Gebietsreferent des TDLA und Frau Regina Frimel, die die Grabungen vor Ort leitet, werden den Befund vorstellen und erläutern.

Dazu lade ich für Mittwoch den 24. Oktober 10.00 Uhr die Vertreter der Medien herzlich ein.

Am Samstag, den 27. Oktober gibt es 9.00 Uhr und 10.00 Uhr Führungen ausschließlich für Walldorfer, ab 11.00 Uhr sind auch Gäste von außerhalb willkommen.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch


16.09.2012 Zwei aktuelle Bilder von der Kirche in Walldorf


                                                        Foto: uhu
Radfahrer-Halt auf dem Werra-Radweg. Die Schautafel gibt Informationen zum Brand. Daneben steht ein Spendenkasten, der von vielen großzügig genutzt wird – herzlichen Dank!!


                                                         Foto: uhu

Dank Walldorfs Feuerwehrnachwuchs weile ich noch ein paar Tage gelassen in der Fremde J, die haben „die Sache voll im Griff“.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich von Berlepsch



11. 09. 2012 Seelsorge – einmal anders verstanden

Liebe FreundInnen der Kirchenburg!

Nach genau 25 Dienstjahren als Pfarrer und obendrein noch 25 Dienstjahren in Walldorf hatte ich unzählige Begegnungen mit „sterblichen Hüllen“... entseelt, schmerzliches Vermissen dessen, was einmal war, keine Rückkehr des Alten.  Wer in diesen Wochen in unserer Kirchenruine steht, mag ähnlich empfinden. Da ist eine Hülle geblieben - verkohlt, beschädigt, leer. Was die Mauern einst füllte und belebte, die Seele und der Charme der alten Dorfkirche sind dahin.

Kirchenburg Walldorf, idealisiert, Skizze von G. Lilie 1904

Nein – falsch! Diese Mauern haben zwei Brände ÜBERLEBT: 1634 und 2012 und viele Jahrhunderte der Geschichte. Konsequent weitergedacht sind es eigentlich die Grenzerfahrungen, die Charakter verleihen - und genau das sollten wir verstehen, mit Sanierung der Kirche gestalterisch umzusetzen.

Wenn ich die Sorge der Walldorfer um ihre geliebte Kirchen in einem Satz zusammenfassen wollte, er würde lauten: „Wir haben Angst, dass unsere neue Kirche keine Seele mehr haben könnte.“ Diese Sorge um die Seele unserer Kirche treibt auch mich um – ich möchte darauf antworten.

Wer sich die Zeit nimmt und etwas länger zwischen den verkohlten Mauern unserer Kirche weilt, nimmt eine überraschende Verschiebung wahr! Bisher wurde unsere Kirche abgesehen von der imposanten äußeren Gestalt und Geschichte wesentlich geprägt durch das Inventar und die 2007 abgeschlossene Restaurierung. Nun jedoch erzählen die entkernten Mauern von dem langen Weg durch die Geschichte und Kunstepochen: Kein Mensch wusste bisher, wie viele „Narben“ unter dem Innenputz unserer Kirche versteckt waren und wie viele Umbrüche und Änderungen sie bereits erlebt hat – jetzt zeigen es die Mauern. Nicht nur Grenzerfahrungen, auch die „Falten und Furchen“ demonstrieren den Charakter unserer Burganlage und diese gilt es auszuhalten und nicht restlos zu retuschieren. Doch damit noch nicht genug.

Mit dem letzten aus der Kirche hinausgetragenen verkohlten Balken und in Erinnerung an das alte Inventar ist in mir der Wunsch entstanden, unsere Kirche zur Herberge für heimatlose Kirchenkunst zu machen. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere an Talsperrenbauten, dörfer- und kirchenverschlingende Braunkohlenreviere, Abrisse alter Gotteshäuser aus baulichen und anderweitigen Gründen. Das Kunstgut wurde stets gerettet und steht da und dort, auch in kirchlich betreuten Lagern und in Speichern von Museen. Doch die Kanzeln, Taufgestelle und Altäre waren ausschließlich zum Gebrauch bestimmt: zum Predigen, Taufen und zum Gebet - ich fand es schon immer befremdlich, wenn eine Kanzel in einem Museum zu besichtigen ist, fernab der nächsten Kirche.

Noch in diesem Herbst möchte ich mich in Absprache mit den Gemeindekirchenräten, Restauratoren, Aufsichten und Planern auf die Suche nach geeignetem Kunstgut für unsere Walldorfer Kirche machen, nicht als Sachverständiger, nur als Vorhut. Ich denke dabei in Richtung Kanzel, Altar, Taufgestell und eventuell auch Orgelprospekt (etwa 16.-17. Jahrhundert). Es sollte einen Bezug zu einer Haupt-Bauepoche unserer Kirche haben. Auch ist an kein Sammelsurium gedacht, eher an das Prinzip „weniger ist mehr“. Verpflanzte Kanzeln, Taufbecken etc. haben durchaus Tradition – eine „Seele“ allerdings können und wollen wir nicht „transplantieren“, die haben wir bereits.

Das alles ist wirklich äußerst spannend. Werden wir fündig? Unsere Altarbilder waren auch „nur“ Leihgaben... nach ein paar Jahren vergisst man das regelrecht. Die Künstler und Gestalter hätten bei erfolgreicher Suche dann die kreative Aufgabe, alten Walldorfer Baubestand mit gekauftem historischem Inventar zu verbinden. Beginnen soll die Suche im kirchlich gehüteten Thüringer Kunstgutbestand, doch darüber hinaus bitten wir auch herzlich um anderweitige Hilfe: Wer weiß, wo Kircheninventar steht, das nach Walldorf passen könnte und da restauriert und wiederbelebt werden kann? Sehr gern nehmen wir Informationen entgegen und bitten auch die Medien um Mithilfe.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich von Berlepsch

(bis 24. 09. noch ortsabwesend und bis dahin vertreten durch

Architekt Karsten Merkel, Meiningen)

31.08.2012 Kurz-Mitteilung anlässlich des Tages des Offenen Denkmals

Liebe FreundInnen der Kirchenburg,

eigentlich wäre es mir eine Freude gewesen, die große Aufmerksamkeit und Anteilnahme der breiten Bevölkerung mit einer Öffnung der Kirchenburg zum Tag des Offenen Denkmals zu honorieren, auch um Interessierte für unser Projekt zu gewinnen. Nun ist der Stand der Boden- und Fundamentuntersuchungen jedoch in einer Phase, wo sich dieses Ansinnen klar verbietet.

Herr Dr. Seidel, Gebietsreferent Südthüringen, schreibt dazu:

„Eine Präsentation der Grabung für eine größere Gruppe zum gegenwärtigen Zeitpunkt und auch in den nächsten Tagen ist ausgeschlossen, da hierbei Schaden an den angelegten Profilen, Plana und Grüften entstehen würde… Wir können aber gern zum Ende unserer Untersuchungen im Oktober gemeinsam einen Termin - auch am Wochenende festsetzen, an dem an den Untersuchungen beteiligte Kollegen/innen die Ergebnisse der interessierten Bevölkerung aus Walldorf und darüber hinaus vorstellen.“

Ich bitte um Verständnis, wir revanchieren uns im Oktober dafür mit einem erweiterten Kenntnisstand. Außerdem eröffnet das die Möglichkeit, dass Interessierte am 9. September mehr Zeit zur Besichtigung anderer interessanter Objekte finden - Walldorf „läuft uns nicht weg“. Selbst im Außenbereich ist eine Führung wegen des Gerüstes derzeit kritisch.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

26.08.2012 Liebe FreundInnen der Kirchenburg!

5 Besuchertermine innerhalb von 10 Tagen in der Kirchenburg schaffen mehr Klarheit. Walldorfer Bürger und viele andere sind gekommen und äußern sich. Hier einige wichtige Ergebnisse – wo stehen wir im Augenblick?

·        Der Begriff „modern“ kursiert - „Kirche des 21. Jahrhunderts“! Manche ängstigen sich vor einer Kirche, die nach ihrem Gefühl keine richtige Kirche mehr ist. Ich darf beruhigen: Ich kenne nur zwei Stimmen, die in eine solch „moderne“ Richtung gehen, weniger als 1 % der Meinungen. Die überragende Mehrheit wünscht sich die Walldorfer Kirche als das, was sie war: Zu Hause der Gemeinde, Ort der Besinnung und Begegnung des Glaubens, Mittelpunkt, Kleinod der Kultur, offen/aufgeschlossen… warm, schön, nicht dem Wandel der Zeiten unterworfen, Platz, an dem Menschen zur Ruhe kommen und manchmal verändert nach Hause gehen…

Christuskopf, Kirche Walldorf, Nordseite, außen
Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

·        Die überragende Mehrheit der Besucher hat auch die neuen Gestaltungsmöglichkeiten entdeckt. Der Spitzbogen im Turmuntergeschoss, gegenüber dem gotischem Maßwerkfester, ist zum Kleinod schlechthin avanciert… Taufkapelle… bloß nicht wieder zubauen… das neue Raumgefühl erhalten… auch für den Altarraum/Chor. Gleichfalls wird fast durchweg die Freilegung des Fensters im Osten gut geheißen. Diese Eindrücke verstärken sich, je länger die Kommunikation andauert. Wer dem nicht folgen kann, war im Regelfall noch nicht vor Ort. Die neue/alte Kirche könnte vom Raumgefühl her etwas mehr Sakralbau und etwas weniger Dorfkirchenatmosphäre vermitteln.

Fensterreste, Kirche Walldorf, Turmuntergeschoss(Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

·        „Wir wollen keinen Außenputz für unsere Kirche – die passt dann nicht mehr zu unserer schönen Mauer!“ – Tenor in Walldorf.

·        Emporen oder keine Emporen – wo werden wir in der neuen Kirche sitzen?

Tür zu den Emporen, Kirche Walldorf, Nordseite

(Foto: H. Frhr. v. Berlepsch

·        In der Diskussion: KEIN klassischer Architektenwettbewerb, sondern ein OFFENER Ideenwettbewerb für Architekten, Künstler und Gestalter zur Neufassung des Innenraums.

·        In der Diskussion: Stahl und Glas (außer Glasfenster) für die Walldorfer Kirche bei der Neugestaltung nicht zu zulassen.

·        In der Diskussion: Eine historische Kanzel, ein Taufgestell oder ähnliches (weniges!) Kunstgut aus der Bauzeit der Kirche zu erwerben und mit Neuem zu kombinieren.

Dass ist erst der Beginn – wir werden weiter miteinander reden.

p.s. Vom 3. bis zum 24. Spt. in allen Kirchenburg-Bauangelegenheiten bitte an Architekt Karsten Merkel in Meiningen wenden.Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch(Druck der Bilder ist erlaubt)

Neues von der Kirchenburg Walldorf                                    26.08.2012

Liebe FreundInnen der Kirchenburg!

24.08.2012…heute einmal mehr Unterhaltung, als reine Information!
Was eigentlich haben ein Musterungsbescheid des Jahrgangs 1874 für den ersten Weltkrieg, ein Erbauungsbuch von 1740, zwei Hände voller Murmeln und Knöpfe, Schuhmacherzubehör und ein gar winziges Schatzkästchen gemeinsam?
Jeder einigermaßen vernünftige Mensch antwortet: “Gar nichts“ Vielleicht war es der Duft – alles roch kaum erträglich nach Stall, oder dass die Requisiten stark durchfeuchtet waren vom Löschwasser der Walldorfer oder Meininger Feuerwehr?
O doch - diese irre Kollektion „bescherte“ uns eine eineinhalb Meter dicke Lehmsandauflage auf der Gewölbedecke der Turmkapelle in Walldorfs Kirchenruine…. wahrscheinlich irgendwo im Dorf zusammengekratzt und hinauf in die Kirche verbracht. Hatten die Walldorfer damals Angst vor dem Durchbruch einer Glocke, war die Vibration zu groß, sollte ein Holzboden eingespart werden oder/und fehlte es an Gewölbedruck?

Das Schatzkästchen: Fotos TLDA Schlapke
„Unser Mann“ vom Meininger Tageblatt schreibt zum Thema:
„Die Geschichte der Wehrkirche in Walldorf wird nach dem Brand vermutlich in Teilen umzuschreiben sein, mit Sicherheit aber aufgrund neuer Erkenntnisse ergänzt werden müssen.
Walldorf – Es geschehen Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen ahnen wir Menschen nichts. Es passieren derzeit auch Sachen in der Walldorfer Kirchenruine, von denen der Pfarrer Heinrich von Berlepsch nichts weiß. Bestes Beispiel ist der Fund verschiedener Münzen und einer kleinen hölzernen Schatzkiste, von denen der Geistliche erst erfuhr, als die Stücke von einem Mitarbeiter des Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) bereits ausgewertet waren.
„Auf so einer großen Baustelle erfahre ich nicht immer alle Fakten. Auch das Schatzkästchen ist an mir vorbeigegangen. Da ich eine breite Öffentlichkeit bei der Stange halten muss, erscheint mir das harmlose Kästchen einen Beitrag wert“, schrieb dieser Tage der Pfarrer in einer Email an Dr. Mathias Seidel. Seidel, TLDA-Gebietsreferent Südthüringens, der ihn kurz zuvor über die Fundstücke in Kenntnis gesetzt hatte, lieferte daraufhin die ersten Ergebnisse der numismatischen Bestimmungen seines Kollegen Mario Schlapke nach.
So erfahren nach dem Pfarrer nun auch die Bürger von einem kleinen Baustein des großen Puzzles archäologisch wertvoller Entdeckungen, die momentan in der Kirchenruine gemacht werden. Bei einer Detektorprospektion im Altarraum und dem Kirchenschiff sind acht Münzen gefunden worden. Bei ihnen handelt es sich mit Ausnahme eines Coburger Hellers (1681-1699) ausschließlich um Prägungen des 18. Jahrhunderts. Auffallend ist die weite Streuung der Münzstätten, nach der sie sich folgenden Orten und Herrschaftshäusern oder -gebieten zuordnen lassen: Montfort (Adelsgeschlecht vom Bodensee), Regensburg, Brandenburg-Preußen, Brandenburg-Bayreuth, Bayern, Frankfurt am Main und Hildburghausen. „Die Münzen aus dem Schatzkästchen reichen mit einem Hildburghäuser Heller (1703-1714) bis an den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück, hinzu kommen an älteren Münzen ein Heller aus Sachsen-Hildburghausen von 1828, ein Pfennig aus Bayern von 1828, ein halber Kreuzer aus Sachsen-Meiningen von 1831 sowie diverse Münzen des Deutschen Kaiserreiches aus dem späten 19. Jahrhundert“, erläuterte Seidel mit Verweis darauf, dass es eine weitere, noch nicht genau bestimmte Münze, möglicherweise aus Österreich-Ungarn um 1850, gibt.
In der Kirche, die nachts verschlossen und bewacht wird, laufen momentan (gesetzlich angeordnete) Ausgrabungen und breit angelegte Fundamentuntersuchungen, bei denen neben Münzen, Knochen und Tonscherben auch ganze Skelette sowie historische Bauteile, die nicht mit der bestehenden Kirche in unmittelbarem Zusammenhang stehen, zutage gefördert werden. Vor allem stoßen die Fachleute immer wieder auf Reste aus der Romanik, was natürlich Fragen aufwirft. Steht die Kirche der Neuzeit auf den Fundamenten eines sehr alten Vorgängerbaus? Handelt es sich dabei möglicherweise um eine Kemenate?
Die Bauforschung, die jetzt parallel mit betrieben werden kann(muss), findet auch Pfarrer Heinrich von Berlepsch äußerst spannend: „Die Kirchengeschichte, so wie wir sie in den Archiven nachverfolgen können, setzt immer im Dreißigjährigen Krieg an. Was davor war, wissen wir nicht. Darüber erhalten wir aber jetzt vielleicht Aufschluss.“
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Benkert
Redakteur
(Artikel, verfasst von Oliver Benkert, dem FW Meininger Tageblatt entnommen)
…und auch mit meinen herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

22.08.2012 „Begehung der Walldorfer Kirche fand sehr großes Interesse
Walldorf - Das Angebot, die ausgebrannte Walldorfer Kirchenburg im Rahmen einer Begehung genauer unter die Lupe zu nehmen, haben am Mittwochabend rund 120 interessierte Bürger genutzt. Pfarrer Heinrich von Berlepsch und Architekt Karsten Merkel führten die in zwei Gruppen aufgeteilten Besucher durch die Anlage und erläuterten ihnen den Ist-Zustand sowie die verschiedenen Möglichkeiten einer Kirchenneugestaltung.
Gleichzeitig sind die Walldorfer erneut dazu aufgerufen worden, ihre Ideen und Vorstellungen von einem neuen Gotteshaus mit einzubringen. Dies ist jetzt schriftlich möglich, in dem man an ein Mitglied des Gemeindekirchenrates, das Pfarramt oder den Meininger Architekten schreibt. Man kann dies aber auch noch mündlich im Rahmen einer Bürgerversammlung tun, die… im Gemeindezentrum Kressehof stattfinden wird. Der Gemeindekirchenrat wird die Vorschläge zu einer Rahmenvorgabe zusammenfassen, auf deren Grundlage anschließend ein offener Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Innenraums initiiert wird. Offen insofern, weil sich daran neben Architekten beispielsweise auch Künstler mit beteiligen können, erklärte Karsten Merkel.
Interessierte Bürger sind morgen 25.08. um 10 Uhr noch einmal zu einer öffentlichen Begehung der Brandruine eingeladen. Die Führungen übernehmen wieder Pfarrer von Berlepsch und Architekt Merkel. Ob“

16.08.2012 Liebe FreundInnen der Kirchenburg!

Hier die Gerüstarbeiten an der Kirchenburg

Dabei sind Fotos von Architekt Karsten Merkel, dazu in Anlage ein von vielen gewünschter Bestandsplan zur alten Kirche. Wie bereits mehrfach erörtert: Sie, die Walldorfer, dürfen mitgestalten an dem neuen Kircheninneren – die Aktion hat bereits begonnen. Die Architektenplanungen und die Arbeit der Fachleute und Verantwortlichen bzw. Aufsichten und Behörden laufen parallel dazu.

Mit freundlichen Grüßen, H. Frhr. v. Berlepschin Absprache mit Architekt Karsten Merkel

11.08.2012: Liebe FreundInnen der Kirchenburg, hier zwei Abbildungen vom aktuellen Stand der Fundamentuntersuchung in der abgebrannten Kirche.

Das eine Bild zeigt die 1906 zugemauerten und damals verfüllten Grüfte des Walldorfer Adels. Da die Kammern unmittelbar an die eigentliche Fundamente der Kirchenmauern reichen, muss der Untergrund gründlich untersucht und aller Voraussicht nach stabilisiert werden. In diesen Zusammenhang greift auch die sinnvolle und notwendige gesetzliche Forderung ein, derartige Voruntersuchungen zusätzlich unter die Aufsicht der Bodendenkmalbehörde zu stellen.


Derartige Überlegungen und Untersuchungen sind wichtige „Nebeneffekte“ des Wiederaufbaus, uns wurde aber zugesichert, dass sich die einschlägigen Maßnahmen nicht bauverzögernd auswirken.

Überdies beginnt in zwei Tagen die Einrüstung des Kirchturms und nachfolgende die Überdachung des Kirchenschiffs. Damit wird die Kirche endlich trockengelegt und die Arbeit am Turm kann beginnen. Auch am Turm finden zunächst Mauerwerksanalysen statt.

Ganz besonders herzlich möchte ich im Namen von ganz Walldorf für die vielen Spenden und auch die ungebrochene Anteilnahme danken. Der Spendenstand liegt bei 120.700 €. Das ist überragend, macht Mut und ermöglicht uns viele Notwendigkeiten im Zusammenhang des Wiederaufbaus. Ich hoffe unsere Dankespost erreicht die meisten Spender, auch wenn die Angaben der Geber manchmal lückenhaft sind oder unvollständig zu uns übertragen werden. Ebenso den Medien unseren herzlichen Dank für die Informationsweitergabe und weithin auch regelrechte „Betreuung“ unserer Aufbauarbeit.

Nicht zuletzt meinen Respekt und besonderen Dank auch allen Fachleuten, Arbeitern und Planern des Wiederaufbaus. Kirchliche und Denkmalbehörden, der leitete Architekt Karsten Merkel, mehrere RestauratorInnen, alle zusammen bilden ein Team, das nicht besser funktionieren könnte.

Mein Lieblingssatz der letzten Woche war in der Thüringer Allgemeinen zu lesen: „Ja, diese Baustelle prägt eine "unglaubliche Dynamik", bestätigt Barbara Schrön vom Landesdenkmalamt im Gespräch mit unserer Zeitung.“

Den Dank dafür möchte ich weiterreichen an die Fachleute und Ausführenden, die Spenderinnen und Spender und an die, denen sonst fast nie gedankt wird: die Ecclesia und die Allianz.

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch

p.s. Wer druckfähige Fotos benötigt, kann Dateien abfordern

09.08.2012 Einladung an alle Walldorferinnen und Walldorfer

Wird es einen Nachbau der alten Walldorfer Kirche geben – nein, wird es nicht geben!

Das zu verstehen und beim Wiederaufbau mitzuhelfen, dazu wäre es am besten, möglichst viele Walldorferinnen und Walldorfer würden selbst einmal in das Kircheninnere treten, sich die Mauern ansehen, den gotischen Bogen unter dem Turm, das zugemauerte potentielle Farbglasfester im Osten und vieles mehr. Der Gemeindekirchenrat befasst sich gerade intensiv mit der Frage, wie die neue/alte Kirche wohl aussehen könnte. Da wirbeln eine Menge Gefühle durcheinander: Abschiednehmen? Klarer Neuanfang?

Das Ergebnis sollte sein, dass wir Walldorfer ein „Ja“ finden, eine neue Kirche als UNSERE Kirche annehmen, doch zuvor kommt die Mitarbeit. Ich lade Sie hiermit ein, mitzureden und mitzugestalten. Das muss vor Ort geschehen – diese Diskussion kann nicht zu Hause auf dem Sofa geführt werden.

Hier zwei Termine zur Auswahl:

·       Mittwoch 22. 8. 18.00 Uhr

·       Samstag 25. 8. 10.00 Uhr

Tatsache ist, wir haben nicht endlos Planungszeit, denn unsere Baustelle sollte in 3 Jahren schon die wichtigsten Ergebnisse zeigen. Der Architektenwettbewerb muss bald ausgeschrieben werden. Nicht wenige Walldorfer haben Ihre Kirche seit dem Brand noch nicht wieder betreten – ich habe Verständnis dafür, das ist nichts für sensible Gemüter. Dennoch möchte ich Sie ermutigen, Ihren persönlichen Besuch bestimmt einzuplanen, denn ich möchte Sie alle gern dabei haben, wenn zwischen einem Berg verkohlter Balken und inmitten maroder Mauern neues Leben entsteht, wir wieder ein Zuhause bekommen.

Mit Ihren Spenden und zahlreichen anderweitigen Reaktionen haben Sie Ihre große Betroffenheit signalisiert – danke, das ist und bleibt überragend, rettet uns, geht auch noch weiter – jetzt können Sie uns außerdem helfen, wenn Sie uns vor Ort Ihre Meinung sagen, inmitten der Mauern die so andere Atmosphäre wahrnehmen und wir gemeinsam herausfinden, wie unsere neue Kirche aussehen könnte.

 Ich freue mich auf Ihr Kommen, Ihr Pfr. Heinrich v. Berlepsch


07.08.2012 Kurzmitteilung aufgrund großer Nachfrage

Liebe FreundInnen der Kirchenburg,

·        der Gerüstaufbau hat sich verzögert und beginnt am 13. August – im Bauablauf sind wir aber nicht im Zeitverzug.

·        Die Zeitung „Monumente“ hat mit dem Artikel über die Kirchenburg viele Rückmeldungen ausgelöst – herzlichen Dank!

·        Das Spendenaufkommen steigt weiter – nächste Woche gebe ich die aktuellen Zahlen bekannt.

·        In Walldorf gab es vor der Kirche aus dem 16. Jahrhundert vermutlich nicht nur eine Kapelle, sondern eine romanische Kirche. Bodendenkmalpfleger, Bauhistoriker und verschiedenste Fachleute sollen in Kürze den umfangreichen Befund herausarbeiten.

Weitere Informationen folgen erst nächste Woche – ich bitte um Verständnis.

 

Mit herzlichen Grüßen, Heinrich v. Berlepsch, Pfarrer


18.07.2012 Auszug aus dem aktuellen Gemeindebrief

Liebe Walldorfer und Melkerser, nun wieder ein regulärer Gemeindebrief. Ich hoffe, Sie sind allezeit gut informiert über die Geschehnisse in der Kirchenburg. Wer möchte, kann auch einen Newsletter erhalten. Dazu erbitte ich eine E-Mail an: berl.post"=at="t-online.de. Noch besser ist, Sie schauen auf unsere Homepage: http://www.kirchenburg-walldorf.de

Wie geht es weiter mit unserer Walldorfer Kirche?

Ich wünsche mir, dass wir in 3 Jahren eine neue/alte Kirche haben werden. Möglicherweise stehen da und dort dann immer noch Fortführungsarbeiten an, doch die Hauptarbeit sollte erledigt sein. Dass ich 2013 ein eigenes Weihnachtsgeläut hören möchte, davon rede ich fast täglich, Sie aber auch. Wir müssen dran bleiben und alle Beteiligten immer wieder bitten, ohne Zeitverzug zu arbeiten. Sorgen müssen wir uns nicht, wir sind im Plan.

Die komplizierteste Aufgabe ist wahrscheinlich die Stabilisierung der Mauern und die dazugehörigen Untersuchungen. Da sind Grüfte da und keiner kennt bisher die Tragfähigkeit der Fundamente. Dazu kommt, dass die Mauern ein einziges Flickwerk darstellen, viele Male repariert wurden, durch Löschwasser und Regen durchfeuchtet sind - der Lehm zwischen den Schalen ist teilweise nass geworden, der Fußboden muss entfernt werden u.a.m. Mit dem Turm sieht es besser aus. Da beginnt die Einrüstung und Reparatur in der letzten Juliwoche.

Im Äußeren wird die neue Kirche dem Vorbild der Alten entsprechen, allerdings verlangen die zuständigen Ämter bei Restaurierungen meist (eingefärbten) Außenputz – entschieden ist noch nicht darüber. Grund: Der Zerfall der Steine soll aufgehalten werden und: früher gab es auch Verputz. Die Restauratoren haben auch bereits den Farbton des alten Verputzes gefunden.

Das Gutachten über die Verwendbarkeit der alten Glocken liegt mir noch nicht vor, soll mich aber in wenigen Tagen erreichen. Sollten die alten Glocken aufgrund von Hitzeschäden und wegen der auf etwa 100 Jahre beschränkten Laufzeit nicht wieder auf den Turm dürfen, gibt es vermutlich ein neues Bronzegeläut.

Und das Kircheninnere? Wird es einen Nachbau der alten Kirche geben? Dazu wäre es eigentlich am besten, Sie würden selbst einmal in das Kircheninnere treten, sich die Mauern ansehen, den gotischen Bogen unter dem Turm, das zugemauerte potentielle Farbglasfester im Osten… (im Bild) Der Gemeindekirchenrat stellt sich gerade der Frage, wie die neue/alte Kirche wohl aussehen könnte. Da wirbeln eine Menge Gefühle durcheinander: Abschiednehmen? Klarer Neuanfang?



Das Ergebnis sollte sein, dass wir Walldorfer ein „Ja“ finden, die neue Kirche als UNSERE Kirche annehmen, doch zuvor kommt die Mitarbeit.Ich werde Sie zu gegebener Zeit einladen mitzureden und mitzugestalten, doch vor Ort – diese Diskussion kann nicht zu Hause auf dem Sofa geführt werden. Ich denke eventuell auch an eine Gemeindebusfahrt, dass wir uns andere Gebäude anschauen, deren Nutzer vor ähnlichen Herausforderungen gestanden haben.

Nicht wenige Walldorfer haben Ihre Kirche seit dem Brand noch nicht wieder betreten – ich habe Verständnis dafür, das ist nichts für sensible Gemüter. Dennoch möchte ich Sie ermutigen, Ihren persönlichen Besuch bestimmt einzuplanen, denn ich möchte Sie alle gern dabei haben, wenn zwischen einem Berg verkohlter Balken und inmitten maroder Mauern neues Leben entsteht, wir wieder ein Zuhause bekommen.

Mit Ihren Spenden und zahlreichen anderweitigen Reaktionen haben Sie Ihre große Betroffenheit signalisiert – danke, das ist und bleibt überragend, rettet uns, geht auch noch weiter – jetzt können Sie(die Walldorfer) uns auch helfen, wenn Sie uns vor Ort Ihre Meinung sagen, inmitten der Mauern die so andere Atmosphäre wahrnehmen und wir gemeinsam herausfinden, wir unsere neue Kirche aussehen könnte.




(Kirchenburg Walldorf - Foto: Heinrich Frhr. von Berlepsch)


Der Kontext der Jahreslosung 2016 erinnert uns also an den großen Wiederaufbau einer Heimat vor 2500 Jahren. Dazu brauchte es damals bereits den Geist und die Unerschrockenheit der „Trümmerfrauen“, Klugheit, Engagement und Menschen die ihrem Herzen folgen - keiner gibt grundlos seine Heimat auf - und wenn sie noch so verloren scheint, dann wird sie eben wieder neu aufgebaut!!

Sicher ist Euch aufgefallen, dass wir über unser Kirchenäußeres und das Gelände wesentlich mehr berichten, als über den Fortgang im Inneren unserer vor 360 Jahren nach Kriegsereignissen wiederhergestellten und erneut niedergebrannten Kirche. Termine zum Thema gibt es laufend. Zuerst und recht anhaltend ging es um den Standort der neuen Orgel – das war eine der schwierigsten Fragen des Wiederaufbaus: Wohin mit dem Instrument, ohne das Farbglasfenster im Osten und den Spitzbogen im Turmuntergeschoss opfern zu müssen! Zu den Terminen hatten wir das Gefühl, dass Frau Osterwold und Herr Schmidt, unsere Architekten für den Innenraum, und auch mehr als ein Orgelbaumeister recht gute umsetzbare Lösungsvorschläge präsentiert haben. Das war wohl der Durchbruch zum eigentlichen Entwurf des neuen Kircheninneren.
Auch der Gemeindekirchenrat hat in mehreren Schritten darüber beraten, was ihm gestalterisch noch wichtig ist. Sobald die Vorschläge für das Innenraumkonzept öffentlichkeitsreif sind, beteiligen wir alle Interessierten. Ausdrücklich möchte ich nochmals erklären, die Walldorfer entscheiden nicht mit ja oder nein über eine Fertigkirche, sondern beteiligen sich aktiv am Projekt.

Dauer: bis 30. 04. 2016
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